Bärenklau

Bärenklau auf einer Wiese© jps - Shutterstock.com

Der Bärenklau (Heracleum) oder auch Bärenklaus genannt, stammt ursprünglich aus Südosteuropa und wächst dort in lichten Wäldern, offenen Strauchlandschaften und an trockenen Steinhängen in Höhenlagen. Hier gibt es auch die Gattungen Wiesen-Bärenklau (Spezifikation Wildkräuter)und Riesen Bärenklau (Heracleum mantegazzianum). Insgesamt umfasst die Gattung ca. 20 verschiedene Staudenarten.

Achtung vor dem Riesen Bärenklau

Besonders Hervorzuheben ist hier der Riesen Bärenklau (Heracleum Mantegazzianum). Der Riesen Bärenklau ist aktuell auch in den Medien sehr präsent weil er für den Menschen sehr gefährlich werden kann.

Verbrennungen der Haut durch einen Riesen Bärenklau
© Roman Demkiv – Shutterstock.com

Die gesamte Pflanze, bis zur Wurzel, beinhaltet Furocumarine, die bei Hautkontakt mit dem Sonnenlicht reagieren und Phototoxische Reaktionen verursachen. Je nach Stärke des Kontaktes mit dem Riesen Bärenklau reichen die Reaktionen von leichten Rötungen der Haut bis zu Verbrennungen zweiten Grades mit Blasenbildung, die Wochenlang nicht richtig abheilen. Auch dauerhafte Pigmentveränderungen, Fieber oder ein Kreislaufschock können die Folge sein.
Gasen die Pflanzen, in der Sonne, Furanocumarine aus, können diese eine mehrere Wochen andauernde akute Bronchitis auslösen.
Im Umgang mit dem Riesen Bärenklau ist also absolute Vorsicht geboten.

Hinzu kommt, dass der Riesen Bärenklau sehr schnell wächst und schon über einen Meter hoch ist, wenn andere Pflanzen die erste Blätter ausbilden. Mit höhen von über 3 Metern und den sehr großen Blättern, nimmt der Riesen Bärenklau hier anderen Pflanzen die Sonne und behindert ihr Wachstum so zusätzlich.

Frei von Gift ist die Pflanze erst wenn sie vollständig abgestorben und auch der Stängel ausgetrocknet ist.

Wuchs

Bei einer Wuchshöhe zwischen 70 und 100 Zentimeter gehört der Bärenklau zu den größeren Acanthus-Arten teilweise werden auch 140 Zentimeter großen Riesen gemessen. Die Staude wachst über die Jahre zu einer horstigen Pflanze aus und bildet Ableger in enormer Größe.

Inhaltsstoffe

In allen Pflanzenbestandteilen sind toxische Komponenten enthalten, unter anderem die Furocumarine, Xanthotoxin, Psoralen und Bergapten.

Blätter

Der Bärenklau besitzt langstielige, ornamental und attraktive Blätter die eine dichte Rosette bilden. Diese sind oft bis zur Blattmitte eingeschnitten und bilden daher ein gezahntes aussehen.

Blüten

Der Bärenklau gehört zu den Doldenblütlern. Die Blütezeit ist meist von Juni bis August und sind auch aufgrund der hervorstechenden Blütenknospen und der Größe sehr markant. Die dicken und standfesten Blütenstiele verhelfen zu einem eindrucksvollen Aussehen.

Standort und Boden

Es wird ein sonniger Platz bevorzugt wobei auch Halbschatten toleriert wird. Ohne Sonne bildet die Pflanze keine Dolden und Blüten, kann so aber mehrere Jahre überleben.

Durchlässiger, nährstoffreicher (Stickstoffhaltiger) und tiefgründiger Boden wird von der Pflanze bevorzugt. Auch die Anpflanzung in Steingärten ist möglich.

Pflanzung und Pflege

Aufgrund der zu erreichender Ausmaße über die Jahre, ist von vornherein ein größerer Abstand zu anderen Pflanzen zu beachten. Mindesten 70cm sollten eingehalten werden. Durch die tiefgründigen Wurzeln ist der Bärenklau nur schwer zu entfernen, da er auch aus den zurückgebliebenen Wurzelresten wieder neu austreiben kann.
Ein Rückschnitt ist nur bei zu groß geworden Pflanzen, in den Wintermonaten zu empfehlen. Im Frühjahr freut sich der Bärenklau über einer Gabe von frischem Kompost.

Schnitt

Die standfesten, hohlen Stängel und Blüten können über den Winter als markante Blickpunkte an der Pflanze gelassen werden und werden erst im Frühjahr bodennah abgeschnitten.

Verwendung

Durch seine markanten Blütendolden ist der Bärenklau (Herkulesstaude) für Staudenbeete geeignet insbesondere, wenn man ihm durch Abstand zu den Nachbarpflanzen genügend Platz gibt. Durch sein anmutiges Äußeres wird er aber im professionellen Gartenbau eher als Stilobjekt an Steinmauern, Wasserbecken oder Treppenbauten verwendet.

Nachbarpflanzen

Durch den starken Wuchs des Bärenklau, sind als Nachbarpflanzen nur solche zu empfehlen, die sich ihm entgegenhalten können. Dazu zählen zum Beispiel Katzenminze, Scharfgarbe, Iris-Arten oder Schleierkraut.

Vermehrung

Zu empfehlen im Frühjahr durch Teilung, Aussaat oder Wurzelschnittgut. Bei einer Aussaat ist dieser an der Fensterbank zwischen November bis März. Hierbei sind die Samen mit Erde zu bedecken.

Danach die Töpfchen 2-4 Wochen feucht halten bei einer Umgebungstemperatur von 17-22 Grad und an einem hellen (nicht sonnigen) Platz. Anschließend kühler stellen (-4 und 4 Grad) für die nächsten 4-6 Wochen. Der Kältereiz wird zum Keimen benötigt. Nach bis zu 10 Wochen bilden sich die ersten Blätter. Nach weiteren 4-8 Wochen können diese pikiert werden.

Krankheiten und Schädlinge

Bärenklau wird schnell durch den echten Mehltau befallen. Dies kann durch einen offenen und mit Frischluft versorgten Standort verhindert werden. Stärkung der Abwehrkräfte durch Pflanzenjauche und durch eine Mulchschicht sind dabei sehr hilfreich.

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