Natursteinmauern selbst errichten

Natursteinmajuer auf einer Wiese© iko - shutterstock.com

Rustikale Natursteinmauern sind für den Garten nicht nur optisch, sondern auch ökologisch gesehen eine wertvolle Bereicherung. Umgeben von saftigem Grün, setzen sie durch warme Erdfarben die Vegetation ursprünglich in Szene. Vielen nützlichen Tierarten bieten die tiefen Furchen, Hohlräume und Vorsprünge sogar einen wertvollen Lebensraum. Natursteinmauern kannst Du auch selbst anlegen. Mit ihnen lassen sich stimmungsvolle Klostergärten gestalten, Beete umfrieden oder Grundstücke einfassen. Als Dekoelement eingesetzt, werten sie Gartenlandschaften erheblich auf.

Naturbelassene Schönheit für jeden Garten

Je nach Gesteinsart können Natursteinmauern unterschiedlich wirken. Doch vor allem unbehauene oder gebrochene Steine machen das Mauerwerk zu einem naturbelassenen Blickfang. Abwechslungsreiche Farbnuancen, Formen und Strukturen geben auf vielfältige Weise die Ursprünglichkeit wider, an der es uns häufig im Alltag fehlt. Sie gliedern sich harmonisch in jeden Garten ein und setzen auch in modern gestalteten Grünanlagen raffinierte Akzente. Durch eine Bepflanzung können Natursteinmauern ein grünes wie auch ökologisches Finish erhalten. Moose, Kletter- und Rankpflanzen finden in den zerklüfteten Oberflächen optimalen Halt und verschönern auf natürliche Weise das Massivmauerwerk.

Stein auf Stein: Es geht auch ohne Maurerkelle

Um die hier vorgestellte Mauervariante zu errichten, werden keine nassen Baustoffe benötigt. Daher spricht man auch von Trockenmauern, die ganz ohne Mörtel, Beton oder Zement auskommen. Diese Art der Baukunst ist schon seit Jahrtausenden bekannt – ein weltbekanntes Beispiel sind irische Weidebegrenzungen. Viele der langlebigen Mauern haben Generationen unbeschadet überstanden, dabei wurden sie nur aus Steinen aufgeschichtet, die auf den angrenzenden Wiesen zu finden waren.

Natursteine besser beim örtlichen Händler kaufen

Als Baustoff kommen fast alle Gesteinsarten infrage. Es ist Deinem Geschmack überlassen, ob Du lieber Basalt, Schiefer, Jura-, Kalk- oder Sandstein verwenden möchtest. Eine Natursteinmauer zu planen ist zwar einfach, nicht jedoch die Menge der benötigten Steine zu bestimmen. Die bewährte Formel zur Kubikmeterberechnung kann nur bedingt angewandt werden, um den tatsächlichen Bedarf zu ermitteln. Du solltest bedenken, dass kein Steinbrocken dem anderen gleicht. Zwangsläufig entstehen im Bruchsteinmauerwerk Hohlräume, die wenn überhaupt nur prozentual ausgerechnet werden können. Im Vorfeld kann also eine exakte mathematische Berechnung nicht als Grundlage der Planung dienen. Die benötigte Menge an Natursteinen sollte daher stets beim ortsansässigen Händler oder bei einem Steinbruch gekauft werden. Eine Bestellung im Internet ist nicht empfehlenswert. Auch wenn der Onlinehändler vielleicht preisgünstiger sein mag, besteht doch die Gefahr, dass Du zu viele oder zu wenige Steine bestellst. Händler vor Ort haben im Allgemeinen genügend Erfahrung, um nach dem Betrachten einer groben Skizze den ungefähren Steinbedarf abzuschätzen. Unbenötigte Steine werden oft anstandslos zurückgenommen. Bis zu einem Meter hohe Natursteinmauern kannst Du problemlos selbst errichten. Überschreiten sie die Höhe oder verlaufen sie entlang eines öffentlichen Gehwegs, solltest Du aus versicherungstechnischen Gründen die Bauarbeiten von einem Fachmann durchführen lassen.

Um eine Natursteinmauer zu bauen, benötigst Du:

  • Gebrochene oder grob behauene Steine in ausreichender Menge
  • Feinkörnigen Schotter oder Kies
  • Bausand
  • Stangen und Kordel

Die Vorbereitung

Es macht Sinn, Steine in zwei Kategorien einzuteilen und sie gegebenenfalls vorzusortieren. Große Brocken geben dem Mauerwerk Stabilität, kleinere Exemplare eignen sich gut, um Zwischenräume auszufüllen. Beide Größen sollten sich im Mauerwerk möglichst abwechseln.

