Agapanthus

Diese ursprünglich aus Afrika stammende Pflanze, umgangssprachlich meist als Schmucklilie oder Liebesblume bezeichnet, gehört sicherlich zu den schönsten und lohnendsten Kübelpflanzen. Im Grunde darf er sogar in keiner vollständigen Kübelpflanzensammlung fehlen. Aufgrund seiner sattgrünen, schwertförmigen Blätter ist der Agapanthus eine beliebte Zierpflanze in öffentlichen Parks, Gärten und Orangerien. Hier wird er oft zur Säumung von Wegen, als große Solitärpflanzen oder in Kombination mit Heckenpflanzen und Stauden eingesetzt.
Der Hauptgrund für seine Anschaffung werden jedoch in der Regel die regelmäßig im Spätsommer erscheinenden Blütendolden sein, die je nach Variante hellblau, dunkelblau oder auch weiß sein können. Sie sind zudem besonders haltbar und machen den Agapanthus in den Monaten Juli und August für mehrere Wochen zum Blickfang.
Die Pflege der Schmucklilie ist nicht sonderlich schwer. Solange einige wichtige Grundregeln befolgt werden, sind diese Pflanzen nicht übermäßig anspruchsvoll.

Standort im Sommer und im Winter

Als Kübelpflanze gehört die Schmucklilie im Sommer unbedingt ins Freie. Zum lebenslangen Vegetieren im Zimmer sind diese stattlichen Gewächse nicht gedacht. Als Sommerstandort eignet sich vorzugsweise ein Ort, am dem die Pflanze ganztägig Sonne abbekommt. Doch auch an Standorten, an denen die Schmucklilie nur halbtags Sonne genießt (dann vorzugsweise in den Nachmittags- und Abendstunden), kann sie prächtig gedeihen und ihre Blütenpracht ausbilden. Abzuraten ist dagegen von schattigen Plätzen, da die Pflanze hier nicht optimal wachsen wird und – wenn überhaupt – nur kärgliche Blüten entwickelt.
Vor dem ersten Frost gehört der Agapanthus ins Haus zurück geholt, da er zu den kälteempfindlichen Kübelpflanzen gehört. Treten Erfrierungen auf, so sind diese nach einer kalten Nacht umgehend an den netzartig auf den Blättern hervortreten Äderchen erkennbar. Wer seine Pflanzen täglich begutachtet und mit ihnen vertraut ist, der wird diese Erscheinung sofort erkennen. Sie ist als deutlichen Anzeichen zu werten, dass die Planzen nicht mehr länger im Freien verweilen kann. Oftmals treten diese leichten Kälteschäden bereits bei Temperaturen auf, die noch leicht über dem Gefrierpunkt liegen! Aufgrund der großen Regenerationskraft des Gewächses sind solche Schäden aber auch nicht schlimm. Sollten die Blätter dagegen bereits matschig-durchscheinend wirken, so ist beim Einräumen der Pflanzen wirklich keine Zeit mehr zu verlieren. Verblühte Blütenstände sollten übrigens spätestens jetzt entfernt werden, indem man sie etwa eine handbreit über dem Ansatz abschneidet.
Zur Überwinterung sollte die Pflanze frostfrei und hell stehen. Insbesondere letzteres ist wichtig. Zwar gibt es auch Arten, die im Herbst ihre Blätter abwerfen und dann bei Dunkelheit überwintert werden können, doch handelt es sich dabei um Exoten und nicht um die hierzulande üblicherweise gehaltenen Varianten. Eine helle Veranda ist optimal, ein Keller mit Lichtschacht aber auch noch akzeptabel. Wenn das Winterquartier zu dunkel ist, um noch mühelos eine Zeitung zu lesen, so wird es auch für die Pflanze zu dunkel sein. Vor allem aber muss die Pflanzen vor Frost geschützt werden.

