Kartoffeln anpflanzen- alle Infos rund um die beliebte unterirdische Knolle!
Inhaltsverzeichnis
Herkunft, Bedeutung und Verbrauch der Kartoffel
Die aus Amerika stammende Kartoffelknolle, auch als Erdapfel bezeichnet, ist eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel weltweit. Jährlich werden fast 400 Millionen Kartoffeln weltweit verzehrt. Kartoffeln sind Nachtschattengewächse.
Selbst im kleinsten Garten und in Jutesäcken auf dem Balkon- Kartoffelanbau erfreut sich zunehmender Beliebtheit.
Rotschalige, festkochende und mehlige Kartoffelsorten sind sehr beliebt.
Es gibt Frühkartoffeln, mittelfrühe und späte Sorten.
Egal ob als Hauptgericht oder Beilage, der Nährwert der Kartoffel ist hoch, sogar der Gehalt an Vitamin C. Als Futtermittel und Industrierohstoff finden Erdäpfel ebenso Verwendung.
Ausgetriebene Küchenkartoffeln versus Saatkartoffeln aus dem Fachhandel
Während die einen einfach ältere Küchenkartoffeln austreiben lassen, kaufen die anderen Saatkartoffeln im Fachhandel zur Aussaat. Das Vorkeimen der Gemüseknollen dauert mehrere Wochen, bei Licht und warmen Zimmertemperaturen.
Kartoffeln vorkeimen
Vorkeimen ist der einfachste Weg zu einer früheren und größeren Ernte — es bringt zwei bis drei Wochen Vorsprung.
Etwa vier bis sechs Wochen vor dem Pflanztermin legst du die Saatkartoffeln in flache Kisten oder Eierkartons, mit der Seite nach oben, an der die meisten Augen sitzen. Der Platz sollte hell und kühl sein, bei 10 bis 15 °C. Zu warm und zu dunkel führt zu langen, blassen Trieben, die beim Pflanzen abbrechen.
Richtig vorgekeimte Knollen haben kurze, kräftige, grünlich-violette Triebe von ein bis zwei Zentimetern. Sie vertragen den Umzug ins Beet deutlich besser als ungekeimte.
Sortenwahl: früh, mittelfrüh oder spät?
- Frühkartoffeln — ab April pflanzen, Ernte ab Juni. Dünnschalig, nicht lagerfähig, für den sofortigen Verzehr.
- Mittelfrühe Sorten — der Standard für den Hausgarten, Ernte August bis September, gut lagerfähig.
- Späte Sorten — Ernte ab September/Oktober, die besten Lagereigenschaften über den Winter.
Quer dazu steht der Kochtyp: festkochend für Salat und Bratkartoffeln, vorwiegend festkochend als Allrounder, mehligkochend für Püree, Suppen und Klöße.
Kartoffeln im Pflanzsack und Hochbeet
Kartoffeln brauchen kein Beet. Im Pflanzsack ab etwa 40 Litern funktioniert der Anbau auch auf Balkon und Terrasse:
- Sack zu einem Drittel mit lockerer, humusreicher Erde füllen
- Zwei bis drei vorgekeimte Knollen einlegen und mit 10 cm Erde bedecken
- Sobald die Triebe 15 bis 20 cm hoch sind, Erde nachfüllen — bis der Sack voll ist
- Gleichmäßig feucht halten, im Hochsommer täglich prüfen
Das schrittweise Auffüllen ersetzt das Anhäufeln im Beet: An den verschütteten Stängelabschnitten bilden sich zusätzliche Knollen.
Auspflanzen der Saatknollen im Frühling und Frühsommer
Viele Hobbyzüchter stecken ihre angekeimten Erdäpfel erst ab Mai, nach den Eisheiligen, in die Erde um ein frostbedingtes Absterben der Triebe zu vermeiden.
Pro Kartoffel wird mit einer kleinen Gartenschaufel ein ausreichendes Loch gegraben, sodass die Knolle komplett bedeckt ist, in ca. 15 cm Abstand wird die nächste Knolle gesteckt. Ausgekeimte Triebe sollen stets nach oben zeigen.
Entwicklungsphasen der Pflanze bis zur Ernte
Es dauert mehrere Monate bis aus den Trieben grüne Blätter sprießen und die Knospen daran weiß blühen. Erst wenn die Blüten verblüht und die Blätter verwelkt sind, kann man vorsichtig einzelne Kartoffeln ausgraben und prüfen ob sie schon ausgereift sind.
Mit einer Grabgabel oder per Hand werden Erdäpfel geerntet. Man gräbt sie vorsichtig aus. Im Idealfall erntest du pro gesetzter Knolle 7 frische Kartoffeln bzw. 500 Gramm bis 1 Kilo Knollen.
Ein Tipp: Regelmäßiges Anhäufeln verbessert die Ernte erheblich. Das heißt: Die Erdhügelchen um die einzelnen Knollen solltest du regelmäßig erhöhen. Die Erntesteigerung funktioniert nach dem Prinzip von Hochbeeten.
Achtung: Im Sommer sollte man die letzten Knollen Anfang Juni in die Erde stecken.
