Peperoni: Tipps und Tricks für die Pflanzung

Peperoni auf dem Tisch © meaofoto - shutterstock.com

Peperoni gehören zur Gattung der Capsicum, wie auch der Paprika. Sie gehören zur Familie der Nachtschattengewächse. Die unterschiedliche Konzentration des Stoffes Capsaicin ist verantwortlich für den Schärfegrad. Im Gegensatz zu Stoffen, die die Geschmacksnerven reizen, erzeugt das Capsaicin einen Hitze- und Schmerzreiz. Peperonischoten sind ein vielseitiges Gemüse, das man roh im Salat oder in vielen Gerichten gekocht verwenden kann. Es gibt viele Sorten, die sich durch den Schärfegrad, die Form und Farbe unterscheiden. Jeder kann so seine Lieblingssorte finden. Dieses Gemüse ist nicht ganz einfach aufzuziehen. Wie es richtig geht, erfährst du hier. Frische Peperoni aus dem eigenen Garten sind aber in jedem Fall die Mühe wert.

Peperoni – Welche Sorten gibt es?

Die Sortenauswahl ist immens. Lange oder kurze, spitze, rundliche oder ovale Peperoni – der Gärtner hat die Qual der Wahl. Die Farbe hängt vom Erntezeitpunkt ab. Grün ist sie zuerst und färbt sich langsam rot. Gelbe sind Zuchtformen, wie z.B. Thai Yellow oder Elefantenrüssel. Georgia White Pepper sind, wie der Name sagt, weiß und sehr ertragreich. Orange Thai, ist orange und ca. 6 cm lang. Die Pflanzen werden bis zu einem Meter hoch. Auch rote Zuchtformen gibt es. Joe´s Long ist mit 30 cm die längste Peperoni der Welt. Lombardo ist leicht gedreht, kann rot oder grün sein und fühlt sich im Kübel am wohlsten. Fingerpaprika wächst büschelweise aufrecht, also mit der Spitze nach oben und ist sehr dekorativ. So auch der milde Glockenpaprika, der den Namen von seiner Form erhalten hat. Red Habanero ist wohl die schärfste Sorte, aber auch der Orange Habanero ist noch richtig scharf. Fish Pepper wurde um 1900 in Philadelphia kultiviert und für Fischspeisen genommen, da er mild-scharf ist. Es ist die einzige Sorte mit panaschiertem Laub, das sehr dekorativ ist. Dies ist nur eine kleine Übersicht der Sortenvielfalt. Die Schärfe hängt vom Capsaicin ab. Eine Faustregel ist, dass die Kleinen meistens schärfer sind als die Großen.

Samen oder Jungpflanze kaufen?

Die Samenaufzucht ist aufwendiger und nicht immer ganz einfach. Dafür gibt es eine nahezu unbegrenzte Sortenauswahl auch seltener und ausgefallener Sorten. Jungpflanzen sind einfacher in der Aufzucht, aber meistens zieht die Gärtnerei nur die populären Sorten an.

Aussaat: Beste Saatzeit und Methode

Die Samen können in geheizten Räumen das ganze Jahr ausgesät werden. Für die Weiterkultivierung in das Freiland ist der Januar die beste Saatzeit. Bei 25 Grad Celsius hat der Samen seine Keimtemperatur. Auf der Fensterbank über einer Heizung ist der beste Standort. Quelltöpfe sind optimal geeignet oder spezielle Aussaaterde, da sie keimfrei ist. Die Samen werden mit ca. einem Zentimeter Erde bedeckt. Gut angefeuchtet wird der Topf dann mit Frischhaltefolie oder einem Gefrierbeutel, mit einem Gummiband am Topf befestigt, abgedeckt. So entsteht ein Minigewächshaus. Es sollte warm stehen, mindestens 20 Grad Celsius, optimal 25 Grad Celsius. Die Erde muss leicht feucht gehalten werden und zwischendrin lüften, damit sich kein Schimmel bildet. Nach 2-3 Wochen kommen die ersten Keimblätter. Die Tüte oder Folie wird entfernt, sobald die Pflänzchen 3 Blätter haben. Sie werden pikiert und bis Mitte Mai weiter gepflegt.

Pflanzzeit im Freiland oder Gewächshaus

Mitte Mai, nach den Eisheiligen, können die Setzlinge oder gekauften Jungpflanzen in den Garten. Die Bodentemperatur sollte 20 Grad haben, nachts sollte es nicht kälter als 5 Grad werden. Die Setzlinge dürfen nicht gleich der vollen Sonne ausgesetzt werden, sie müssen sich erst daran gewöhnen. Am besten ist es, sie ein paar Tage lang nachts noch ins Haus zu holen.

