Kirschen pflanzen

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Kirschen richtig anpflanzen und pflegen

Kirschbäume tragen nicht nur wunderschöne Blüten und verschönern jeden Garten, sie tragen auch schmackhafte, süße bis säuerliche Früchte.
Kirschen sind eher anspruchslos und zählen zu den pflegeleichten Obstbäumen, besonders die Süßkirsche ist ein leichter Pflegling.
Es gibt unzählige Rezepte mit den roten Vitaminbomben. Egal ob als Kompott, im Kuchen, als Marmelade, gekocht zum Pudding, frisch vom Baum oder einfach als Saft. Bei Garten-Ratgeber.com erfahren Sie alles Wissenswerte rund um das Anpflanzen, den Baumschnitt und die Pflege von Kirschbäumen.

Unterschiede zwischen Süß- und Sauerkirschen

Die Sauerkirsche, lateinisch Prunus cerasus genannt, gehört zur Familie der Rosengewächse. Sie kann als Strauch, Busch oder Baum wachsen und erreicht dabei Wuchshöhen von bis zu 10 Metern. Der Durchmesser der Frucht beträgt zwischen 15 und 20 Millimetern. Das Fruchtfleisch ist rot oder ungefärbt und schmeckt leicht säuerlich. Die Blütezeit dauert von April bis Mai.

Die Sauerkirsche kann grob in 2 Unterarten unterteilt werden.
Die Strauch-Sauer-Kirsche, besser bekannt als Schattenmorelle, mit süßsaurem, rotem Fruchtfleisch und dunkelroter Farbe und die Baum-Sauer-Kirsche. Hierzu zählt die Amarelle. Sie ist hellrot und sauer. Das Fruchtfleisch ist ungefärbt. Auch die Morelle zählt zur Art der Baum-Sauer-Kirsche. Sie ist rot, das Fruchtfleisch ist gefärbt und sie schmeckt süßsauer.

Die Süßkirsche bzw. Vogelkirsche, lateinisch als Prunus avium bekannt, gehört auch zur Familie der Rosengewächse. Sie wächst an Bäumen und kann Höhen von bis zu 30 Metern erreichen. In der Regel bleibt es jedoch bei einer Höhe von 15 bis 20 Metern. Die Blütezeit reicht hier von April/ Mai bis Mitte Juni und der Fruchtdurchmesser kann zwischen 6 und 25 Millimetern betragen. Das Fruchtfleisch schmeckt süß.
Die Süßkirsche wird in drei Unterarten unterteilt. Die Herzkirsche, die Knorpelkirsche und die Wilde Vogel-Kirsche. In jeder Unterart gibt es dutzende Kirschsorten. Die Früchte der Süßkirsche können gelb, rot, weiß, schwarz oder schwarzrot sein. Je nach Sorte besitzen sie weiches oder festes, gelbes, rotes oder schwarzes Fruchtfleisch.

Viele Sorten von Kirschen, sind auch als Säulenkirschen erhältlich. Diese wurden durch Züchtungsarbeiten zu kompaktem und schmalen Wuchs gebracht. Die Säulenkirsche entwickelt unmittelbar am Stamm die Blüten und Früchte.

Kirschbaum pflanzen

Egal ob Süß- oder Sauerkirsche, der Baum wird am Besten im Herbst gepflanzt. Den jungen Pflanzen hilft die regenreiche Jahreszeit beim Wachsen und dabei, genug Wurzelwerk vor dem Winter auszubilden. Sofern Sie keine selbstbefruchtende Kirschsorte pflanzen, sollten Sie darauf achten, dass sich weitere Kirschen in der Nähe befinden. Ansonsten wird Ihr Baum keine Früchte tragen. Selbstbefruchtende Sorten sind zum Beispiel die Gerema, eine Sauerkirsche, oder Sunburst beziehungsweise Lapins bei den Süßkirschen.

Wachstumsstadien der Kirsche

Man sollte sich vor dem einpflanzen, auch über das Wachstumsstadium des Obstbaumes Gedanken machen. Wollen Sie bereits im nächsten Jahr Kirschen genießen, so sollten Sie mindestens einen kleinen Kirschbaum einpflanzen. Wer durchschnittlich fünf Jahre warten kann, bis sein Baum das erste Mal Früchte trägt, kann auch Kirschkerne einpflanzen.