Dann kannst du je nach Wetterlage, Bodenbeschaffenheit und Wasserzufuhr schon ab Mitte September mit einer Ernte rechnen. Im Zweifelsfall lieber 2 Wochen länger zuwarten bis die Gemüseknollen voll ausgereift sind.
Pflanzpartner für die Kartoffelknolle
Gute Pflanzpartner für Erdäpfel sind Karotten, Zwiebeln, Sellerie oder rote Beete.
Der Anbaustandort sollte regelmäßig gewechselt werden. So wird eine gute Nährstoffversorgung der Pflanzen und ein gesundes Wachstum gewährleistet.
Schädlinge im Kartoffelanbau
Krautfäule und Knollenfäule sind gefürchtete Krankheiten. Manchmal liegt es am Kartoffelkäfer oder am heißen Wetter wenn die Ernte schlecht ausfällt.
Krautfäule tritt meist ab Juni auf wenn das Wetter sehr feucht ist. Die Blätter kriegen braune und graue Flecken, sehen an der Unterseite schimmlig aus.
Im Bioanbau wird der Befall mit kupferhaltigen Fungiziden behandelt.
Resistente Sorten gibt es leider kaum.
Knollenfäule tritt wesentlich seltener auf, meist erst bei der Lagerung.
Düngen von Kartoffelpflanzen
Verwende am besten Kuhdung, Pferdemist, Kompost oder Brennesseljauche zum Düngen.
Auf chemische Dünger solltest du weitgehend verzichten.
Kompost ist ideal, du kannst ihn aus abgestorbenen Resten von Gemüse, Obst und Gartenabfällen gewinnen. Er beinhaltet viele Mineralstoffe und versorgt den Boden optimal. Alternativ erhälst du hochwertige Pflanzerde im Gartencenter oder bei deiner Stadtverwaltung.
Viel Erfolg beim Eigenanbau und beim Experimentieren mit der Kartoffelernte und den verschiedenen Sorten!
Am Saisonende nicht vergessen ein Kartoffelfeuer zu machen. Das lieben nicht nur Kinder, es ist ein schönes Ernteritual am Ende vom Erntejahr, stimmungsvoll, lecker und gesellig. Arbeit und Vergnügen ergänzen sich so wunderbar und du kannst der Erde für die Ernte danken.
Kartoffeln ernten
Der richtige Zeitpunkt hängt davon ab, was du willst:
- Frühkartoffeln werden geerntet, solange das Kraut noch grün ist — etwa zur Blüte. Die Schale ist dann dünn und lässt sich mit dem Daumen abreiben. Diese Knollen sind nicht lagerfähig.
- Lagerkartoffeln brauchen Geduld: Erst wenn das Kraut vollständig vergilbt und abgestorben ist, ist die Schale fest. Warte danach noch zwei bis drei Wochen — in dieser Zeit reift die Schale aus, und genau das entscheidet über die Haltbarkeit.
Ernte an einem trockenen Tag. Steche die Grabegabel mit Abstand zur Pflanze ein und hebe die Knollen von außen an, sonst durchsticht man sie. Lass die Kartoffeln einige Stunden abtrocknen, aber nicht in der prallen Sonne — Licht macht sie grün.
Kartoffeln richtig lagern
Vier Bedingungen entscheiden, ob die Ernte bis zum Frühjahr hält:
- Dunkel. Licht lässt Kartoffeln ergrünen; dabei bildet sich Solanin, das giftig ist. Grüne Stellen großzügig wegschneiden.
- Kühl, aber frostfrei — ideal sind 4 bis 8 °C. Im Kühlschrank ist es zu kalt: Unter 4 °C wandelt sich Stärke in Zucker um, die Kartoffeln schmecken süßlich.
- Luftig. Holzkisten oder Jutesäcke statt Plastik, sonst entsteht Kondenswasser und die Knollen faulen.
- Getrennt von Äpfeln. Deren Reifegas Ethylen lässt Kartoffeln vorzeitig austreiben.
Sortiere vor dem Einlagern beschädigte Knollen aus — eine faulende steckt den ganzen Vorrat an. Prüfe den Bestand über den Winter regelmäßig.
Häufige Fragen
Kann ich Kartoffeln aus dem Supermarkt pflanzen?
Möglich, aber nicht empfehlenswert. Speisekartoffeln sind oft mit Keimhemmern behandelt und können Krankheiten übertragen. Zertifizierte Saatkartoffeln sind virusfrei und bringen zuverlässigere Erträge.
Warum muss ich Kartoffeln anhäufeln?
Zwei Gründe: An den verschütteten Stängelteilen bilden sich zusätzliche Knollen, und die Erdschicht schützt die oberen Knollen vor Licht — also vor dem Ergrünen und der Solaninbildung.
Wie viele Kartoffeln bringt eine Pflanze?
Je nach Sorte und Versorgung 8 bis 15 Knollen, im Gewicht etwa das Achtfache der Saatknolle. Für 10 kg Ertrag rechnet man mit rund 1,25 kg Saatgut.

