Wurzelsperre

Wurzel- und Rhizomsperren – Wann und wo werden sie benötigt?

Wie alle anderen Lebewesen auch, bilden Pflanzen ebenfalls verschiedene Organe aus. Neben dem Wurzelsystem, den Blättern, Blüten und dem Stengel, bei größeren Pflanzen bildet sich ein Stamm, entwickeln einige Planzen Rhizome. Dieses unterirdisch wachsende Organ, wird in der Botanik Sprossenachsensytem genannt. Es befindet sich dicht unter der Erdoberfläche, kann aber auch tief in den Boden hinab reichen. Das System sorgt sowohl für Standfestigkeit und die Stabilität der Pflanze, wie auch für die Speicherung von Wasser. Auch die Versorgung des Pflanzenorganismus mit Nährstoffen wird durch die Ausbildung des Rhizomsystems erhöht. Es ist ebenfalls ein Organ, über das Wasser, Assimilate und Nährstoffe innerhalb des Pflanzensystems transportiert wird. Die Rhizome sind Organe mit kurzen, verdickten Internoiden, wie sie z. B. als Kartoffeln oder Ingwerknollen zu kaufen sind. Vom Rhizom aus entwickeln sich Wurzeln in die Tiefe und nach oben bilden sich neue Pflanzentriebe aus. So entsteht im Wachstumsverlauf der Mutterplanze ein ganzes System, das im Falle vom Bambus ganze Bambuswäldern entstehen ließ. Auch Bäume wie z. B. Espen (Pappeln) bilden über das Sprossenachsensystem derartige Pflanzenverbünde. Weitere Beispiele für Pflanzen, die sich über Rhizome verbreiten, sind Farne, Moose, Maiglöckchen, Buschwindröschen, Lotus, Spargel, Efeu und Zyperngras. Bei Maiglöcken und Buschwindröschen kann in den Blumenbeeten ein buschiges Wachstum wünschenswert sein. Durch die stetige Vermehrung über Austriebe der Mutterpflanze entstehen ganze Blütenkissen, die das Auge des Betrachteres erfreuen. Auch Obststräucher wie die Himbeeren bilden Triebe in der Art eines Sprossenachsensystems. Dadurch werden aus den einzelnen Trieben stattliche Sträucher, die zur Erntezeit üppig Früchte tragen. Allerdings ist eine vorsichtige Kontrolle angezeigt, um einen Wildwuchs zu vermeiden. Aber in Garten auch so unerwünschter Pflanzenwuchs wie das Unkraut Grisch bilden Rhizome aus. Bei Spargel ist es ebenfalls notwendig, einen unerwünschten Austrieb zu unterbinden. In allen diesen Fällen soll grundsätzlich die Mutterpflanze erhalten bleiben und ein unkontrolliertes Vermehren unterbunden werden.

Zu berücksichtigen ist allerdings auch die Tatsache, dass diese Ausbildung von Sprossenachsensystemen einerseits dem Gärtner die Vermehrung dieser Pflanzenart erleichtert. Durch das Zerschneiden der Sprossenachsen entstehen kurze Rhizomstücke. Der Gärtner kann sie einfach in Erde einsetzten und in mehr oder weniger kurzer Zeit bildet sich eine neue Pflanze. Andererseits kann die Rhizombildung den Gärtner auch vor einige Herausforderungen stellen. Denn unkontrolliert bilden sich schnell unerwünschte Pflanzenkolonien und machen aus dem liebevoll geplanten Garten eine unübersichtliche kleine Wildnis. Besonders der Girsch kann dem Gärtner einige Probleme machen. Selbst beim Unkrautjäten entfernte Pflanzenteile hinterlassen im Boden meist noch Rhizome, die nach kurzer Zeit das Gartenbeet mit neuen Girschauswüchsen übersäen. Hier hilft nur ein wirksamer Unkrautschutz! Eine echte Abhilfe für unerwünschtes Austreiben bildet nur eine Sperre aus geeignetem Material gegen den unerwünschten Wurzelwuchs oder gegebenenfalls ein wirksamer Wurzelschutz für wichtige im Boden verlegte Leitungen..

Wofür werden Wurzelsperren benötigt?

