Tomaten pflanzen

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Das Anbauen von Obst und Gemüse liegt im Trend, hierzu gehört auch das Ziehen von eigenen Tomaten. Dabei gibt es jedoch einige Dinge zu beachten, um die Pflanzen ideal zu züchten und eine ausgewogene Ernte zu erhalten. Zunächst wollen wir die Tomate an sich jedoch etwas genauer beschreiben und erklären woher sie ursprünglich kommt.

Allgemeines über Tomaten

Ihren Ursprung hat die Pflanze in Südamerika, in der Andenregion. In früheren Zeiten war die Tomatenfrucht noch nicht so groß wie heute, sondern ähnelte eher einer Kirschfrucht.
Diese wurden, vor allem durch die Azteken und Mayas, weiterentwickelt und so größere Früchte gezüchtet. Den Weg nach Europa fand das beliebte Gemüse dann mithilfe des bekannten Seefahrers Christopher Kolumbus.

Damals war die Schale der Früchte noch gelblich, auch deshalb waren die Einwohner skeptisch und scheuten sich sie zu probieren, da sie sich davor fürchteten, vergiftet zu werden. Ein Mythos war auch, dass die Pflanze der Auslöser für den damals umgehenden Liebeswahn war. In Italien, im 16. Jahrhundert, wurden dann die ersten Tomatenpflanzen kultiviert. Von nun an gelang die beliebte Pflanze dann auch nach Nordeuropa, in Deutschland begann der erste richtig erwerbsmäßige Anbau jedoch erst im Jahr 1890. Heutzutage ist die Tomate das am meisten verzehrte Gemüse Deutschlands.

Wann sollten junge Tomatenpflanzen gesetzt werden?

Da die kleinen Pflänzchen keinen direkten Frost vertragen, sollten sie erst nach den sogenannten Eisheiligen (also erst nach dem 15. Mai) gesetzt werden. Diese Regel gilt jedoch nur für solche Pflanzen, die auch nach draußen ins Feld gepflanzt werden sollen. Bei denjenigen, die in Kübel oder Töpfe gepflanzt werden sollen, kann dieser Schritt auch schon früher geschehen. Sollte es doch noch einmal sehr kalt werden, sollten die Töpfe oder Kübel nah an die Hauswand gestellt werden, möglich ist es auch, sogenannte Vlieshauben als Schutz vor dem Frost zu nutzen.

Tomatensetzling wird eingepflanzt

Wann sollten Tomatensamen ausgesät werden?

Wenn man sich dazu entscheidet, selbst im heimischen Garten anzubauen, gibt es neben der Möglichkeit fertige kleine Pflanzen zu kaufen, auch die, des eigenen Aussäens von Tomatensamen. Der Vorteil liegt hier klar auf der Hand, denn auf Wunsch können auch verschiedene Sorten eingesät werden. Zudem kann hier auch Geld gespart werden, denn die Samen sind deutlich günstiger als die kleinen Setzlinge. Es empfiehlt sich das jeweilige Saatgut möglichst im Frühjahr, um den Februar herum, zu kaufen, da gerade seltene Sorten teilweise sehr schnell ausverkauft sind.

Die Pflänzchen benötigen sehr viel Licht und möglichst auch Wärme, daher sollten die Samen nicht vor Ende Februar ausgesät werden. Fehlt es ihnen an Licht besteht die Gefahr, dass sie vergeilen, was bedeutet, dass sich lange, aber auch brüchige Stiele bilden an denen kleine grüne Blätter wachsen. Sollen die Samen jedoch in Töpfen oder Kübeln hochgezogen werden, sollte noch länger gewartet werden, ungefähr Anfang oder noch besser Mitte März wird hier empfohlen.

Warum platzen Tomaten?

Häufig ist ein Phänomen zu beobachten, und zwar, dass die Früchte kurz vor der Ernte aufplatzen. Für Laien ist dies nicht ganz logisch und auch etwas ärgerlich, doch was steckt dahinter, beziehungsweise was ist die Ursache hierfür? Ein Grund für das Platzen von Tomaten ist, dass sie zu viel Wasser bekommen haben. So können die Blätter nicht ausreichend Wasser verdunsten während die Wurzeln zuviel aufgesaut haben. Auch eine nicht passende Düngung, vor allem mit zu viel Stickstoff, kann der Grund für das Platzen der Früchte sein.

