Kapuzinerkresse anbauen ist eine der lohnendsten Entscheidungen für Garten und Balkon. Die unkomplizierte Pflanze begeistert mit leuchtend orangefarbenen, gelben und roten Blüten, liefert essbare Blüten und Blätter mit angenehm pfeffrigem Aroma und zieht als natürliche „Fangpflanze“ Blattläuse von anderen Kulturen ab. In diesem Ratgeber erfährst du alles über Aussaat, Pflege und Verwertung.
Inhaltsverzeichnis
Was ist Kapuzinerkresse? Portrait der Pflanze
Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) ist eine einjährige, schnellwüchsige Pflanze aus Südamerika. Alle Pflanzenteile – Blüten, Blätter und unreife Samen – sind essbar und haben einen würzigen, leicht scharfen Geschmack. Es gibt zwei Wuchsformen:
- Kriechende/buschige Sorten: Breit wachsend, ideal für Balkonkästen und als Bodendecker, bis 40 cm hoch
- Kletternde Sorten: Benötigen eine Rankhilfe, werden bis zu 3 Meter lang, perfekt für Zäune und Pergolen
Beliebte Sorten sind ‚Alaska‘ (buntlaubig, gedrungen), ‚Empress of India‘ (dunkelrote Blüten, buschig) und ‚Climbing Mixed‘ (kräftig rankend, viele Farben).
Standort und Bodenbedingungen
Kapuzinerkresse liebt einen sonnigen Standort – mindestens vier bis fünf Stunden direkte Sonne täglich sind ideal. Auch ein halbschattiger Platz ist möglich, dann bildet die Pflanze allerdings mehr Blätter und weniger Blüten.
Der Boden sollte mäßig nährstoffreich, frisch und durchlässig sein. Zu viel Dünger oder zu reiche Erde führen zu üppigem Blattwachstum, aber kaum Blüten – das ist der häufigste Fehler beim Anbau. Auf dem Balkon eignet sich normale Kräuter- oder Blumenerde, die du mit etwas Sand auflockerst.
Kapuzinerkresse aussäen: Direktsaat und Vorziehen
Die einfachste Methode ist die Direktsaat ins Freiland oder in den Balkonkasten ab Mitte Mai, wenn keine Fröste mehr drohen. Die großen Samen werden 2 cm tief in die Erde gedrückt – Kapuzinerkresse ist ein Dunkelkeimer. Bei 18–22 °C keimen die ersten Pflänzchen nach 7–14 Tagen.
Wer früher Blüten möchte, zieht ab Ende März vor:
- Einzelnen Samen je Topf (Ø 9 cm) 2 cm tief eindrücken
- Anzuchterde verwenden, nicht zu nährstoffreich
- Bei 20–25 °C an einem hellen Fenster keimen lassen
- Nach den Eisheiligen (Mitte Mai) auspflanzen, vorher abhärten
Der Pflanzabstand sollte mindestens 30 cm betragen, da die Pflanzen sehr breit wachsen.
Pflege: Gießen, Düngen und Stützen
Kapuzinerkresse ist sehr pflegeleicht. Gieße regelmäßig, wenn die obere Erdschicht abgetrocknet ist. Im Balkonkasten muss häufiger gegossen werden als im Beet, da Töpfe schneller austrocknen. Staunässe unbedingt vermeiden.
Auf Düngung kannst du in der Regel verzichten. Wenn du im Balkonkasten pflanzt und der Boden mit der Zeit abmagert, kannst du einmal im Monat einen kaliumbetonten Flüssigdünger geben – aber sparsam, damit die Blütenbildung nicht nachlässt. Kletternde Sorten brauchen eine Rankhilfe oder ein Gitternetz.
Kapuzinerkresse ernten und verwerten
Ab Juni bis zum ersten Frost blüht die Kapuzinerkresse fast ununterbrochen. Ernte Blüten und Blätter morgens nach dem Abtrocknen des Taues – dann sind sie am frischesten und aromatischsten.
- Blüten: Im Salat, als Dekoration für Speisen, gefüllt mit Frischkäse oder als Essigblüten eingelegt
- Blätter: Wie Rucola verwenden, fein gehackt in Kräuterbutter oder Pestos
- Unreife Samen: In Essig eingelegt als Kapern-Ersatz („Kapuzinerkressekapern“)
Je öfter du erntest und verwelkte Blüten entfernst, desto mehr Nachblüten bildet die Pflanze.
Kapuzinerkresse als Begleitpflanze im Gemüsegarten
Im Gemüsegarten übernimmt die Kapuzinerkresse eine wichtige Schutzfunktion: Sie dient als Fangpflanze für Blattläuse. Die Läuse befallen bevorzugt Kapuzinerkresse und verschonen andere Kulturen wie Tomaten oder Bohnen. Pflanze sie daher in die Nähe anfälliger Gemüsearten. Außerdem lockt sie Nützlinge wie Schwebfliegen und Marienkäfer an, die ihrerseits Blattläuse fressen – eine natürliche Schutzstrategie ganz ohne Chemie.
Die schönsten Kapuzinerkresse-Sorten für Balkon und Garten
Die Auswahl an Sorten ist heute enorm. Hier sind die beliebtesten für Garten und Balkon:
- ‚Tom Thumb Mixed‘: Sehr kompakt, buschig, bunt – perfekt für kleine Töpfe und Balkonkästen
- ‚Alaska Mixed‘: Buntlaubig mit weiß-grüner Marmorierung, dekorativ auch ohne Blüten
- ‚Empress of India‘: Dunkelrote Blüten, dunkelgrünes Laub, sehr elegant
- ‚Climbing Mixed‘: Kräftige Kletterpflanze, bunt, für Zäune und Pergolen
- ‚Whirlybird‘: Aufrecht wachsend, Blüten stehen oben frei sichtbar – ideal für Vasen
Wer Wert auf essbares Laub legt, sollte ‚Alaska‘ wählen – die gemusterten Blätter sind dekorativ auf dem Teller. Für üppige Kletterwände ist ‚Climbing Mixed‘ die erste Wahl. Im kleinen Balkonkasten macht ‚Tom Thumb‘ am wenigsten Platz und blüht trotzdem zuverlässig von Juni bis Oktober.
Häufige Fragen zu Kapuzinerkresse anbauen
Ist Kapuzinerkresse mehrjährig?
Nein, Tropaeolum majus ist einjährig. Bei uns stirbt sie mit dem ersten Frost ab. In milden Regionen kann sie sich durch Selbstaussaat versamen.
Warum blüht meine Kapuzinerkresse nicht?
Zu viel Dünger oder zu reicher Boden fördern Blattmasse statt Blüten. Weniger düngen und ein nährstoffärmeres Substrat wählen.
Können Haustiere Kapuzinerkresse fressen?
Kapuzinerkresse ist für Menschen und die meisten Haustiere ungiftig. Katzen und Hunde meiden sie meist wegen des scharfen Aromas.
Wie vermeide ich Blattlausbefall?
Blattläuse sind bei Kapuzinerkresse normal und sogar erwünscht als Ablenkung. Du kannst sie mit einem Wasserstrahl abspritzen oder Nützlinge fördern.
Fazit
Kapuzinerkresse anbauen ist für Anfänger und Profis gleichermaßen eine Freude. Die Pflanze bereichert Garten und Balkon mit Farbe, liefert essbare Blüten und schützt benachbarte Kulturen. Probiere es noch diesen Sommer aus – die ersten Blüten wirst du schon nach wenigen Wochen genießen können!




