Erdbeeren pflanzen

Erdbeeren auf dem Tisch © minicase - shutterstock.com

Geschichte der Erdbeere

Fragum ist die lateinische Bezeichnung, dieser Beere, die schon in der Steinzeit bekannt war. Dies wurde durch archäologische Funde belegt. Kultiviert wurden die Walderdbeeren (Fragaria vesca) im Mittelalter auf großen Flächen. Recht alt sind auch die Methoden des früheren oder späteren Reifens der Früchte. Die Größe der wilden Arten konnte erst durch französische Siedler beeinflusst werden. Größere Früchte der wilden Art wuchsen am Sankt-Lorenz-Strom, welche im 18. Jahrhundert nach Europa eingeführt wurden. Es war die amerikanische Scharlach-Erdbeere. Sie dienten aber weniger den Genuss, sondern man fand sie in botanische Gärten vor. Große und süße Früchte entdeckte der Botaniker Amédée-Francois Frézier. Es war die Chile-Erdbeeren mit blaugrünen und lederartigen Blättern. Die Gartenerdbeere (Frangaria ×ananassa), wie sie noch heute in Deutschland handelsüblich ist, entstand um 1750 durch diverse Kreuzungen in Holland.

Erdbeersorten

Es ist bei der Vielzahl an Erdbeersorten gar nicht so einfach, sich für die Richtige zu entscheiden. Um die Suche zu vereinfachen und auch den Geschmack zu treffen, eine kleine Aufstellung der gängigsten Erdbeersorten. Sie werden getrennt aufgeführt nach frühen, mittleren und späten Sorten. Vorgestellt werden auch die Immertragenden.

Donna

Eine neue und frühe Sorte ist sehr süß und hat gleichmäßig große glänzende Früchte.

Daroayl

Neuere Züchtung mit sehr lang haltbaren, großen Früchten und ausgezeichnetem Geschmack. Die Farbe reicht von Rot bis Dunkelrot.

Honeoye

Gleichmäßig große dunkelrote Früchte, mit aromatischem Geschmack und einem hohen Ertrag.

Korona

Ein Vertreter der mittel-frühen Sorte, die sehr ertragreich ist. Schmackhaft, mittelrote, große Früchte, leicht zu ernten.

Elsanta

Bekannt durch große und gleichmäßige Früchte, schmackhaft, ertragreich.

Senga Sengana

Sie ist in deutschen Gärten wohl bekannteste die Erdbeersorte. Es sind leicht zu pflückende und vielseitig verwendbare Früchte.

Symphony

Eine späte, ertragreiche und haltbare Sorte. Die gut schmeckende Frucht ist voll durchgefärbt.

Salsa

Sie hat sehr große hellrote Früchte, die optisch ansprechend und aromatisch im Geschmack sind.

Amandine

Die neue Sorte der immer tragenden Erdbeeren, mit hellroten länglichen und aromatischen Früchten.

Zu erwähnen ist noch die Nostalgiesorte namens Mieze Schindler. Bereits seit 90 Jahren wird sie angebaut. Auf den ersten Blick könnte man annehmen, dass es Himbeeren oder Brombeeren sind.

Gartentipps für den Nutzgarten

Standortwahl und Bodenvorbereitung

Die meisten Erdbeerpflanzen benötigen viel Sonne, um zu reifen. Der Standort für das Beet sollte einen vollsonnigen Platz bekommen. Monatserdbeeren reifen auch im Halbschatten relativ gut. Ferner ist zu beachten, dass der gewählte Platz nach Möglichkeit windgeschützt ist. Absolute Windstille ist für die Erdbeeren aber auch nicht gut. Die Blätter können nach Regenfällen sonst nicht schnell genug abtrocknen und leisten Blattkrankheiten Vorschub. Weniger zu beachten ist beim Anpflanzen von Erdbeeren der Gartenboden. Gut ist es, wenn der Boden gut durchlässig ist. Weiterhin sind die Nährstoffe zu beachten. Ist es kein humusreicher, sondern ein schwerer staunasser Boden, steht einem Anbau auch nichts im Wege. Es empfiehlt sich lediglich das Anlegen von einem Hügel- oder Hochbeet. Die heutigen Frigopflanzen mögen einen schwach sauren Boden. Festgestellt werden sollte der pH-Wert. Ideal wäre der Wert 5,5 – 6,5.
Humus ist für die Entwicklung der Pflanzen von großer Bedeutung. Steht im eigenen Garten weder Kompost oder verrotteter Stallmist zur Verfügung, kann der praktische Humusdünger angewendet werden. Damit der Boden die Möglichkeit hat sich etwas zu erholen, ist die Wahl der Vorfrucht nicht unerheblich. Hülsenfrüchte oder Frühkartoffeln sind vor dem geplanten Termin des Pflanzens abgeerntet. Die Bodenvorbereitungen sollten 14 Tage vor der Pflanzung der Erdbeeren abgeschlossen sein.

