Regenwasser sammeln: Tonne, Zisterne und was erlaubt ist

Regenwasser sammeln ist eine der einfachsten Maßnahmen, um den Garten nachhaltiger zu bewässern und die Wasserrechnung zu senken. Für Gartenpflanzen ist Regenwasser sogar besser als Leitungswasser – es ist kalkfrei, leicht sauer und enthält kein Chlor. In diesem Ratgeber erfährst du, welches System – von der einfachen Regentonne bis zur unterirdischen Zisterne – zu deinem Garten passt, und was du rechtlich beachten musst.

Warum Regenwasser sammeln sich lohnt

Die Vorteile des Regenwassersammelns sind vielfältig:

  • Kosteneinsparung: Ein Haushalt kann durch Gartenbewässerung mit Regenwasser bis zu 50 % des Trinkwasserverbrauchs im Außenbereich einsparen
  • Pflanzengesundheit: Kalkfreies, leicht saures Regenwasser ist für die meisten Gartenpflanzen, Rhododendren, Heidelbeeren und Azaleen besonders verträglich
  • Ökologischer Nutzen: Weniger Trinkwasserentnahme schont Grundwasserreserven und entlastet die kommunale Wasserversorgung
  • Unabhängigkeit: Im Hochsommer, wenn Wasserverbote drohen können, ist eine eigene Regenwasserreserve ein echtes Plus

Regentonne: Die einfachste Lösung für jeden Garten

Die Regentonne ist der klassische Einstieg ins Regenwassersammeln. Sie wird an die Fallrohre der Dachrinne angeschlossen und sammelt das Dachflächenwasser direkt.

Typische Kapazitäten: 100–500 Liter; für die meisten Hausgärten reicht eine 200-Liter-Tonne als Einstieg.

Vorteile der Regentonne:

  • Günstig in der Anschaffung (ab ca. 30 €)
  • Einfache Montage ohne Fachkenntnisse
  • Wartungsarm und leicht zu reinigen
  • Nachrüstbar: mehrere Tonnen lassen sich in Reihe schalten

Nachteile der Regentonne:

  • Begrenzte Kapazität – reicht bei Trockenheit oft nicht lange
  • Im Winter muss sie entleert werden (Frostschutz)
  • Mosquitoschutz durch engmaschiges Deckelgitter nötig

Wichtig: Regentonne im Winter vollständig entleeren und kopfüber lagern, um Frostschäden zu verhindern.

Zisterne: Die professionelle Lösung für größere Mengen

Wer mehr Regenwasser speichern möchte, wählt eine Zisterne. Kunststoffzisternen für den Erdeinbau fassen 1.500 bis über 10.000 Liter und werden unterirdisch installiert. Das Wasser bleibt kühl, dunkel und damit länger frisch.

Kosten: Eine Kunststoffzisterne mit 3.000 Litern inkl. Einbau kostet zwischen 2.500 und 5.000 €. Größere Systeme mit Hauswasserwerk für die Toilettenspülung kosten mehr.

Vorteile der Zisterne:

  • Große Speicherkapazität – auch für längere Trockenperioden geeignet
  • Ganzjährig nutzbar, da frostsicher
  • Kann an Gartenpumpe oder Hauswasserwerk angeschlossen werden
  • Ideal für automatische Bewässerungsanlagen

Zisternen lassen sich mit einem Hauswasserwerk kombinieren, das das gesammelte Regenwasser für Toilettenspülung, Waschmaschine und Gartenbewässerung bereitstellt – dann amortisiert sich die Investition innerhalb von 5–10 Jahren.

Regenwasser sammeln: Was ist in Deutschland erlaubt?

In Deutschland ist das Sammeln von Regenwasser für die Gartenbewässerung grundsätzlich legal und wird sogar gefördert. Es gelten jedoch einige Regeln:

  • Gartenbewässerung: Regenwasser für die Gartenbewässerung zu nutzen ist in allen Bundesländern uneingeschränkt erlaubt
  • Toilettenspülung und Waschmaschine: Erlaubt, wenn das System ordnungsgemäß installiert und vom Netzbetreiber angemeldet ist (Rückwärtszähler notwendig)
  • Trinkwasser: Regenwasser darf nicht als Trinkwasser verwendet werden – die Qualität ist nicht kontrolliert genug
  • Förderung: Viele Gemeinden und Städte fördern die Installation von Zisternen durch Zuschüsse oder Gebührenrabatte auf die Niederschlagswasserabgabe

Informiere dich bei deiner Gemeindeverwaltung über lokale Förderprogramme – in manchen Regionen gibt es Zuschüsse von bis zu 1.500 €.

Häufige Fragen zum Regenwasser sammeln

Wie viel Regenwasser kann ich mit einer Regentonne sammeln?

Das hängt von der Dachfläche ab. Als Faustregel: 1 m² Dachfläche liefert bei 1 mm Niederschlag ca. 0,9 Liter nutzbares Wasser. Bei einem kleinen Vordach von 20 m² und einem Regenschauer von 10 mm fallen also 180 Liter in eine Tonne.

Wie oft muss ich die Regentonne reinigen?

Mindestens einmal jährlich – am besten im Frühjahr. Entferne Schmutz, Laub und Ablagerungen vom Boden. Überprüfe den Filter am Einlauf und reinige oder ersetze ihn bei Bedarf.

Kann man Regenwasser für Gemüsepflanzen verwenden?

Ja, für die Gartenbewässerung von Gemüse ist Regenwasser gut geeignet. Für den direkten Kontakt mit essbaren Pflanzenteilen (Beregnung von Blättern und Früchten) ist es hygienisch sinnvoll, auf sauber gefiltertes Wasser zu achten.

Fazit

Regenwasser sammeln lohnt sich für jeden Gartenbesitzer – unabhängig von der Größe. Eine einfache Regentonne kostet wenig und ist sofort einsatzbereit; eine Zisterne ist die langfristig günstigste Lösung für größere Gärten. Wer jetzt damit anfängt, spart jedes Jahr Wasser- und Bewässerungskosten und leistet gleichzeitig einen kleinen, aber wirksamen Beitrag zum Umweltschutz.

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