Palmen

Palmen von unten © Olaf Naami - shutterstock.com

Palmen verleihen jedem Ort besonderes Flair und lassen unwillkürlich an Sommer, Sonne, Urlaub denken. Aber Palmen wachsen keineswegs nur in Urlaubsparadiesen, sondern fast überall auf der Welt. Insgesamt gibt es rund 2.600 verschiedene Arten. Ihre Vielfalt macht sie nicht nur zu einer wichtigen Nutzpflanze in ihren Heimatländern, sondern bietet auch zahlreiche Möglichkeiten, sie bei uns als Zimmerpalme und sogar als winterhartes Exemplar auf dem Balkon oder im Garten zu kultivieren.

Die Palme als Nutzpflanze

Palmen schenken köstliche Früchte, wie Kokosnuss und Datteln, und ihre jungen Triebe oder Blätter können sogar als Gemüse zubereitet werden. Eine echte Delikatesse sind Palmherzen, durchaus vergleichbar mit Artischocken. Manche Palmenarten sind ergiebige Öl- und Wachslieferanten und ihr widerstandsfähiges Holz eignet sich gut für die Anfertigung von Möbeln. Darüber hinaus lassen sich aus den robusten Pflanzenfasern hochwertige Matten, Bürsten und Seile herstellen.
Und insbesondere ein Erzeugnis ist gerade für uns Pflanzenfreunde wichtig: die sogenannte Kokoserde. Die braunen Fasern, die die Kokosnuss umgeben, werden zerkleinert und können als organisches Pflanzensubstrat verwendet werden. Kokoserde ist eine ökologische Alternative zum Torf und eignet sich hervorragend zur Verbesserung des Bodens.

Die Palme bei uns zu Hause

Damit es der Palme bei uns zu Hause so richtig gut geht, orientiert man sich am besten an den Umweltbedingungen in ihren Herkunftsländern. Palmen, die ursprünglich aus dem Regenwald kommen, benötigen eine hohe Luftfeuchtigkeit und möchten regelmäßig mit Wasser besprüht werden. Andere hingegen stammen aus eher trockenen Regionen und bevorzugen den Halbschatten. Manche Arten wachsen in großer Höhe und sind entsprechend kühlen Witterungen gewachsen. Diese Exemplare sind in der Regel winterfest und eignen sich speziell für Balkon oder Garten.
Eines haben jedoch so gut wie alle Arten gemein: sie mögen es nicht, beschnitten zu werden. Platzbedarf & Wuchsfreudigkeit der Pflanze sollten also unbedingt vor dem Kauf berücksichtigt werden. Und: Das richtige Substrat entscheidet über ihr Wohl, dabei muss aber nicht unbedingt auf teure Spezialmischungen zurückgegriffen werden.