Obwohl Tomatenpflanzen sehr gerne viel Licht und Wärme genießen, kann eine zu hohe Sonneneinstrahlung ebenfalls die Ursache für das Platzen sein. Auch wenn sie extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt sind, kann es dazu kommen. Auch hier kann der oben erwähnte Gartenvlies für Schutz sorgen.

Geplatzte Pflanzen verwerten

Sind die Früchte einer Tomatenpflanze geplatzt, ist das zwar ärgerlich, aber dennoch können sie auch verwertet werden. Eine sinnvolle Idee ist, es sie zu trocknen und so leckere Speisen herzustellen. Zuvor sollten diese jedoch genau untersucht werden, denn ist in den Rissen bereits Fäulnis vorhanden, sollten die betroffenen Früchte entsorgt werden. Für die Verwertung spielt es keine Rolle, ob die Früchte noch heile oder bereits geplatzt sind. Zunächst müssen diese in etwas dickere Scheiben geschnitten und die Kerne entfernt werden. Als nächstes werden die Scheiben auf ein Backblech, auf dem zuvor Backpapier ausgerollt wurde, gelegt. Nun werden diese mit Salz und Pfeffer gewürzt, um später ein leckeres Aroma zu erhalten.

Anschließend wird das Blech in den Backofen gegeben und die Scheiben bei ungefähr 100 Grad sieben bis acht Stunden getrocknet. Nach dieser Zeit können frische Kräuter, wie zum Beispiel Basilikum, Petersilie oder Schnittlauch auf die Tomatenstreifen gestreut werden. Eine weitere Möglichkeit ist es, die fertig getrockneten Streifen in Olivenöl einzulegen, so werden sie länger haltbar gemacht. Verzehrt werden können diese pur, auf einem leckeren Brot, als Beilage auf einer selbst gebackenen Pizza, als Vorspeise (Antipasti), oder auch als Beilage zu diversen Speisen.

Wie werden Tomaten gedüngt?

Um den frisch gesetzten Pflanzen ein schnelles und kraftvolles Wachstum zu gewährleisten, benötigen sie, neben einem hellen und sonnigen Standort auch eine regelmäßige Düngung. Häufig wird in einem Bauerngarten oder auch Strebergarten hier zumeist auf ein natürliches Düngemittel gebaut. Neben chemischen, zu kaufenden Produkten, ist hier zu empfehlen, selbst angelegten Kompost als Dünger zu verwenden. Denn dieser ist nicht mit unnatürlichen Substanzen durchsetzt und nebenbei auch noch kostenlos. Zudem werden so die Gartenabfälle, wie Rasenschnitt oder einfach abgefallene Blätter, sinnvoll verwertet.

Chemische Produkte hingegen sollten vor allem Stickstoff, Phosphor und Kalium enthalten, die die Tomatenpflanze aufnimmt. Ersteres sorgt dafür, dass die Blätter ideal wachsen, die beiden anderen Inhaltstoffe unterstützen die Früchte beim Wachsen. Gedüngt werden müssen sowohl Freiland- als auch Kübeltomaten. Bei der chemischen Düngung sollte direkt beim Einpflanzen und dann erst wieder 4 Wochen später gedüngt werden. Meist kann erst nach der zweiten Düngung ein verbessertes Wachstum festgestellt werden. Von diesem Zeitpunkt an kann jede zweite Woche gedüngt werden. Es gibt jedoch auch Tomatensorten, die weniger Dünger benötigen, um auf der sicheren Seite zu sein, sollte zu diesem Thema ein Fachverkäufer oder die Verkaufsverpackung zu Rate gezogen werden. Allgemein wird jedoch gesagt, dass der natürliche Kompost-Dünger besser und gesünder für die Pflanzen ist, als jeder chemische Dünger.

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Umstritten – Das Ausgeizen

Eine teilweise sehr umstrittene Arbeit an Tomatenpflanzen ist das sogenannte Ausgeizen. Der Name lässt zunächst nicht darauf schließen, worum es sich hierbei genau handelt. Eigentlich beschreibt dieser Vorgang einfach das Abtrennen von kleinen Trieben an den Pflänzchen, genannt werden diese auch Geiztriebe. Dies geschieht durch Abknicken / Abbrechen oder auch Abschneiden. Ziel ist es, einen gerades und schlankes Pflanzenwachstum zu erhalten, was gerade Menschen erreichen möchten, die auf diversen Veranstaltungen teilnehmen, auf denen Preise für diverse Pflanzen vergeben werden. Für den Hobbybauern kommt diese Maßnahme jedoch nicht infrage. Denn ohne das Ausgeizen wächst die Pflanze natürlicher und wird buschiger.