Pflanzzeit und Pflanzvorgang

Am besten eignet sich der Monat August, um Erdbeergrünpflanzen zu setzen. Neben der Herbstpflanzung kann auch noch einmal eine Pflanzung im Frühjahr vorgenommen werden. In diesem Fall ist der Monat April ideal. Eine Ausnahme von diesen Hinweisen bilden die Frigopflanzen. Hier gilt, umso früher sie gepflanzt werden, desto höher ist der Ertrag schon im ersten Jahr.
Nach dem Kauf der Erdbeerpflanze ist diese sofort auszupacken und sie etwas stehen lassen. Wurde das Pflanzgut zu zeitig gekauft, sind sie, bis sie ausgepflanzt werden kühl und feucht zu lagern. Der Ballen der Pflanzen sollte vor dem Setzen ins Beet gut durchfeuchtet sein.
Für den Nutzgarten sollte zwischen den Reihen ein Abstand von etwa 60 cm eingehalten werden. Der Abstand zwischen den Pflänzchen sollte etwa 30 cm betragen. Die Tiefe des Pflanzloches richtet sich nach der Länge der Wurzeln. Diese dürfen beim Einsetzen nicht gestaucht werden. Das Herz der Erdbeerpflanze hat sich in der Höhe der Oberfläche der Erde zu befinden. Nach dem Einsetzen sich die Erdbeerpflanzen fest anzudrücken. Gleich nach der Pflanzung ist das Erdbeerbeet kräftig zu gießen. Stellt sich kein Regen ein, sind die Erdbeerbeete morgens und abends zu wässern. Ein leichtes Abbrausen reicht nicht aus. In den ersten 14 Tagen nach der Pflanzung darf der Boden nicht austrocknen. In diesem Zeitraum vollzieht sich das Anwachsen.

Pflege vom Erdbeerbeet

Eine gute Erdbeerernte setzt eine gute Pflege voraus. Da viel Sonne hierfür optimal ist, sollten die Erdbeerbeete durch ein regelmäßiges Säubern mit der Hacke von Unkraut befreit bleiben. Dabei wird der Boden nur leicht aufgelockert. Zu den Gartentipps gehört, dass sich unter die jungen Stauden Stroh und Folie gelegt werden. Diese Tricks bringen gleich zwei Vorteile. Zum einen bleibt das Obst sauber und zum anderen trocken. Somit wird gleichzeitig die Gefahr des Befalls durch die Fruchtfäule minimiert. Es ist darauf zu achten, dass die Stauden nicht zu trocken werden. Vor allem in Trockenperioden sind sie daher regelmäßig zu gießen. Handelt es sich um eine mehrjährige Kultur, sollten die Ranken unmittelbar nach der Erdbeerernte entfernt werden. Für die Winterruhe ist der Boden zu lockern. Durchaus üblich, allerdings nicht von gesichert bekannten Auswirkungen, ist eine Winterauflage von Stallmist. Die heutigen Kulturen sind auf einen derartigen Winterschutz nicht mehr angewiesen und gegen Kälte relativ resistent. Ob es zum Vorteil ist, auch die alten Blätter des mehrjährigen Bestandes zu entfernen, hängt von den folgenden Witterungsbedingungen ab. Sind diese optimal, wird ein Neuaustrieb aus den Herzknospen erreicht. Das Resultat ist ein schöner gut wachsender Bestand.
Zur Optimierung des Ernteerfolges hat sich das Mulchen bewährt. Als Mulchmaterial eignen sich Stroh, Sägespäne, Holzwolle, Blähton und Rindenmulch. Bei der Technik kommt es auf die richtige Mulchschicht an. Die Mulchschicht sollte nicht höher als 3 – 5 cm sein. Sie kann entweder gleich nach dem Auspflanzen oder auch nach Beginn der Blüte angelegt werden. Über den genauen Zeitpunkt sind sich auch die Experten nicht einig.

