Sukkulenten sind die unkompliziertesten Zimmerpflanzen, die man sich vorstellen kann – vorausgesetzt, man behandelt sie wie Kakteen aus der Wüste und nicht wie Zimmerpflanzen aus dem Regenwald. Der häufigste Fehler: zu viel Wasser.
Inhaltsverzeichnis
Was sind Sukkulenten?
Sukkulenten sind Pflanzen, die Wasser in Blättern, Stängeln oder Wurzeln speichern können. Zur Gruppe gehören Kakteen, Aloe, Echeveria, Sedum, Hauswurz, Geldbaum (Crassula), Agave, Lithops und viele mehr. Sie stammen meist aus ariden Regionen und haben sich perfekt an Trockenheit angepasst.
Standort: viel Sonne ist Pflicht
Sukkulenten brauchen so viel Licht wie möglich. Das sonnigste Fensterbrett im Haus – ideal ist ein Südfenster. Mindestens 4–6 Stunden direkte Sonne täglich. Zu wenig Licht führt zum sogenannten Vergeilen: Die Pflanze streckt sich bleich in Richtung Lichtquelle und verliert ihre kompakte Form.
Im Sommer dürfen die meisten Sukkulenten nach draußen – auf Terrasse oder Balkon. Dort wachsen sie oft deutlich kräftiger. Beim Umzug nach draußen langsam an die Sonne gewöhnen (Sonnenbrand ist möglich).
Das goldene Regel beim Gießen
Weniger ist mehr. Gieße Sukkulenten im Sommer alle 10–14 Tage, im Winter teils nur alle 4–6 Wochen. Zwischen den Wassergaben muss die Erde vollständig austrocknen. Lieber einmal kräftig durchgießen und dann wieder geduldig warten. Staunässe in der Untertasse unbedingt vermeiden – sie ist der häufigste Todesgrund für Sukkulenten.
Die richtige Erde
Standard-Blumenerde ist für Sukkulenten zu nährstoffreich und zu wenig durchlässig. Am besten eine spezielle Kakteenerde verwenden oder normale Erde mit 30–50 % Perlite, Quarzsand oder feinem Kies mischen. Das verbessert die Drainage und verhindert Staunässe.
Düngen
Sukkulenten brauchen wenig Nährstoffe. Im Sommer alle 4–6 Wochen einen niedrig dosierten Kakteendünger (halbe Konzentration) zugeben. Im Winter komplett auf Dünger verzichten.
Überwintern – kühler und trockener
Viele Sukkulenten brauchen eine Winterruhe bei 5–15 °C, damit sie im nächsten Sommer gut blühen. Gießen auf ein Minimum reduzieren, nicht düngen. Ein kühles Schlafzimmer, eine Garage (frostfrei) oder ein Treppenhaus sind ideal. Im Frühjahr langsam wieder mehr Wasser geben und an die Sonne gewöhnen.
Umtopfen und Vermehren
Sukkulenten werden alle 2–3 Jahre umgetopft – im Frühjahr. Beim Umtopfen die Wurzeln auf Fäulnis kontrollieren und ggf. kranke Wurzeln abschneiden. Danach ein paar Tage nicht gießen, damit Wunden abheilen.
Vermehren ist einfach: Einzelne Blätter flach auf trockene Erde legen – nach einigen Wochen bilden sich neue Pflänzchen. Stecklinge lässt man erst 1–2 Tage abtrocknen, bevor man sie in leicht feuchte Erde steckt.
Häufige Probleme
- Weiche, matschige Blätter: Zu viel Wasser oder Staunässe – Wurzelfäule. Sofort umtopfen, faulige Teile entfernen.
- Faltige, schrumpelige Blätter: Zu wenig Wasser – endlich gießen.
- Vergeilen (streckt sich): Zu wenig Licht – heller aufstellen.
- Rote Verfärbung: Normal bei viel Sonne oder Kältestress – keine Krankheit.
