Winterschutz für Kübelpflanzen

Kübelpflanzen © Jorge Salcedo - Shutterstock.com

Tagsüber sind die Temperaturen draußen noch recht angenehm. Dennoch solltest du im September deine Kübelpflanzen auf den Winter vorbereiten. Es handelt sich bei ihnen um mehrjährige Blütenpflanzen, die dir in jeder Gartensaison aufs Neue Freude bereiten. Welcher Winterschutz sich für deine Gewächse eignet und welche Pflegemaßnahmen bei den Kübelpflanzen noch anstehen, erfährst du im nachfolgenden Artikel.

Die Faszination der Kübelpflanzen

Die meisten Kübelpflanzen stammen aus mediterranen Regionen. Das Ziel vieler Gartenbesitzer besteht nämlich darin, sich ein wenig Urlaubsflair aus südlichen Ländern ins eigene Gartenreich zu holen. Vielleicht gedeihen auch auf deiner Terrasse oder auf dem Balkon

  • der Oleander
  • das Wandelröschen
  • der Hibiscus
  • die Bougainvillea

oder Kräuter wie

  • der Rosmarin
  • der Lavendel
  • beziehungsweise der Salbei.

In den Ursprungsländern der mediterranen Kübelpflanzen ist es ganzjährig warm. Hierzulande muss – besonders in rauen Lagen – im Monat September Vorsorge für den Winter getroffen werden, denn nachts wird es für die sensiblen Gewächse schon empfindlich kalt. Doch auch die robusteren unter ihnen, beispielsweise Immergrüne, Rosen oder Stauden im Kübel, brauchen einen Winterschutz.

Nicht mehr düngen

Normalerweise beziehen Pflanzen ihre Nährstoffe aus dem Boden. Steht der Garten in einem biologischen Gleichgewicht, reguliert sich die Nährstoffzufuhr beinahe von selbst. Herabfallende Blätter und abgestorbene Pflanzenteile bilden auf dem Boden eine Mulchschicht, die nach und nach verrottet und sich mithilfe von Bodenbakterien zu Kompost umwandelt. Im Kübel besteht so ein biologisches Gleichgewicht nicht. Zum einen, weil die Gefäße nur wenig Erde aufnehmen können, wodurch das Nährstoffangebot für die Kübelpflanzen sehr gering ist. Zum anderen fehlen wichtige Bodenbewohner, die die Qualität des Bodens verbessern. Allen voran der Regenwurm. Daher düngst du während der Wachstumsperiode deine Kübelpflanzen. In der kalten Jahreszeit legen die hiesigen Gewächse eine Wachstumspause ein. Während dieser regenerieren sie sich für das kommende Gartenjahr. Auch deinen Kübelpflanzen solltest du eine Ruhephase gönnen, damit sie sich erholen können und dich im nächsten Sommer mit neuer Blüte erfreuen. Damit die Gewächse in die Winterruhe gehen können, musst du das Nährstoffangebot drosseln. Ab September darfst du deine Kübelpflanzen aus diesem Grunde nicht mehr düngen.

Wassergaben sorgfältig dosieren

Im Hochsommer konntest du deinen Kübelpflanzen gar nicht genug Wasser geben, weil die wenige Erde im Kübel kaum Speicherkapazitäten bot und die Verdunstung über die Blätter sehr hoch war. Nun brauchen deine Kübelpflanzen weniger Wasser, denn während des Winters wachsen sie nicht. Je nach Standort werfen viele von ihnen sogar ihre Blätter ab, so dass sich das Risiko der Verdunstung des Gießwassers minimiert. Grundsätzlich solltest du diejenigen Kübelpflanzen nur sehr sparsam gießen, die an einem dunklen und kühlen Ort stehen. Diejenigen, die du in deiner Wohnung überwinterst, gießt du mäßig.