Wässerung

Die Pflanze möchte insbesondere im Hochsommer vor allem reichlich gewässert werden. Sie braucht während seines Sommeraufenthaltes im Freien täglich eine reichliche Ration Wasser. Die Wasserqualität ist dabei eher nebensächlich, solange nur in ausreichenden Mengen gegossen wird. Wie bei allen Kübelpflanzen ist eine Wassergabe am Morgen oder am Abend anzuraten und nicht während der heißen Mittagszeit. Das Wasser sollte bevorzugt auf die Wurzeln und nicht in das Blattwerk gegossen werden, da hier permanente Nässe zu Fäulnis führen kann. Dies soll jedoch nicht zu der Annahme verleiten, dass der Agapanthus in dieser Beziehung überempfindlich wäre. Solange die Pflanzen die Möglichkeiten haben, zwischen den Wässerungen wieder gründlich abzutrocknen, spricht auch nichts gegen das Abspritzen mit dem Gartenschlauch. Wie bei allen Pflanzen sollte diese nur nicht in der prallen Sonne geschehen und der Wasserdruck sollte auch nicht zu stark sein, um Beschädigungen an den doch recht weichen Blättern zu vermeiden. An besonders heißen Tagen darf auch etwas Wasser im Untersetzer stehen. Dies sollte allerdings keine Dauerlösung darstellen, da permanentes Stauwasser von der Pflanze nicht vertragen wird!
Im Winter können die Wassergaben dagegen drastisch eingeschränkt werden. Es genügt, den Pflanzen alle ein bis zwei Wochen einen reichlichen Schluck zu geben. Das Substrat muss in der Zwischenzeit immer wieder gut austrocknen können. Während der kalten Jahreszeit gilt: lieber einmal zu wenig als einmal zu oft gegossen. Ein Zuviel an Wasser quittiert die Pflanze schnell mit gelben Blättern. Über längere Zeit im Untersetzer stehendes Wasser kann für die Pflanze im Winter fatal sein.

Düngung

Der Agapanthus gehört zu den Kübelpflanzen mit gesundem Wachstumsdrang und hat einen dementsprechenden Hunger nach Nährstoffen. Es sollte daher im Sommer regelmäßig mit einem entsprechenden Flüssigdünger für Kübel- oder Gartenpflanzen nach den Angaben auf der Verpackung gedüngt werden. Auch Blaukorn kurbelt das Wachstum und die Blüte an. Im Grunde ist die Pflanze bei der Art des Düngers wenig wählerisch, solange Nährstoffe in ausreichenden Mengen zur Verfügung gestellt werden. Im Winter ist dagegen nicht zu düngen.

Umtopfen und Vermehrung

Besonders charakteristisch für die Schmucklilie sind auch ihre starken Wurzeln. Diese sprengen nicht selten den Topf, sobald dieser zu klein geworden ist. Damit es soweit nicht kommt, muss man die Pflanzen in der Regel alle fünf Jahre umtopfen Lockere, nährstoffreiche Gartenerde, der zur Verbesserung der Wasserdurchlässigkeit etwas Sand beigemischt werden kann, ist optimal. Da die Pflanze eine stattliche Größen erreichen kann, möchte man die Pflanzen vielleicht hin und wieder auch teilen. So entstehen aus einer einzelnen Pflanzen über die Jahre nicht selten ganze Sammlungen. Der Wurzelstock wird hierzu grob von der Erde befreit und anschließend mit einem Beil oder einem scharfen Spaten zerteilt, sodass Stücke mit wenigstens drei Trieben übrig bleiben. Diese sollten anschließend für einen Tag an einem schattigen Platz an der Luft trocknen, bevor sie wieder in die Erde gesetzt werden. Bei der Wahl des Pflanzgefäßes achte man auf einen breiten Rand zum Anpacken oder das Vorhandensein von Ösen, da die Pflanzen nach einigen Jahren ein beachtliches Gewicht erreichen.

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