Sellerie anbauen lohnt sich im Gemüsegarten, denn frischer Knollensellerie oder Staudensellerie aus dem eigenen Garten übertrifft den Supermarkt-Sellerie in Aroma und Qualität bei weitem. Beide Arten stellen allerdings etwas höhere Ansprüche als andere Gemüsesorten. Dieser Ratgeber zeigt dir Schritt für Schritt, wie du Sellerie erfolgreich aussäst, pflanzt, pflegst und erntest – inklusive der wichtigsten Unterschiede zwischen Knollen- und Staudensellerie.
Inhaltsverzeichnis
Knollensellerie und Staudensellerie – die Unterschiede
Die im deutschsprachigen Raum verbreitetste Art ist der Knollensellerie (Apium graveolens var. rapaceum). Er bildet eine große, aromatische Knolle aus, die das ganze Jahr gelagert werden kann. Typische Sorten sind ‚Prinz‘, ‚Monarch‘ und ‚Giant Pascal‘.
Staudensellerie (Apium graveolens var. dulce) bildet keine Knolle, sondern dicke, aromatische Stängel, die besonders in der englischen und amerikanischen Küche beliebt sind. Er hat ein feineres Aroma als Knollensellerie und braucht in Deutschland etwas mehr Wärme und Pflege.
Beide Arten stellen ähnliche Ansprüche: tiefgründiger, humusreicher Boden, ausreichend Feuchtigkeit und ein langer Anbaurhythmus – von der Voranzucht bis zur Ernte vergehen vier bis fünf Monate.
Sellerie vorziehen und auspflanzen
Sellerie braucht eine lange Voranzucht von Februar bis März. Die winzigen Samen werden nur leicht auf die Erde gedrückt (Lichtkeimer, nicht bedecken), bei 18 bis 22 Grad Celsius keimen sie nach zwei bis drei Wochen. Die Anzucht ist zeitintensiv, aber notwendig: Im Freiland können Selleriesamen nicht rechtzeitig keimen und würden die erforderliche Wachstumszeit nicht mehr nutzen.
Auspflanzen erfolgt nach den Eisheiligen, wenn keine Fröste mehr drohen. Sellerie reagiert sehr empfindlich auf Kälte unter 10 Grad Celsius: Zu kalte Temperaturen treiben ihn in die Schossbildung (vorzeitiges Schießen), was Blütenbildung und fadenziehende Knollen bedeutet. Wähle daher einen geschützten, warmen Standort.
Pflanzabstand beim Knollensellerie: 30 × 40 Zentimeter. Beim Auspflanzen auf gleiche Tiefe wie im Anzuchttopf setzen – nicht tiefer, da die Knolle sonst zu tief sitzt und schlechter wächst. Beim Staudensellerie kann etwas enger gepflanzt werden (25 × 30 cm).
Sellerie pflegen – Düngen, Gießen, Wässern
Sellerie ist ein ausgesprochener Starkzehrer und Feuchtigkeit liebender Pflanzen. Der Boden sollte gleichmäßig feucht bleiben – Trockenstress führt zu harten, bitteren Knollen und bei Staudensellerie zu hohl werdenden Stängeln. Mulche zwischen den Pflanzen helfen dabei, Feuchtigkeit zu halten und Unkraut zu unterdrücken.
Gedüngt wird regelmäßig: Vor dem Pflanzen reifer Kompost untermischen, dann ab Juni alle zwei bis drei Wochen mit einem stickstoffbetonten Dünger. Ab August reduziere den Stickstoffanteil und erhöhe den Kaliumanteil, damit die Knolle ausreift und lagerfähig wird.
Knollensellerie sollte ab Mitte August geerdet werden – das heißt, die Erde wird leicht an die entstehende Knolle herangehäufelt. Das verhindert die Bildung von Seitenwurzeln und fördert das Wachstum der Hauptknolle. Die beim Einwachsen sichtbaren kleinen Seitenwurzelchen sorgfältig entfernen.
Knollensellerie ernten und lagern
Knollensellerie ist in Deutschland ab Oktober bis in den November erntereif. Die Knolle sollte dann einen Durchmesser von 10 bis 15 Zentimetern haben. Wer kleine Knollen aus dem Boden zieht, lässt den Rest einfach stehen – Knollensellerie ist frosthart bis etwa minus 5 Grad Celsius und kann oft bis in den November im Beet bleiben.
Für die Lagerung schneide das Laub bis auf einen etwa fünf Zentimeter langen Stumpf zurück. Die Knollen kühl und feucht lagern – ideal im Keller bei 0 bis 4 Grad Celsius in feuchtem Sand oder in Zeitungspapier eingewickelt. So halten sie sich drei bis fünf Monate und sind ein verlässlicher Wintervorrat.
Staudensellerie ernten und bleichen
Staudensellerie ist zwischen August und Oktober erntereif. Bleichen macht die Stängel zarter und mildert den Geschmack: Binde die Stängelbündel zwei bis drei Wochen vor der Ernte locker zusammen und umwickle sie mit schwarzer Folie oder Pappe, sodass kein Licht an den unteren Teil der Stängel kommt. Dadurch werden sie heller, zarter und weniger bitter.
Ernte immer von außen nach innen: Äußere Stängel schneiden, innere noch wachsen lassen. Die geernteten Stängel halten sich im Kühlschrank einige Wochen frisch.
Häufige Fragen zu Sellerie anbauen
Warum schießt mein Sellerie?
Schossen (vorzeitige Blütenbildung) wird durch Kälteeinwirkung unter 10 Grad Celsius über mehrere Tage ausgelöst. Das passiert, wenn Jungpflanzen zu früh ausgepflanzt werden. Pflanze erst nach den Eisheiligen aus und schütze die Pflanzen in kühlen Nächten mit Vlies.
Kann ich Sellerie im Topf anbauen?
Knollensellerie im Topf ist möglich, aber anspruchsvoll – der Behälter sollte mindestens 20 Liter fassen, und regelmäßiges Gießen und Düngen ist unverzichtbar. Staudensellerie gedeiht im Topf besser als Knollensellerie. Beide brauchen einen vollen Sonnenplatz.
Wann sät man Sellerie aus?
Sellerie wird von Februar bis März auf der Fensterbank vorgezogen, da er als Lichtkeimer bei 18 bis 22 Grad Celsius keimen muss. Frühzeitige Aussaat ist wichtig, da von der Aussaat bis zur Ernte vier bis fünf Monate vergehen.
Fazit
Sellerie anbauen verlangt Planung und etwas Geduld – wer aber ab Februar mit der Voranzucht beginnt, den Pflanzen genug Platz und Feuchtigkeit gibt und die Ernte im Oktober richtig lagert, wird mit einem aromatischen Wintervorrat belohnt, der gekauftem Sellerie weit überlegen ist. Starte rechtzeitig und die Mühe zahlt sich aus.