Was gibt es für Tomatenkrankheiten?

Leider gibt es auch einige Tomatenkrankheiten, die das Wachstum stören oder auch die ganze Pflanze befallen können. Die sogenannte Frucht- und Stängelfäule sorgt dafür, dass bei älteren Pflanzen das Rindengewebe absinkt und sich zumeist schwarz färbt. Häufig ist auch zu beobachten, dass die Pflanzen zu welken beginnen und die Blätter sich gelb färben. Die Krankheit entsteht durch einen Pilz, der sich an einer beschädigten Rinde einnisten kann. Vermeiden kann man sie, indem man die Samen von eventuell erkrankten Früchten nicht für das Aussäen nutzt, helfen kann auch ein regelmäßiger Fruchtwechsel.

Die Kraut- und Braunfäule hingegen sorgt dafür, dass auf älteren Blättern grüne oder auch graue Flecken entstehen, teilweise werden diese auch schwarz. Schaut man sich die Unterseite der Blätter an, kann ein grau gefärbter Pilzbelag gesehen werden. Bei dieser Erkrankung besteht die Gefahr, dass sich der Befall sehr schnell ausbreitet und die betroffenen Blätter dann letztlich abfallen. Auch an den Früchten ist diese zu erkennen, denn hier bilden sich braune harte Flecken, die sich ins Innere ziehen.

Ist das der Fall, sollten die Früchte nicht mehr verzehrt werden. Zumeist entsteht solch ein Pilz bei warmen oder auch feuchten Wetterbedingungen, teilweise auch bei starkem Tauwetter. Aus diesem Grund ist es wichtig, um die Krankheit zu vermeiden, dass die Stängel und auch die Blätter möglichst trocken sind. Hierfür ist es wichtig, dass die einzelnen Pflänzchen einen nicht zu geringen Abstand zueinander haben, so wird gewährleistet, dass die Blätter nach Regen wieder schnell abtrocknen können. Häufig wird daher auch ein speziell für diese Zwecke geeignetes Überdach oder Gewächshaus genutzt.

Eine weitere häufig auftretende Krankheit ist die sogenannte Löffelblättrigkeit. Der Name kommt daher, dass sich die Blätter bei Befall in Form eines Löffels zusammenrollen. Hier ist jedoch kein Pilz oder ein anderer Schädling die Ursache, sondern eine zu hohe Konzentration an Nährstoffen im Boden. Auch das oben beschriebene Ausgeizen kann hierfür verantwortlich sein, wenn dies zu stark oder falsch durchgeführt wird. Auch Trockenheit kann dafür sorgen, dass sich die Blätter auf diese Weise zusammenrollen. Die Früchte werden hierdurch jedoch nicht betroffen und beschädigt, sodass keine Ertragsverluste zu erwarten sind.

Weitere häufig auftretende Krankheiten an Tomatenpflanzen sind

  • die Dürrfleckkrankheit -> runde, braune Flecken auf den unteren Blättern
  • echter Mehltau -> weiße Pilze an Stängel und Blättern
  • Grauschimmel -> grüner, brauner Pilzbefall an den Stängeln und Blättern
  • Befall mit der weißen Fliege -> Pflänzchen im Gewächshaus bekommen klebrigen Belag auf Früchten und Blättern
  • Blütenendfäule -> Mangel an Kalzium führt zu Verfärbungen der Früchte
  • Grün- oder Gelbkragen -> Früchte reifen, aber werden nicht richtig rot, ein grüner „Kragen“ bleibt zurück
  • Aufplatzen der Früchte (wie oben beschrieben)
  • Kälteschaden -> zwischen den Blattadern sind Verfärbungen zu erkennen, die Blätter verfärben sich braun und trocknen aus
  • Magnesiummangel -> untere und mittlere Blätter verfärben sich gelblich.
[Gesamt:2    Durchschnitt: 2/5]

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