Standort im Freiland oder Gewächshaus

Der optimale Standort ist ein Gewächshaus. Ist das nicht vorhanden, so können die Capsicum aber auch ins Freiland gesetzt werden. Peperoni mögen keinen Wind und Regen, aber viel Sonne. Am besten ist ein windgeschützter Standort an einer Hauswand. Idealerweise ist die Wand im Süden, dann speichert sie auch noch die nötige Wärme für die Pflanzen. Ist der Standort zu dunkel, welken die Blätter schnell.

Beim Pflanzen in den Garten ist eine Mulchfolie sinnvoll. Sie schützt nicht nur vor Unkraut, sondern wärmt auch den Boden. Der Standort wird vom Unkraut befreit und aufgelockert. Dann kommt die Folie darüber, die nur am dort kreuzförmig geschlitzt wird, wo die Pflanze stehen wird. Die Jungpflanzen sollten mindestens so tief eingepflanzt werden, wie sie im Topf waren. Werden sie tiefer gesetzt, bilden sie mehr Wurzeln und werden widerstandsfähiger. Der Pflanzabstand ist 40 bis 50 cm, der Reihenabstand ist 50 bis 60 cm. Eine Stütze für mehr Halt ist besonders bei leichtem Wind oder hohem Wuchs nötig.

Manche Sorten bevorzugen einen Kübel anstelle des Freilandes. Die Kübel können bei starkem Wind oder Regen auch leicht untergestellt werden, sodass die Pflanzen geschützt sind. Mehrere verschiedene Sorten können dekorativ zusammen in einem großen Topf arrangiert werden.

Optimale Pflanzerde

Feuchte, nährstoffreiche Garten- oder Gemüseerde ist gut geeignet. Vor der Pflanzung sollte die Erde im Freiland mit Hornmehl oder Kompost angereichert werden. Ein saurer bis neutraler Boden ist genau richtig. Bei einem zu hohen PH-Wert bleibt die Pflanze kleinwüchsig und bekommt gelbe Blätter.

Düngen und Gießen

Die Peperonipflanzen haben einen hohen Wasserbedarf, mögen kein Wasser auf den Blättern. Vor Regen muss sie daher geschützt werden. Im Freiland ist das mit einer lichtdurchlässigen Folie möglich. Sie sollten täglich von unten gegossen werden, sodass der Wurzelballen stets feucht ist. Aber unbedingt Staunässe vermeiden. Bekommt die Pflanze zu wenig Wasser, so wird sie Knospen und Blüten abwerfen. Es empfiehlt sich, den Boden immer locker zu halten, um die optimale Wasserversorgung zu gewährleisten.

Die Pflanzen der Familie Capsicum vertragen Kunstdünger nicht gut. Am besten geeignet sind organische Gemüsedünger oder Brennnesseljauche. Wenig Stickstoff, dafür viel Magnesium und Mineralien sollte der Dünger enthalten. Es wird alle 14 Tage gedüngt, bis sich die ersten Blüten zeigen.

Königsblüte

Die erste Blüte ist die sogenannte Königsblüte. Sie bildet sich in der Gabelung zwischen dem Haupttrieb und dem ersten Seitentrieb. Diese muss gleich nach dem Erscheinen vorsichtig herausgebrochen werden. Dann wird die Pflanze buschiger und bekommt mehr Blüten und somit mehr Ertrag.

Erntezeit

Je nach Sorte wird zwischen August und Ende Oktober geerntet. Wenn ein hoher Schärfegrad erreicht werden soll, müssen die Früchte möglichst lange reifen. Wichtig ist es, permanent zu ernten, dann bilden sich immer neue Blüten. Reif sind die Peperonischoten, wenn sie ihre endgültige intensive Farbe haben. Je intensiver die Farbe, desto intensiver ist der Geschmack und desto höher ist die Schärfe. Sollten die Witterungsbedingungen nicht zur Vollreife ausreichen, so sollte die Pflanze ins Gewächshaus gepflanzt oder in Töpfen ins Haus geholt werden. Wer die Früchte milder mag, erntet sie früher ab.

Überwintern

Es gibt einjährige Peperonipflanzen, aber die meisten sind mehrjährig. Die Pflanzen aus dem Freiland müssen zum Überwintern ausgegraben und in Töpfe gepflanzt werden. Im Haus brauchen sie dann einen hellen Platz, wenn noch Früchte nachreifen sollen. Ansonsten ist eine Temperatur von um 10 Grad ausreichend und schützt vor Blattläusen. Gegossen wird die Pflanze im Winter nur wenig, aber regelmäßig. Im Februar werden die Seitentriebe dann auf 3 cm Länge zurückgeschnitten. Sie sollten dann in frische Erde gepflanzt werden. Ein wärmerer Standplatz ist dann vorzuziehen. Die Pflanzen müssen dann wieder häufiger gegossen werden damit sie schnell wieder austreiben. Ab Mitte Mai können sie dann wieder ins Freiland gepflanzt werden.

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