Winterschnitt

Baumschnitt mit einer Gartenschere© Raffalo - shutterstock.com

Ein Obstbaum voll mit leuchtend roten Kirschen, frisch gepflückte Birnen und Äpfeln oder ein Baum voll mit saftigen Pflaumen – selbst gepflanztes und geerntetes Obst lässt das Herz jedes Hobby-Gärtners höher schlagen. Damit die Ernte aber reichlich ausfällt, müssen die Bäume richtig gepflegt werden. Neben der Wahl des richtigen Standplatzes für die Obstbäume sind auch einige Pflegemaßnahmen erforderlich, damit Du lange Freude an den Bäumen in Deinem Garten hast.

Bäume richtig schneiden

Ein häufiger Grund, warum Äste gekürzt werden, liegt darin, dass sie auf das Nachbargrundstück wachsen und dort nicht erwünscht sind. Es müssen auch Bäume, die zu eng gepflanzt wurden oder zu viel Schatten werfen, immer wieder ausgelichtet werden. Manche Bäume verlieren an Standfestigkeit, wenn die Krone zu schwer wird. In solchen Fällen hilft regelmäßiges Auslichten und Einkürzen der obersten Zweige.

Die beste Zeit für den Baumschnitt

Im Spätherbst und im Winter ist es ruhig im Garten und es fallen nicht sehr viel Gartenarbeiten an. Wenn Du diese Zeit geschickt nutzt, kannst Du aber Deinen Pflanzen und Bäumen sehr viel Gutes tun. Vor allem kannst du Gartenarbeiten erledigen, die in aktiveren Phasen der Gewächse nicht oder nicht so optimal möglich sind. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für den Winterschnitt, obwohl viele Hobby-Gärtner den Sommerschnitt bevorzugen. Die Frage, wann nun der richtige Zeitpunkt für den Baumschnitt ist, sorgt immer wieder für heftige Diskussionen.

Die Obstsorte entscheidet über den richtigen Zeitpunkt

Beim Steinobst erfolgt der Sommerschnitt. Dazu zählen Obstsorten wie zum Beispiel Aprikose, Kirsche oder Pfirsich. Diese Obstbäume schneidest Du am besten nach der Ernte, also im Sommer. Dabei werden die Äste, die Früchte getragen haben, bis auf eine Stelle zurückgeschnitten, wo sich bereits ein neuer Trieb befindet. Vorsicht ist bei den Kirschen geboten, die schneidest Du nur wenig zurück.
Beim Kernobst hat sich der Obstbaumschnitt im Winter bewährt. Birnen- und Apfelbäume musst Du regelmäßig schneiden, denn das sorgt für einen gesunden Wuchs und eine reichliche Ernte. Je nach Alter des Baumes stehen dabei verschiedene Ziele im Vordergrund: In den ersten Jahren schneidest Du hauptsächlich deshalb, damit ein gleichmäßiges und vor allem kräftiges Astgerüst erreicht wird. Zu dichte Kronen nehmen den Blüten und den Früchten zu viel Licht und Luft weg und der Baum kann kein ausgewogenes Verhältnis zwischen Fruchtbildung und Triebwachstum entwickeln. Besonders sorgfältig musst Du Deine Birnbäume schneiden, sonst wachsen sie zu schnell, werden hoch und bilden Wasserschosse.
Wie könnte es auch anders sein, es gibt auch eine Ausnahme. Die Pflaume zählt zwar zum Steinobst, es wird aber, besonders bei den späten Pflaumensorten, ein Winterschnitt durchgeführt. Die Pflaumen dürfen ruhig als störrisch bezeichnet werden. Bei Ihnen genügt es in den meisten Fällen, die Krone auszulichten.