Erdbeerente

Entsprechend der vorgestellten Erdbeersorten, verhält es sich auch mit dem Termin der Erntezeit. Für die mittlere Sorte beginnt sie im Durchschnitt im Juni und endet im September. Am aromatischsten sind die Gartenerdbeeren, wenn sie am frühen Morgen geerntet werden. Sie sind sehr druckempfindlich. Deshalb es wichtig ist, sie am Fruchtstiel zu ernten. Auf keinen Fall darf bei der Ernte der Blattkranz verwendet werden. Er verhindert das Eindringen von Wasser, wodurch eine Verwässerung des Obstes vermieden wird. Eine Geschmacksbeeinträchtigung wäre sonst die Folge. Besonders ertragreich sind die Stauden im zweiten Jahr im heimischen Garten.

Erdbeeren Vermehren

Gartenerdbeeren lassen sich gut vermehren, zumal wenn davon auszugehen ist, dass der Ertrag nach vier Jahren spürbar nachlässt. Entsteht ein Engpass bei der Lieferung oder im Nutzgarten wurden diverse Sorten angebaut, kann ist eine Vermehrung eine gute Alternative. Eine Möglichkeit ist die Anzucht aus Samen. Einfacher und üblicher jedoch ist es, die Ableger zu nutzen. Im Laufe des Jahres können schon geeignete Mutterpflanzen ausgesucht und gekennzeichnet werden. Sie sind mit einem kleinen Stöckchen oder etwas Ähnlichem zu markieren. Sie sollten besonders ertragreich, kräftig, gesund und ihre Beeren schmackhaft sein. Für die Vermehrung kommen in der Regel die ersten beiden Triebe in Betracht. Am simpelsten ist es, wenn abgewartet wird, bis die Ableger Kontakt mit dem Boden bekommen. Die jungen Triebe fangen an zu verwurzeln. Haben sich ausreichend Wurzeln gebildet, kann es mit dem Umsetzen beginnen. Hierzu wird der Ableger mit einer scharfen Gartenschere von den Mutterpflanzen getrennt. Vorsichtig ist die Jungpflanze auszugraben und an dem neuen Standort, der wie bereits beschrieben vorbereitet wurde, einzusetzen. Alternativ können für diesen Vorgang auch Blumentöpfe verwendet werden. Junge Triebe zu separieren und in Töpfe zu einzupflanzen ist auch dann ein guter Tipp, wenn auf der Terrasse oder dem Balkon ein Lückenfüller im Blumenbeet gesucht wird.

Krankheiten und Schädlinge

Eine gefürchtete Krankheit bei den Hobbygärtnern ist die Lederfäule. Sie zeigt sich, indem sich auf den noch unreifen Früchten braunrote Flecken bilden. Nach und nach erfasst die Färbung flächige Färbung die gesamte Frucht.
Ferner kann die Pflanzen von der Gnomonia – Fruchtfäule erfasst werden. Die Erdbeer-Fruchtfäule tritt an den Blättern und Früchten auf. Markant für die Fruchtfäule ist die Braunfärbung zunächst von den Kelchblättern bis hin zu den Fruchtstielen.
Betroffen von dem Erdbeermehltau sind mehrjährige Erdbeerbestände, die stark verunkrautet sind. Früchte Blüten und Blätter werden befallen.
Der Erdbeerblütenstecher schädigt die Blütenknospen bis zum gänzlichen Verlust, was der Ertrag erheblich minimiert bzw. es zu kompletten Ernteausfall kommen kann.

Ein plötzliches Welken der einzelnen Erdbeerpflanzen weist auf die Verticillium-Welke hin. Die Krankheit breitet sich nach und nach in Form von Nestern aus.

Das Laub der Gartenerdbeeren kann von der Weiß- und Rotfleckenkrankheit befallen werden. Dies führt zu einer erheblichen Schwächung des Bestandes.

Erdbeeren im Ziergarten

Prächtig eignen sich die Erdbeerpflanzen auch für den Ziergarten. Oft stellt die Begrünung von Balkons oder Terrassen eine Schwierigkeit dar. Nicht, wenn es geschickt angefangen wird. Mit Erdbeerpflanzen kann eine platzsparende und geschickte Flächennutzung erreicht werden. Es ist nicht dekorativ, sondern es ist Luxus pur, gemütlich auf dem Balkon zu sitzen und leckere Beeren zu naschen.