Zimmerpalmen: der Klassiker

Als Zimmerpalme ist bei uns speziell die allseits bekannte Yucca-Palme beliebt. Streng genommen ist sie zwar keine Palme, sondern ein Spargelgewächs, aber was macht das schon. Ihr wunderbares Wuchsbild verleiht ihr das typische Aussehen und wegen ihrer Pflegeleichtigkeit ist sie besonders für Einsteiger geeignet. Die Yucca begnügt sich mit gewöhnlicher Gartenerde, kann aber auch als Hydrokultur gedeihen. Allerdings brauchen die meisten der rund 30 verschiedenen Arten viel Sonne, nur wenige gedeihen auch im Halbschatten, was beim Kauf natürlich berücksichtigt werden sollte.
Auch die Chamaedorea, die Bergpalme, ist pflegeleicht und für Einsteiger geeignet. Als Unterholzpflanze braucht sie nur wenig Sonne und kann auch auf hohe Luftfeuchtigkeit verzichten. Obwohl sie die eine oder andere kleinere Dürreperiode meist gut übersteht, braucht sie im Allgemeinen viel Wasser. Sie gedeiht am besten in einem Gemisch auf Kompostbasis mit Torf oder Lauberde, kann aber auch gut als Hydrokultur gepflegt werden.
Die Livistona, die als Blattschmuckpflanze bei uns ebenfalls sehr verbreitet ist, ist eher für Fortgeschrittene geeignet. Sie braucht einen hellen Standort und direkte Sonneneinstrahlung, möglichst mehrere Stunden täglich. Obwohl sie hohe Luftfeuchtigkeit schätzt und regelmäßig besprüht werden möchte, mag sie keine nassen „Füße“, ihr Erdballen darf also nicht zu nass werden und in jedem Fall ist kalkarmes Wasser zu verwenden. Im Winter muss sie vor trockener Heizungsluft geschützt werden. Auch sie gedeiht am besten in einem Gemisch auf Kompostbasis, das allerdings mit Sand und etwas Kies angereichert werden sollte.
Die Dypsis, auch Goldfruchtpalme genannt, ist äußert wuchsfreudig und braucht typischerweise viel Platz. Ihre buschähnliche Wuchsform mit den zahlreichen Palmwedeln machen sie zu einem echten Hingucker. Sie stammt ursprünglich aus Madagaskar und wächst dort auf sandigen Flussbänken oder den Lichtungen des Regenwaldes. Weil Letzterer in erheblichem Maße abgeholzt wurde, gilt die Dypsis als vom Aussterben bedrohte Pflanze. Sie mag keine direkte Sonneneinstrahlung, möchte aber trotzdem möglichst hell stehen und reichlich gegossen werden. Ihr Erdballen sollte stets feucht gehalten werden, darf aber kein überschüssiges Wasser enthalten. Kleiner Tipp: verwende Regenwasser, am besten lauwarm, zum Gießen.
Und sogar die Kokospalme kann bei uns im Zimmer gedeihen. Sie braucht allerdings viel Wärme, Wasser und Licht und trägt als Zimmerpalme nur selten Früchte.

Palmen für Garten, Terrasse und Balkon

Es gibt zahlreiche Palmenarten, die winterhart sind und sich bei uns als Kübelpflanze auf dem Balkon oder sogar ausgepflanzt im Garten kultivieren lassen. Dazu zählen unter anderem die Washingtonia oder Palmen der Gattung Trachycarpus. In ihrer Frostresistenz unterscheiden sich die verschiedenen Arten jedoch mitunter erheblich voneinander. Die Washingtonia beispielsweise widersteht Temperaturen bis -8 °C, die Chinesische Hanfpalme, Trachycarpus fortunei, hingegen bis zu -18 °C. Ungeschützt indes vertragen fast alle Arten keine längeren Frostperioden. Ein geeigneter Winterschutz sollte also von vornherein bedacht werden.

Kübelpflanzen sollte man schon im Herbst mit Folie umwickeln, so können sie längere Zeit draußen stehen bleiben. In aller Regel muss man sie aber in zu harten Wintern dennoch rein holen und in der Wohnung ein geeignetes Plätzchen zum Überwintern für sie finden. Die eigentlich sehr robuste Washingtonia ist in einem solchen Fall besonders empfindlich, denn bei zu trockener Luft in der Wohnung geht sie schnell ein.
Die wenige Sonne, die wir den Pflanzen im Winter zumuten müssen, vertragen sie für die absehbare Zeit meist gut. Allerdings müssen sie nach dem Winter erst wieder an die Sonne gewöhnt werden. Sie sollten im Frühling also nicht direkt in die Sonne gestellt werden und im Halbschatten die Möglichkeiten bekommen, sich langsam wieder umzugewöhnen.

Auspflanzen

Wer seine Palme in den Garten pflanzen möchte, ist gut beraten, schon beim Einpflanzen an den richtigen Winterschutz zu denken. Im Idealfall wählt man ein sonniges Plätzchen auf der Südseite, dann kann auch die schwache Wintersonne noch ein paar wärmende Strahlen schicken. Zusätzlich sollte man das Loch beim Einpflanzen an den Seiten mit Hartschaumplatten auslegen. Kommen dann die kalten Tage, bindet man die Wedel vorsichtig zusammen und umwickelt die Pflanze mit Luftpolsterfolie, Bambusmatten oder Jutetücher. Zusätzlich bedeckt man die Fläche um den Stamm am besten mit einer mindestens 20 Zentimeter dicken Schicht aus Rindenmulch oder Tannenzweigen. Generell gilt, dass ältere Palmen besser zum Auspflanzen geeignet sind als jüngere. Und noch ein Tipp: Das Auspflanzen gelingt besser, wenn die Palme sich nach dem Kauf erst einige Tage in ihrer neuen Umgebung akklimatisieren kann.

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