Kohlrabi anbauen ist selbst für Garteneinsteiger ein Kinderspiel: Das Gemüse wächst schnell, verträgt leichte Fröste und lässt sich von Frühjahr bis Spätsommer mehrfach hintereinander aussäen. Mit einem Erntezeitraum von nur 6–8 Wochen nach der Aussaat gehört Kohlrabi zu den dankbarsten Gemüsepflanzen überhaupt. In diesem Ratgeber erfährst du alles über Standort, Sorten, Aussaat, Pflege und den richtigen Erntezeitpunkt.
Inhaltsverzeichnis
Standort und Boden: Was Kohlrabi braucht
Kohlrabi gedeiht am besten an einem sonnigen bis halbschattigen Standort mit lockerem, humusreichem Boden. Als Mittelzehrer benötigt er keine intensive Düngung, profitiert aber von einem gut mit Kompost vorbereiteten Beet. Der pH-Wert sollte zwischen 6,0 und 7,5 liegen.
- Standort: Vollsonne oder leichter Halbschatten, geschützt vor starkem Wind
- Boden: Locker, humusreich, gleichmäßig feucht – keine Staunässe
- Fruchtfolge: Nicht nach anderen Kohlarten pflanzen – erhöhtes Kohlhernie-Risiko
- Gute Nachbarn: Salat, Spinat, Erbsen, Bohnen, Gurken und Tomaten
Kohlrabi verträgt keine Trockenheit: Zu wenig Wasser führt zu verholzten, bitter schmeckenden Knollen. Gleichzeitig mögen die Pflanzen keine Staunässe. Ein gut drainierender, locker bearbeiteter Boden ist die beste Grundvoraussetzung für kräftige Knollen.
Die besten Kohlrabi-Sorten für den Hausgarten
In Deutschland gibt es über 30 weiße und mehr als ein Dutzend blaue Kohlrabi-Sorten. Weiße Sorten reifen meist früher, blaue sind robuster gegenüber Frost und platzen weniger auf.
- ‚Logo‘ (weiß): Schnellwachsend, zart, ideal für Frühjahr und Frühsommer
- ‚Kolibri‘ (blau): Schöne Farbe, frosttoleranter, guter Geschmack
- ‚Blaro‘ (blau): Robust, gleichmäßiger Wuchs, für Herbstanbau geeignet
- ‚Superschmelz‘ (weiß): Wird sehr groß (bis Fußballgröße), bleibt zart und nicht holzig
- ‚Lanro‘ (weiß): Lagerfähige Sorte, hält sich im Keller bis in den Winter
Für kleine Beete und häufige Ernte eignen sich Frühsorten wie ‚Logo‘ am besten. Wer auf Vorrat anbauen möchte, greift zu Lagersorten wie ‚Lanro‘ oder ‚Gigant‘, die auch bei größerem Wuchs nicht verholzen.
Aussaat, Voranzucht und Pflanzung Schritt für Schritt
Kohlrabi lässt sich ab Februar innen vorziehen oder ab März direkt ins Freilandbeet säen. Für die Keimung braucht er Temperaturen zwischen 18 und 24 °C.
- Voranzucht innen: Februar bis März bei 18–24 °C, Keimung nach 5–10 Tagen
- Direktsaat Freiland: Ab Mitte März/April, wenn der Boden über 5 °C warm ist
- Pflanzabstand: 25 × 30 cm für kleine Sorten, 40 × 50 cm für Riesensorten
- Pflanztiefe: Nicht zu tief setzen – die untersten Blätter dürfen den Boden nicht berühren
Die Knollen bilden sich oberhalb der Erde. Wer die Jungpflanze zu tief setzt, verhindert die Knollenbildung. Ideal ist es, den Stängel bis knapp unter die untersten Blätter in die Erde zu setzen und die Knolle frei herauswachsen zu lassen. Für eine Herbsternte kann man noch bis Ende Juli aussäen.
Pflege: Gießen, Düngen und Schädlinge abwehren
Kohlrabi ist genügsam, aber einige Pflegegriffe verbessern Ertrag und Qualität spürbar.
- Gießen: Regelmäßig und gleichmäßig – nie komplett austrocknen lassen
- Düngen: Nach der Pflanzung und nach 6 Wochen mit Brennnesseljauche oder Komposttee
- Erdflöhe: Jungpflanzen mit Kulturschutznetz abdecken oder Kalkhydrat stäuben
- Kohlweißling: Raupen und Eier regelmäßig absammeln oder Kulturschutznetze nutzen
- Mulch: 3–5 cm Rasenschnitt oder Stroh zwischen den Pflanzen hält Feuchtigkeit und drängt Unkraut ab
Zu viel Stickstoffdünger fördert das Blattwachstum auf Kosten der Knolle – Kohlrabi braucht eine ausgewogene Versorgung, keine Überdüngung. Ein gut mit Kompost vorbereitetes Beet reicht für die meisten Saisons vollkommen aus.
Ernte: Den richtigen Moment nicht verpassen
Kohlrabi ist erntereif, wenn die Knolle etwa Tennisball-Größe erreicht hat – in der Regel 6–8 Wochen nach der Aussaat. Wer zu lange wartet, riskiert holzige und faserige Knollen.
- Optimale Knollengröße: 5–8 cm Durchmesser, je nach Sorte
- Erntezeitpunkt: Morgens ernten, wenn die Pflanzen noch kühl und prall sind
- Lagerung: Im Kühlschrank bis zu 2 Wochen; Lagersorten im kühlen Keller bis 6 Monate
- Blätter: Frische Kohlrabi-Blätter lassen sich wie Spinat dünsten – nicht wegwerfen!
Wer gestaffelt alle 2–3 Wochen sät, hat von April bis Oktober kontinuierlich frischen Kohlrabi. Das spart Platz und Kühlschrankraum und stellt sicher, dass immer junge, zarte Knollen zur Verfügung stehen.
Häufige Fragen zum Kohlrabi anbauen
Wann ist der beste Zeitpunkt, Kohlrabi zu pflanzen?
Vorgezogene Pflanzen kommen ab Ende März/Anfang April ins Freiland. Direktsaat ist ab April möglich. Für eine Herbsternte kann man bis Ende Juli noch aussäen – Kohlrabi wächst schnell genug.
Warum wird mein Kohlrabi holzig?
Holzige Knollen entstehen durch zu späte Ernte oder Trockenstress. Ernte die Knollen rechtzeitig bei Tennisball-Größe und sorge für gleichmäßige, regelmäßige Bewässerung ohne längere Trockenphasen.
Kann ich Kohlrabi im Kübel anbauen?
Ja – Kohlrabi wächst gut im Kübel mit mindestens 20 cm Tiefe und 30 cm Breite pro Pflanze. Kübel trocknen schneller aus als Beete, daher häufiger gießen und auf Staunässe am Topfboden achten.
Fazit
Kohlrabi anbauen ist eine der lohnendsten Entscheidungen für jeden Gemüsegarten: Das Gemüse wächst schnell, liefert mehrere Ernten pro Saison und ist in der Küche äußerst vielseitig. Die richtige Sorte wählen, gleichmäßig gießen und rechtzeitig ernten – dann wirst du mit knackigen, aromatischen Knollen belohnt, die weit besser schmecken als alles aus dem Supermarkt.