Erdbeerampeln

Um frisches Obst auf dem Balkon ernten zu können, ist die Ampelpflanzung eine super Idee. Im Handel werden komplett bepflanzte Erdbeerampeln angeboten. Nach der Wahl der Größe der Ampel richtet sich der zu erwartende Ertrag. Als günstig hat sich die Sorte der immer tragenden Mara des Bois erwiesen. Bis zum Einsatz des Frostes stehen mittelgroße, leckere Früchte zum Genießen bereit. Bei wem es nicht zwingend auf das Waldbeeraroma ankommt und die Ausstrahlung im Vordergrund steht, sollte lieber die Viva Rosa, die, wie es der Name schon sagt, rosa blüht, wählen. Findet man für sie einen sehr sonnigen Standort, wird man es an den Früchten schmecken. Im ersten Jahr ist kein Düngen erforderlich. Ab dem zweiten Jahr können die dreimal mit Dünger verwöhnt werden. Für den Winter ist der Topf der Ampel großzügig in Luftpolsterfolie einzuschlagen. Nachdem der Winter vergangen ist, die Folie entfernt wurde, sind die welken, alten Blätter zu befreien.

Aufbewahrung und Verarbeitung

Die Beeren sollten, da sie sehr empfindlich sind, am besten sofort verzehrt werden. Ist der Ertrag aber zu hoch, gibt es Möglichkeiten sie schonend zu behandeln und zu lagern. Bis zu zwei Tagen können die Gartenerdbeeren im Kühlschrank aufbewahrt werden. Allerdings sollten die Stiele und Kelchblätter nicht entfernt werden. Zudem sollten sie ungewaschen und abgedeckt kühl gelagert werden. Für die Lagerung sind flache Behälter für das druckempfindliche Obst zu verwenden. Eine Sortierung der Beeren auf Schimmelstellen und Faulstellen hat im Vorfeld zu erfolgen. Derartige Früchte müssen ausgelesen werden. Eine weitere Alternative, um auch noch in den Genuss des Erdbeergeschmacks zu kommen, ist, diese einzufrieren. Sie sind in der Tiefkühltruhe bis zu zwei Jahren haltbar. Folgende Vorgehensweise empfiehlt sich:

  • Die Beeren werden sortiert, sodass überreife oder unreife Beeren nicht für das Einfrieren genutzt werden.
  • Die Beeren werden gewaschen und von Stielen und Kelchblättern befreit.
  • Die Beeren werden auf ein flaches Blech oder Gefäß gelegt und für einige Zeit tiefgefroren.
  • Die Beeren werden nun entnommen und portioniert.
  • Die Beeren können jetzt in die Gefäße (Schüsseln, Dosen, Beutel) gefüllt und in den Tiefkühlschrank oder die Truhe gegeben werden.
  • Die Beeren können vor dem Einfrieren auch püriert werden. So können sich schnell für schmackhafte und raffinierte Milchshakes verwendet werden.

Teilweise ist auch das traditionelle Einkochen eine gute Alternative. Die gewaschenen und von Stielen und Kelchblättern befreiten Beeren werden in die sauberen Einweckgläser gefüllt, wobei ein Andrücken zu unterbleiben hat. Auf 1 Liter Wasser werden 3 Esslöffel Zucker gegeben. Nachdem das Wasser aufgefüllt wurde, wird der Rand der Gläser, ehe die Gummiringe aufgelegt werden, gründlich gesäubert. Die Befestigungsbügel sichern die Deckel und üben den nötigen Druck aus. Werden die Gläser in einen großen Topf auf den Herd gestellt, ist eine Dauer des Einkochens von 25 Grad bei 75 Grad einzuplanen. Nachdem die Gläser etwas abgekühlt sind, werden sie aus dem großen Topf genommen und ein Geschirrtuch über ihnen ausgebreitet. Dies hat den Sinn, dass sich Wasserdampf und Luft zusammenziehen und das benötigte Vakuum entsteht. Aufbewahrt werden sollten die fertig konservierten Beeren in kühlen dunklen Räumen.

Vorsicht beim Verzehr

Nicht nur die Erdbeer, sondern auch andere Beeren haben einen hohen Wassergehalt. Schimmelsporen können sich rasant vermehren und ausbreiten. Sie sind, sobald dunkle weiche Stellen oder gar Schimmel zu entdecken sind, nicht mehr zu Verzehr bestimmt. Die Bakterien können für den Menschen schädliche Auswirkungen haben.

3 Kommentare zu „Erdbeeren pflanzen“

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