Johannisbeeren pflanzen gehört zu den lohnendsten Vorhaben im Beerengarten: Die pflegeleichten Sträucher liefern schon im zweiten Standjahr reichlich Früchte und gedeihen in roten, schwarzen und weißen Sorten gleichermaßen zuverlässig. In diesem Ratgeber erfährst du, welcher Standort optimal ist, wie du die Sträucher richtig pflanzt und schneidest und welche Sorten sich besonders für den Hausgarten eignen.
Inhaltsverzeichnis
Standort und Pflanzzeit für Johannisbeeren
Johannisbeeren bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit tiefgründigem, humusreichem und eher kalkarmem Boden mit einem pH-Wert zwischen 6 und 7. Frostsenken und staunasse Standorte solltest du meiden, da beides Wachstum und Fruchtansatz beeinträchtigt. Die ideale Pflanzzeit liegt im Herbst zwischen September und Oktober, da sich die Sträucher dann noch vor dem Winter gut einwurzeln können. Alternativ ist auch eine Pflanzung im zeitigen Frühjahr möglich.
- Standort: sonnig bis halbschattig
- Boden: humusreich, tiefgründig, leicht kalkarm, pH 6–7
- Pflanzzeit: September/Oktober oder zeitiges Frühjahr
Johannisbeeren pflanzen: Schritt für Schritt
Hebe ein Pflanzloch aus, das etwa doppelt so breit ist wie der Wurzelballen des Strauchs, und lockere den Boden am Grund zusätzlich auf. Setze die Pflanze einige Zentimeter tiefer, als sie zuvor im Topf stand, da Johannisbeeren aus dem unteren Stammbereich zusätzliche Wurzeln und neue Triebe bilden. Fülle das Loch mit einer Mischung aus Aushuberde und reifem Kompost auf und tritt die Erde rund um den Strauch vorsichtig fest.
Gieße nach der Pflanzung kräftig an, damit sich die Erde gut um die Wurzeln setzt. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt, Laub oder Strauchschnitt rund um den Strauch hält die benötigte Feuchtigkeit im Boden und unterdrückt gleichzeitig konkurrierendes Unkraut.
Johannisbeeren schneiden und pflegen
Damit der Boden rund um den Strauch nicht zu schnell austrocknet, lohnt sich eine regelmäßige Wassergabe in trockenen Sommerwochen, besonders während der Fruchtreife im Juni und Juli. Eine ausreichende Wasserversorgung sorgt für größere, saftigere Beeren und beugt vorzeitigem Fruchtfall vor.
Direkt nach dem Pflanzen erhält die Johannisbeere ihren ersten Schnitt: Lasse lediglich drei bis vier starke, gesunde Triebe stehen und schneide diese auf etwa ein Drittel zurück. Das fördert eine kräftige Verzweigung und einen stabilen Aufbau des Strauchs für die kommenden Jahre. Der beste Zeitpunkt für den jährlichen Pflegeschnitt ist direkt nach der Ernte, wenn du älteres, weniger fruchtbares Holz zugunsten junger Triebe entfernst.
Rote und weiße Johannisbeeren sind insgesamt recht pflegeleicht und benötigen neben dem Schnitt vor allem im Frühjahr eine Portion reifen Kompost und etwas Beerendünger. Schwarze Johannisbeeren tragen vorwiegend am einjährigen Holz und sollten daher etwas konsequenter ausgelichtet werden, damit jährlich genügend neue, fruchtbare Triebe entstehen. Eine Mulchschicht aus Kompost im Frühjahr versorgt den Strauch zusätzlich über die gesamte Saison mit Nährstoffen.
Ernte und typische Schädlinge bei Johannisbeeren
Johannisbeeren werden am besten in kleinen Rispen geerntet, sobald die Früchte vollständig ausgefärbt und leicht weich sind. Da Vögel die süßen Beeren ebenfalls lieben, schützt ein feinmaschiges Netz über dem Strauch die Ernte zuverlässig vor ungewollten Naschern. Frisch gepflückt halten sich Johannisbeeren im Kühlschrank einige Tage, lassen sich aber auch problemlos einfrieren oder zu Gelee und Sirup verarbeiten.
Ein häufiger Schädling ist die Johannisbeerblasenlaus, die sich an der Blattunterseite festsetzt und rötliche Blasen auf den Blättern verursacht. Meist reicht es, stark befallene Blätter zu entfernen, da der Schaden rein optisch bleibt und die Ernte kaum beeinträchtigt. Bei schwarzen Johannisbeeren solltest du außerdem auf Anzeichen des Säulenrosts achten, einer Pilzkrankheit, die sich durch gelb-orange Pusteln auf der Blattunterseite zeigt und durch das Entfernen befallener Blätter eingedämmt werden kann.
Die besten Sorten: Rot, Schwarz und Weiß
Bei den roten Sorten reifen ‚Jonkheer van Tets‘ und die weiße Sorte ‚Weißer Versailler‘ bereits ab Ende Juni, während ‚Rovada‘ erst Ende Juli reift, dafür aber bis in den September hinein Früchte liefert und so die Erntezeit deutlich verlängert. Wer schwarze Johannisbeeren bevorzugt, ist mit den robusten, krankheitsresistenten Sorten ‚Titania‘ und ‚Ometa‘ gut beraten, die zudem ertragreich und pflegeleicht sind.
Häufige Fragen zu Johannisbeeren
Wann ist die beste Pflanzzeit für Johannisbeeren?
Am besten pflanzt du Johannisbeeren im Herbst zwischen September und Oktober, da sie sich dann vor dem Winter bereits gut einwurzeln können. Alternativ eignet sich auch das zeitige Frühjahr.
Wann sollte ich Johannisbeeren schneiden?
Der beste Zeitpunkt für den Schnitt ist direkt nach der Ernte. Dann entfernst du altes, weniger fruchtbares Holz und schaffst Platz für neue, kräftige Triebe, die im folgenden Jahr besonders reichlich tragen.
Wie viele Sträucher benötige ich für eine gute Ernte?
Johannisbeeren sind selbstfruchtbar, sodass bereits ein einzelner Strauch zuverlässig Früchte trägt. Für eine größere Ernte über mehrere Wochen empfiehlt sich jedoch die Kombination früher und später reifender Sorten. So verteilt sich die Erntearbeit gleichmäßiger über den Sommer.
Fazit
Johannisbeeren zählen zu den pflegeleichtesten Beerensträuchern im Garten und danken einen sonnigen Standort sowie regelmäßigen Schnitt mit reichen Ernten über viele Jahre. Wähle je nach Geschmack rote, weiße oder schwarze Sorten, kombiniere früh und spät reifende Varianten und schneide den Strauch direkt nach der Ernte zurück – so steht einer üppigen Beerenernte nichts mehr im Weg.