Wie bereits erwähnt ist es empfehlenswert, den Wachstum von Mutterplanzen, die Rhizomsysteme entwickeln, zu beobachten, mit gärtnerischen Maßnahmen zu kontrollieren und in die gewünschten Formen zu lenken. Um die unerwünschten Austriebe bzw. Ruten dieser Pflanzenarten im Garten und in der Straßenrandbepflanzung unter Kontrolle zu halten, können sie abgeschnitten oder ausgerissen werden. Diese Maßnahmen sind allerdings nicht sehr nachhaltig. Sie helfen nur so lange, bis die Triebe sich erholt haben. Kaum sind sie wieder erstarkt, treiben sie erneut aus. Die Austriebe wachsen sogar durch enge Fugen zwischen Pflastersteinen oder kleine Risse im Beton. Sie entwicklen eine Kraft, die sie befähigt, die Pflasterung zu zerstören oder ganze Bodenplatten anzuheben. Die Triebe dieser Pflanzenarten sind äußerst hartnäckig und lassen sich kaum nachhaltig entfernen.

Die einzige wirklich wirksame Methode, diesen unerwünschten Auswüchsen Einhalt zu gebieten, sind Rhizomsperren. Von ganz besonderer Bedeutung kann der Einbau von Sperren gegen unerwünschten Wurzelwuchs werden, wenn vor dem Haus oder im Garten Bäume, Sträucher oder Blumenrabatten gepflanzt sind, die zur Rhizomausbildung neigen. Steht ein einzelner Baum aus der Gruppe der Alleebäume im Garten oder vor dem Haus, kann eine Rhizomensperre sehr gute Dienste tun. Auf Dauer werden Austriebe gebildet, die in der Lage sind, so starke Sprossenachsen zu bilden, die mit enormer Kraft selbst eine Straßendecke oder Gehsteige anheben können. Doch selbst der kleine und unscheinbar wirkende Efeu hat es in sich. Er treibt in die kleinsten Mauerritzen und ist in der Lage, sich durch die Hauswand bis ins Gebäude auszubreiten, wenn diesem Treiben nicht Vorschub durch Wurzelsperren geleistet wird. Natürlich kann der Gärtner versuchen, diesem Treiben durch das Eingraben von Planen aus Kunststoff Einhalt zu gebieten. Allerings empfiehlt es sich, nicht einfache Kunststoffplanen einzusetzen, sondern wirklich ausgezeichnete professionelle Wurzel- und Rhizomsperren zu verwenden. Durch eine Rhizomsperre wird die Mutterplanze daran gehindert, sich weiter ins Erdreich auszubreiten. Dabei werden zwei unterschiedliche Verfahren angewendet.

Gärtnerisch wird zwischen einer Rhizomsperre und einer Wurzelführung unterschieden. Mit einer Wurzelsperre wird verhindert, dass sich Wurzeltriebe horizontal zum Gewächs ausbreiten können. Eine Wurzelführung dagegen hat Rippen, die im Material integriert sind. Über diese Rippen wird die Wurzelentwicklung in die Tiefe geführt. So wird die unerwünschte horizontale Ausbreitung von Wurzel- und Rhizomtrieben effektiv verhindert. Der Einbau eines Wurzelschutzes, bei dem keine Wurzelführung stattfindet, ist angezeigt, wenn der Abstand zum Baum geringer als 2 m ist.

Über die gärtnerische Bedeutung hinaus wird der Einbau einer Sperre dann wichtig, wenn wichtige Leitungen, die unter einem Baum verlegt sind, geschützt werden müssen. Ungeschützte Wurzeltriebe können durch ihren Wachstum diesen Leitungen erhebliche Schäden zufügen.

Wie wird eine Wurzelsperre eingebaut?

Der Einbau einer Wurzel- oder Rhizomsperre ist denkbar einfach. Im Handel werden Planen aus Kunststoffen angeboten, die so stark sind, dass die Wurzeltriebe nicht hindurch wachsen können. Sie sind also deutlich stärker als Teichfolien, die leicht von den Austrieben durchbrochen werden und so Gartenteiche erheblich schädigen können. Die Stärke der Kunststoffe beträgt 2 mm und ist damit entschieden dicker als eine Teichfolie.

Für die Verlegung der Sperre gegen unerwünschten Wurzelwuchs muss die Erde entsprechend tief ausgehoben werden. Dazu wird für eine bereits bestehende Bepflanzung ein Graben angelegt. Wird eine Neupflanzung angelegt, kann bereits jetzt die Ausweitung durch die Tiefe des Aushubs begrenzt werden. Der Durchmesser des Aushubs sollte so berechnet werden, dass die Pflanze genug Platz hat, ihrem zukünftigen Wurzelwachstum gerecht zu werden und ausreichend Platz bietet. Damit sind dem zukünftigen Pflanzenwachstum bereits die notwendigen Grenze vorgegeben. Das Hdpe Material wird wie ein Ring angelegt und mit einer Verschlussschiene zusammengeführt. Die Verschlussschiene funktioniert wie eine Klemmschiene und bietet dem Wachstum ebenso wie die für die Auslegung des Aushubs verwendeten Kunststoffe keine Möglichkeit, sie zu durchbrechen.