Obstbäume wie aus dem Bilderbuch

Nur ganz wenige Obstbäume wachsen in der Realität so, wie sie in diversen Fachbüchern oder Zeitschriften abgebildet sind und wenn Du einen Hochstamm kaufst, bekommst Du meistens ein Bäumchen, das seine Triebe in Richtung Himmel steckt. An diesen senkrechten Ästen werden später aber keine Früchte wachsen, also musst du eine Krone formen. Dazu wählst Du den senkrechten, stärksten Trieb als Mitteltrieb und drei andere Triebe als Leitäste aus, die Konkurrenztriebe kannst du entfernen. Mehr ist nicht erforderlich, um an Deinem jungen Baum eine Krone zu bilden. Du musst alle Bäume die Du neu gepflanzt hast, in den ersten acht Jahren jedes Jahr fachgerecht schneiden. Nur so bekommt Dein Baum eine robuste, große und gut belichtete Krone. Der Erziehungsschnitt wird immer in der Winterpause durchgeführt. Wenn Du vor dem Blattaustrieb schneidest, bekommst Du den gewünschten starken Neutrieb. Ein Problem sind zu flache, aber auch zu steile Leitäste. Du schaffst Abhilfe, indem Du die Äste mit Hilfe von Hölzern im entsprechenden Winkel abspreizt oder Du die Äste mit einem Band hochbindest. Du musst aber dabei auf zwei wesentliche Dinge besonders achten: Erstens musst Du die Hölzer so stabil einklemmen, dass sie bis zum nächsten Jahr halten und zweitens muss Du Acht geben, dass das Band nicht einwächst. Nach rund acht bis zehn Jahren ist die Erziehung abgeschlossen und Du musst nicht mehr jährlich Deine Obstbäume schneiden. Es reicht, wenn Du sie in einem Abstand von drei bis fünf Jahre schneidest. Bei diesen Schnitten wird jedoch nicht mehr der gesamte Kronenaufbau neu geformt, sondern Du musst die Krone nur mehr auslichten. Wenn du Triebe entfernst, solltest Du diese immer am Astring entfernen. Wenn Du nämlich zu nah am Triebansatz schneidest, kann die Wunde nicht verheilen. Wichtig ist außerdem, dass Du auf eine glatte und saubere Schnittfläche achtest.

Mit Hecken werden Räume geschaffen

Hecken sind ein Strukturelement im Garten. Sie schaffen neue Raumeinheiten, indem sie Gartenflächen umgrenzen und trennen. Außerdem eignen sich die Hecken optimal zur Abgrenzung des Grundstücks und sie schirmen dich ab vor der Einwirkung von Wind, Lärm und Straßenstaub.

Pflege und Schnitt von Hecken

Ihre kompakte Form bekommen Formhecken nur durch einen regelmäßigen Schnitt. Sommergrüne Gehölzer solltest Du sogar zweimal im Jahr schneiden. Bei immergrünen Hecken genügt es, wenn Du sie einmal im Jahr schneidest. Der Winterschnitt sollte im Spätherbst durchgeführt werden.

Beeren aus dem eigenen Garten

Damit Du an Deinen Beerensträuchern lange Freude hast, ist ein regelmäßiger Schnitt erforderlich.Vor allem bei Hecken fällt die Ernte infolge des Lichtmangels eher dürftig aus, wenn sie zu dicht werden. Am belaubten Trieb kannst Du am besten feststellen, was entfernt werden muss und was Du stehen lassen kannst. Frisch gepflanzte Johannisbeerhecken schneidest Du bis auf den kräftigsten Trieb dicht über der Verzweigung ab. Bei Johannisbeerbüschen kürzt Du alle Trieb so, dass ungefähr vier Knospen pro Trieb stehen bleiben. Anschließend kürzt Du jeden Winter die Seitentriebe. Bei Buschkulturen schneidest du im ersten Winter alle Triebe gleichmäßig auf die Hälfte zurück und in den folgenden Jahren die Leitäste bis zur Hälfte, die Seitentriebe tiefer.

Rebstöcke müssen geschnitten werden

Nicht nur die Winzer, auch Du musst Deine Rebstöcke schneiden. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie an der Gartenwand oder am Spalier wachsen, die Rebstöcke brauchen einen regelmäßigen Rückschnitt.

Der Winterschnitt ist notwendig

Du musst deine Rebstöcke jeden Winter zurückschneiden. Der Winterschnitt ist unbedingt notwendig. Nur so bekommst Du eine holzige, kräftige Stammpflanze, die für reichlich Ernte sorgt. Bei der Jungpflanze dient der Schnitt in den ersten Jahren als Erziehungsschnitt. Beim Schnitt spielt die Temperatur eine wichtige Rolle. Du kannst viele Rebsorten bei einer Temperatur über Minus fünf Grad schneiden. Es gibt aber auch sehr empfindliche Rebstöcke, diese solltest Du erst an frostfreien Tagen im Frühjahr schneiden.

Tipps für die Baumpflege

Für die richtige Baumpflege benötigst Du ein paar Basis-Werkzeuge. Kleine Zweige kannst du mit der Gartenschere schneiden, für größere Zweige verwendest Du am besten eine Astschere oder eine Säge. Ein scharfes, gebogenes Messer, um die Wundränder der abgeschnittenen Zweige zu glätten, sollte in Deiner Gartenausrüstung auch nicht fehlen. Dicke Äste schneidest Du mit einer Hand- oder Bügelsäge. Zur Kettensäge solltest Du nur dann greifen, wenn du entsprechende Erfahrungen mit diesem Gerät hast. Verwende nur Geräte, die über rostfrei und scharf sind, denn Du solltest beim Schnitt verhindern, dass die Rinde zu sehr aufgerissen wird. Wichtig für Deine Sicherheit ist, dass die Leiter Dir einen wirklich guten Stand bietet.

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