Kübelpflanzen vor dem Einräumen auf Schädlinge kontrollieren

Mediterrane Kübelpflanzen überwinterst du an einem frostfreien, möglichst kühlen Ort. Die meisten Gewächse stehen am liebsten nah am Fenster. Solche, die sich während des Winters in den Boden zurückziehen, können durchaus dunkel stehen. Zu diesen zählt unter anderem der Agapanthus. Bevor du deine Kübelpflanzen ins Winterquartier bringst, kontrollierst du sie auf Schädlinge. Schleppst du diese nämlich in den Winterstandort ein, vermehren sie sich kräftig und schädigen die ohnehin geschwächten Pflanzen. Falls du Blatt-, Schild- oder Schmierläuse feststellst, sammelst du sie je nach Stärke des Befalls ab oder du verwendest ein Schädlingsbekämpfungsmittel auf ökologischer Basis. Für Wurzelschädlinge kannst du Nematoden einsetzen, die du dem Gießwasser zugibst. Sie sorgen dafür, dass die Schädlinge alsbald absterben.

Bitte keinen Herbstschnitt!

Viele Gartenbesitzer begehen den Fehler, ihre Kübelpflanzen vor dem Einräumen zu schneiden. Diese Maßnahme klingt erst einmal logisch, schließlich möchte man im Haus so wenig Platz wie möglich für die Gewächse zur Verfügung stellen müssen. Doch schneidet man die Triebe jetzt, hat das gleich zwei negative Auswirkungen. Die Schnittflächen sind über einen längeren Zeitraum Wunden, die Keimen eine ideale Eintrittspforte in das tiefere Gewebe der Pflanzen bieten. Außerdem würden die Gewächse neu austreiben. Das möchtest du verhindern. Daher schneidest du deine Kübelpflanzen erst im Frühjahr. Falls du sehr große Gewächse wie den Oleander nur schwer unterbringen kannst, darfst du einzelne Triebe zurücknehmen. Bedenke aber, dass die neuen Austriebe im kommenden Jahr nicht blühen werden. Beschränke dich also schon aus diesem Grunde beim Rückschnitt. Abschneiden solltest du bei allen Kübelpflanzen abgestorbene und kranke Pflanzenteile.

Im Freien überwinternde Kübelpflanzen schützen

Einige weniger empfindliche Kübelpflanzen kannst du während des Winters im Freien belassen, wenn du sie gut einpackst. Dazu zählen beispielsweise die als winterhart beschriebenen Sorten von Bananen und Palmen, die du im Gartenfachhandel erwerben kannst. Wichtig ist, dass du sie im Wurzelbereich ausreichend schützt. Entweder lässt du dazu die Kübel ins Gartenbeet ein oder du umwickelst sie mit Noppenfolie und Jute beziehungsweise Vlies. Verzurre den Winterschutz gut, damit er auch stärkere Stürme übersteht. Um die Wurzelballen von unten zu schützen, stellst du die Kübel auf Styropor-Platten. Junge Pflanzen, die normalerweise winterhart sind, solltest du in den ersten Jahren im Winter zusätzlich schützen. Du kannst Tannenzweige zwischen ihre Triebe stecken oder die oberirdischen Pflanzenteile mit einem Vlies umhüllen. Eine Folie solltest du nicht verwenden, weil sie nicht luftdurchlässig ist und es dadurch zur Bildung von Kondenswasser kommen könnte. Falls du Hochstamm-Rosen im Kübel überwintern möchtest, musst du die Veredlungsstelle unterhalb der Krone besonders gut schützen.

Pflegemaßnahmen im Winterquartier

Während der Winterruhe brauchen deine Kübelpflanzen ein wenig Aufmerksamkeit. Kontrolliere sie immer wieder auf Schädlinge. Sammle abgefallene Blätter ab. An ihnen haften häufig Keime, die sich ansonsten in der Erde ausbreiten könnten. Gieße nie zu viel, sonst bildet sich im Boden Staunässe und die Wurzeln deiner Kübelpflanzen würden verfaulen. Außerdem würden sich Schimmelsporen auf dem Erdboden ansiedeln. Beuge vor, indem du erst wieder gießt, wenn sich die Erde trocken anfühlt. In denjenigen Räumen, in denen die Kübelpflanzen überwintern, drehst du die Heizung nie mehr auf als nötig. Sonst förderst du einen zu frühen Austrieb, der deine Pflanzen schwächen würde. Vergiss nicht das kurzzeitige Lüften des Winterquartiers, damit du für einen Luftaustausch sorgst. Achte aber darauf, dass deine Pflanzen dabei nicht im eisigen Windzug stehen. Decke sie gegebenenfalls währenddessen ab. Ab Mitte Mai stellst du die Kübelpflanzen ins Freie.

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