Wie tief muss eine Wurzelsperre für die verschiedenen Pflanzenarten gesetzt werden?

Die Tiefe, in der eine Rhizomensperre angelegt werden muss, variiert in Abhängigkeit der Bepflanzung, um die es geht. Bei Bäumen sollte die Tiefe für eine Wurzelführung mindestens 2 m unterhalb des Baumes und einen Umkreis von 2 m um den Baum betragen. Um eine Leitung zu schützen, ist eine Tiefe und ein Abstand zur Leitung von mindestens 300 mm unterhalb der Leitung betragen. Soll ein Baum über einer Leitung gepflanzt werden, müssen die entsprechenden Voraussetzungen geschaffen werden. Das heißt, oberhalb des Grabens, durch den die Leitung verläuft und über dem die Rhizomensperre verlegt wird,, muss mindestens 800 mm Raum gelassen werden. So hat die Bepflanzung noch genügend Platz, um Stabilität und Wurzeln für die Nährstoffaufnahme zu entwicklen.

Wird eine Rhizomensperre für einen Bambushain benötigt, gelten klare Grundsätze. Um die Bambusgruppe oder Einzelpflanze muss ein Graben von mindestens 600 mm tiefe gezogen werden. Diese Tiefe reicht aus, denn der Bambus wurzelt flach und treibt nicht in dieser Tiefe. Als Fläche für einen bis zu 7 m in die Höhe wachsenden Bambusart wird eine Grundfläche von ca. 3 bis 4 qm angenommen. Für höher wachsende Bambussorten muss eine drei- bis fünffache Grundfläche berechnet werden. Dann wird die Folie aus Kunststoff in den Graben gezogen. Dabei ist darauf zu achten, dass die Folie noch mindestens 5 cm aus dem Boden herausragt. So ist gewährleistet, dass die Bambusrhizome nicht über den Folienrand wachsen und der Bambushain sich doch in unerwünschtem Umfang ausbreiten kann. Eine Aluschiene verschließt die so ausgelegte Folie.. Zum Schluss wird der Graben wieder mit Erde aufgeschüttet und die Folie angetreten.

Wird die Rhizomensperre nachträglich für einen bereits angewachsenen Bambushain angelegt, muss der Graben mit einem Mindestdurchmesser von 1 m, besser 2 m zum Bambushain und ebenfalls in 60 cm Tiefe angelegt werden. Verschlossen wird die Folie ebenfalls mittels einer Versschlußschiene. Sämtlicher unerwünschter Pflanzennachwuchs muss ausgegraben werden. Ein Ausjäten reicht auf keinen Fall aus, denn Wurzelteile verbleiben dabei in der Erde und treiben im nächsten Frühjahr wieder neu aus. Die ausgegrabenen Wurzelteile sollten nicht auf den Kompost gebracht werden. Dort wurzelt der Bambus im nährstoffreichen Boden sehr schnell wieder und wächst zu einem neuen, aber höchst unerwünschten Bambushain heran. Die Alternative ist, das Wurzelwerk beim Recyclinghof zu entsorgen.

Welche Arten der Wurzelsperren werden angeboten und aus welchem Material bestehen sie?

Für die verschiedenen Pflanzenarten werden ganz unterschiedliche Wurzelsperrren angeboten. So erfordert eine gute Rasenpflege eine ganz andere Herangehensweise als beispielsweise Himbeeren. Denn auch Rasen bildet Wurzeln, die im Zaum gehalten werden müssen. Für die Rasenpflege werden Wurzelsperren aus Metall angeboten. Sie verhindern, dass der Rasen sich in die Blumenbeete oder auf den Wegplatten ausbreitet. Dazu werden Metallschienen aus verzinktem Stahl, Edelstahl, Aluminium oder Metallschienen in Rost-Optik senkrecht so in die Erde eingelassen, dass damit der erwünschte Rahmen für den Rasenwuchs vorgegeben wird. Ebenfalls gute Dienste tun Profile oder Folien aus Kunststoff, die als Randbegrenzung für Rasenflächen eingesetzt werden können. Damit die Rasenwurzeln sich nicht über die Profile hinaus doch auf Wege oder in Beete ausbreiten können, müssen die Profile einige Zentimeter über den Boden hinausragen.