Steht der Standort der Mauer fest, und sind genügend Steine vorhanden, können auch schon die Arbeiten aufgenommen werden. Beginne damit, am Anfangs- und am Endpunkt je einen armlangen Stab ins Erdreich zu treiben. Das machst Du ebenso bei vorhandenen Eckpunkten. Spanne nun eine Kordel straff zwischen den einzelnen Stangen. Sie wird Dir bei den nachfolgenden Arbeitsschritten als Orientierung dienen, um gerade Mauerverläufe zu erzielen. Bei kurvig verlaufendem Mauerwerk kannst Du nach Augenmaß arbeiten.

Das Fundament

Natursteinmauern haben ein enormes Gewicht und brauchen ein solides Fundament. Hebe hierfür entlang der gespannten Kordel einen Graben aus. Er sollte etwas breiter als die geplante Mauer sein. Die Tiefe des Erdkanals richtet sich nach der Bodenbeschaffenheit sowie nach der Größe und Schwere der Natursteinmauer. Ist das Fundament zu klein bemessen, besteht Gefahr, dass das Massivmauerwerk im Boden einsackt oder gar kippt. Generell gilt: Je tiefer Du den Graben aushebst, umso besser. Kleinere Einfriedungen von Kräuter-, Gemüse- oder Blumenbeeten benötigen im Allgemeinen kein Fundament. Bei einer hüfthohen Natursteinmauer und normalen Bodenverhältnissen ist eine Tiefe von rund 40 Zentimetern ausreichend. Das ausgehobene Erdreich kann später zum Befüllen der Steinzwischenräume verwendet werden.

Bei sandigem oder lockerem Erdreich muss der Boden mit einem Stampfeisen verdichtet werden. Befülle anschließend den Graben mit Kies oder feinkörnigem Schotter. Die Schicht sollte so hoch sein, dass sie rund dreiviertel des Grabens ausfüllt. Darauf folgt eine Lage Bausand, die idealerweise eine Höhe von fünf bis zehn Zentimetern hat. Nun können die ersten Steine gesetzt werden.

Steine sorgfältig setzen

Ein solides Mauerwerk besteht aus zwei geschichteten Steinwänden. Zwischen ihnen muss Material eingefüllt werden, damit das Bauwerk die nötige Stabilität erhält. Hierzu eignet sich der bereits ausgehobene Mutterboden, der mit etwas Bausand vermischt werden kann. Für die erste Steinlage setzt Du möglichst große Exemplare in zwei Reihen und in regelmäßigen Abständen auf das Fundament. In die entstandenen Räume legst Du kleinere Steine. Zwischen den beiden Reihen darf ruhig etwas Luft sein, jedoch sollten die einzelnen Steine dicht nebeneinanderliegen. Orientiere Dich weiterhin an der gespannten Richtschnur.

Fülle den Raum zwischen den beiden Reihen mit Erde. Gehe großzügig mit dem Füllmaterial um und verdichte es gegebenenfalls. Ziel ist, eine möglichst ebene und feste Fläche zu bilden, auf der die nachfolgende Steinlage gut sitzen kann. In großen Mauerfugen finden kleine Bruchsteine immer einen guten Platz. Wenn Du Deine Natursteinmauer begrünen möchtest, kannst Du auch zum jetzigen Zeitpunkt schon Kletter- und Rankpflanzen in das erdige Füllmaterial setzen.

Um die Mauer zu erhöhen, werden weitere Lagen in der gleichen Weise auf die Steinschichten gesetzt. Alle Steine sollten dabei möglichst viel Versatz zueinander haben. Das hat großen Einfluss auf die Stabilität des Mauerwerks. Wackelnde Steine können meist schön durch eine leichte Drehung fest auf der unteren Steinschicht positioniert werden. Zum Festklopfen kann außerdem ein schwerer Gummihammer verwendet werden.

2 Kommentare zu „Natursteinmauern selbst errichten“

  1. Ich wusste noch gar nicht, dass Mauerarbeiten so komplex sind und ein Fundament benötigen. Ich wollte eigentlich mit Steinen und Zement im Garten vorgehen. Gut, dass ich diesen Artikel gelesen habe.

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