Standort

Bevor man den Kirschbaum einpflanzt, muss man sich einen passenden Standort suchen. Wie oben erwähnt, können Kirschbäume 20, teilweise bis zu 30 Metern hoch werden. Bitte planen Sie dies in Ihre Überlegungen bezüglich der Standortwahl mit ein.
Auch wenn Kirschbäume die Wärme und Sonne mögen, gedeihen sie auch bei durchschnittlich warmen Temperaturen. Eine südliche Ausrichtung wäre trotzdem empfehlenswert. Spätfrostempfindliche Standorte sollten Sie unbedingt meiden.

Bodenbeschaffenheit für den Kirschbaum

Der Boden sollte tiefgründig, nährstoffreich und humos sein. Die Kirsche mag keine Staunässe. Um dies von vornherein zu vermeiden, kann man mittels einer Drainage Abhilfe schaffen.

Einpflanzen

Als erstes müssen Sie ein Pflanzloch ausheben. Dieses sollte etwas größer sein als der Wurzelballen des Baumes. Es ist sinnvoll Kompost, Mist oder Dung in das Pflanzloch zu geben. Besonders jungen Bäumen tuen diese Nährstoffe gut. Der Baum wird nun gerade in das Pflanzloch gestellt. Anschließend wird das Loch mit Muttererde gefüllt. Diese sollten Sie gut festtreten.
Wenn Sie Setzlinge einpflanzen wollen, ist es ratsam einen Stützpfahl in das Pflanzloch zu geben, damit der junge Pflanzentrieb genug Stabilität zum Wachsen hat. Der junge Baum sollte an dem Stützpfahl festgebunden werden. Wenn der Baum eingepflanzt ist, wird dieser ausgiebig gegossen.

Baumschnitt

Zeitpunkt

Nach der Ernte im Sommer, meist zwischen August und September, erfolgt der Rückschnitt des Kirschbaumes. Die dabei entstandenen Wunden heilen in dieser Zeit besonders schnell. Je nach Sorte und Klima variiert der genaue Zeitpunkt des Rückschnittes. Durch den Schnitt erreichen Sie einen reichen Kirschertrag und einen optimalen Wuchs. Es ist wichtig den Obstbaum regelmäßig zu schneiden, da dies das schnelle Wachstum verlangsamt. Bei älteren Bäumen, kann jedoch genau das Gegenteil passieren und der Baum verlangsamt sein Wachstum. Hier kann es ratsam sein, bereits im Frühling zurückzuschneiden, da dies das Wachstum anregt. Achten Sie darauf einen trockenen Tag für Ihren Schnitt zu wählen. Krankheitserreger dringen bei Feuchtigkeit schneller in die Wunden des Baumes ein. Krankes Holz und Wassertriebe, sollten zu jeder Zeit sofort entfernt werden.

Gründe

Kirschbäume bilden schnell üppige Kronendächer aus. Dabei kann nicht mehr genug Sonne, Wind und Regen an alle Äste und Zweige gelangen. Es kommt zu holzbildenden Trieben und nach innen wachsenden Ästen. Dies ist kräftezehrend für den Baum und verhindert eine reiche Ernte. Früchte werden nur an ein zwei- bis dreijährigen Trieben gebildet. Alte Triebe können nur noch an den Spitzen Blüten bilden. Ein regelmäßiger Schnitt ist essentiell für einen guten Ertrag und einen schön aussehenden Obstbaum.

Anleitung

Die Krone des Kirschbaumes sollte ausgedünnt werden. Alle Zweige, auch die im Inneren der Krone, sollten genug Wind und Sonne abbekommen. Seitenzweige, die in die Krone hineinwachsen bzw. in Richtung des Baumstammes wachsen, müssen entfernt werden. Abgestorbenes Holz und sich überkreuzende Zweige sollten ebenfalls entfernt werden. Vermeiden Sie viele kleine Schnitte. Schneiden Sie besser ganze Äste heraus. Je weniger Wunden Sie verursachen, desto besser und schneller kann der Baum heilen und die Gefahr von Baumkrankheiten verringert sich. Beginnen Sie mit Ihrem Schnitt bestenfalls immer über einem jungen Seitentrieb. Seitentriebe am Stamm, sollten Sie aber unbedingt abgeschnitten werden. Ist der Baum fertig beschnitten, sollten größere Verletzungen mit einem Wundverschlussmittel verschlossen werden. Bitte verwenden Sie immer scharfes Schnittwerkzeug um ein ausfransen des Holzes zu verhindern.

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