Für Obststräucher wie Himbeeren ist ebenfalls empfehlenswert, eine geeignete Wurzelkontrolle in den Boden einzubauen. Denn dieser Obststrauch aus der Familie der Rosenhölzer treibt seine Wurzeln in einem Umkreis von 2 m aus. Sie sind dabei so stark, dass sie keinen weiteren Pflanzenwuchs in diesem Bereich ermöglichen. Um dem Wildwuchs vorzubeugen, bieten sich die gleichen Folien und Methoden an, wie sie auch beim Bambus angewendet werden. Die Anlage einer Wurzelsperre sollte bereits vor dem Pflanzen der Himbeeren erfolgt sein. Eine nachträgliche Anlage ist zwar möglich, aber bedeutet deutlich mehr Arbeitsaufwand. Allerdings wurzeln Himbeeren flacher als Bambus und daher ist eine Tiefe von bis zu 40 cm ausreichend.

Bei den Folien, die für Wurzelsperren eingesetzt werden, handelt es sich um 70 cm breite Bahnen aus HDPE Kunststoffen. Dieses Material ist wiederstandsfähig und kann nicht durch Chemikalien oder Lösungsmittel beschädigt werden. Es ist sowohl säure- wie auch laugenresistent und auch Salz kann ihm nichts anhaben. Schimmel und Mikroorganismen haben bei HDPE Kunststoffen ebenfalls keine Angriffsflächen. Verbunden werden die Folienenden mit einer Alu-Schiene, die zusammengeschraubt wird. Die Schiene selbst kann ebenfalls von Wurzeltrieben nicht durchwachsen werden. Methoden, die den Wurzel- bzw. Rhizomwuchs zum Schutz von Leitungen eingesetzt werden, ist bei der Materialwahl darauf zu achten, dass es wasserundurchlässig ist. Diese Materialien sind flexibel. Sie werden einseitig oder auf beiden Seiten beschichtet angeboten. Damit ist für die Sicherheit der Drainage und der Kanalisation vor dem Wurzelwuchs bestens gesorgt. Für die am Markt angebotenen Produkte wird eine Herstellergarantie von 25 Jahren auf die Materialbeständigkeit gewährt.

Dabei zeichnet sich der Anbieter DuPont mit einer entsprechenden Produktpalette für den Einsatz in diesem Bereich aus. Im Hause DuPont werden seit 200 Jahren Materialien und Produkte auf Basis von wissenschaftlichen Erkenntnissen entwickelt. Im Vordergrund der Unternehmensstrategie stehen innovative Lösungen mit nachhaltigen Wirkungen auf die Umwelt. Mit dem neuen Produkt Plantex root protector von DuPont steht eine wasserdurchlässige Wurzelsperr-Folie im Angebot. Diese wasserdurchlässige Wurzelschutzfolie zeichnet sich im Vergleich mit anderen wasserdurchlässigen am Markt angebotenen Schutzfolien durch eine höhere Widerstandsfähigkeit gegen Wurzeln aus. Die Materialfasern sind besonders fein und weisen eine ganz besondere Struktur auf, die einen besonderen Schutz vor Durchwurzelung garantieren. Das Material gewährleistet außerdem das ungehinderte Versickern von Regenwasser im Boden. Diese Eigenschaft vermeidet den Aufbau von Wasserdruck im Boden und erhöht die Stabilität von Bauteilen.

Die wasserundurchlässige Wurzelsperr-Folie „Plantex Wurzelsperre“ dagegen bietet optimalen Schutz für Kabelsysteme und Leitungen, die unterirdisch verlegt werden. Dabei legt die Firma DuPont größten Wert darauf, mit der Marke Plantex eine Produktserie anzubieten, die den hohen Ansprüchen der Artenvielfalt und dem Bedürfnis nach natürlicher Umweltgestaltung Rechnung trägt. Das wasserundurchlässige Material mit besonders hochwertigem Vlies aus dem Hause DuPont beschichtet. Selbst aggressiver Wurzelwuchs wird dadurch gestoppt. So werden Terrassen, gepflasterte oder asphaltierte Flächen bestens geschützt. Kanalisation, Drainagen und Kabel- wie auch Leitungssysteme können nicht mehr durch Wurzelwachstum beschädigt werden. Beide Plantex-Produkte können einfach und schnell ohne viel vorbereitende Arbeiten eingesetzt werden. Über viele Jahre hinweg ist somit ein sicherer Schutz gewährleistet.

Windhager Wurzelsperre Rootblock, Wurzelsperrvlies, Schutz vor unkontrolliertem Wurzelwachstum; Starkes HDPE-beschichtetes GEO-Gewebe; 0,66x5m
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2 Kommentare

    • Hallo,
      prinzipiell lieber zu tief als zuwenig. Die normalen 60cm Wurzelsperren sollten aber vollkommen ausreichen.
      Lieben Gruß
      Andreas

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