Erbsen pflanzen gehört zu den einfachsten und lohnendsten Aufgaben im Gemüsegarten. Zuckerschoten und Markerbsen sind die ersten Gemüsesorten, die im Frühjahr direkt ins Freie gesät werden können – und wer einmal selbst geerntete Erbsen probiert hat, kauft sie kaum noch im Supermarkt. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles über den richtigen Zeitpunkt, die beste Sorte und eine erfolgreiche Ernte.
Inhaltsverzeichnis
Wann und wo Erbsen pflanzen?
Erbsen sind ausgesprochen kältehart und können bereits ab Bodentemperaturen von 5–8 °C ins Freiland gesät werden. Das ist je nach Region und Witterung schon ab Mitte Februar bis Mitte März möglich – weit vor vielen anderen Gemüsesorten. Ein früher Saattermin ist sogar vorteilhaft: Erbsen vertragen leichte Fröste bis -5 °C problemlos und profitieren von der noch feuchten Frühjahrserde.
Den idealen Standort erkennen Sie an diesen Merkmalen:
- Sonnig bis halbschattig – mindestens 4 Stunden direkte Sonne täglich
- Humoser, leicht lehmiger Boden mit gutem Wasserhaltvermögen
- Kein Staunasser Boden – Erbsen reagieren empfindlich auf Wurzelfäule
- Windgeschützter Platz – hohe Sorten werden bei Sturm leicht umgeworfen
Wichtig für die Fruchtfolge: Erbsen sollten an derselben Stelle erst nach 4–5 Jahren wieder angebaut werden, da sich sonst bodenbürtige Pilzkrankheiten anreichern. Hervorragende Vorfrüchte sind Kartoffeln, Kürbis oder Kohl.
Aussaat und Pflanzung Schritt für Schritt
Erbsen werden grundsätzlich direkt ins Beet gesät – eine Voranzucht im Haus ist möglich, aber nicht notwendig. So gehen Sie vor:
- Rillen ziehen: 4–5 cm tief, Reihenabstand 30–40 cm
- Saatgut legen: 5–8 cm Abstand zwischen den Körnern, je 2–3 Körner pro Stelle
- Andrücken und wässern: Erde leicht festdrücken, gleichmäßig anfeuchten
- Keimzeit: 7–14 Tage je nach Bodentemperatur
Für eine gestaffelte Ernte empfiehlt sich eine Aussaat alle 3 Wochen von März bis Mai. Zuckerschoten können sogar bis Anfang Juli noch gesät werden.
Kletternde Sorten brauchen vom ersten Tag an eine Rankhilfe: Reisig, Spaliere aus Bambusstäben oder ein Drahtgeflecht. Die Pflanzen wachsen bis zu 1,5–2 m hoch und suchen aktiv nach Halt – geben Sie ihnen diesen frühzeitig, wächst alles ordentlich nach oben statt quer durch das Beet.
Pflege: Was Erbsen wirklich brauchen
Erbsen sind pflegeleichte Selbstversorger – mit einer entscheidenden Ausnahme: regelmäßige Bewässerung. Besonders in der Blüte- und Hülsenbildungsphase (Mai bis Juli) reagieren Erbsen sehr empfindlich auf Trockenheit. Gießen Sie dann alle 2–3 Tage direkt an die Wurzeln, ohne die Blätter zu benetzen, um Pilzerkrankungen zu vermeiden.
- Düngen: Erbsen als Hülsenfrüchtler binden Luftstickstoff selbst – keine Stickstoffdüngung nötig. Bei mageren Böden reicht eine Gabe Kompost bei der Bodenvorbereitung.
- Unkraut jäten: In den ersten Wochen ist Unkrautdruck die größte Konkurrenz. Eine Mulchschicht aus Stroh oder Rasenschnitt hält Unkraut nieder und spart Wasser.
- Häufeln: Niedrige Sorten können Sie leicht anhäufeln, um sie gegen Umkippen zu sichern.
Die häufigsten Schädlinge sind Blattläuse und der Erbsenwickler. Blattläuse bekämpfen Sie effektiv mit Brennnesseljauche oder einfachem Abspritzen mit Wasser. Gegen den Erbsenwickler – dessen Larven in den Hülsen fressen – helfen engmaschige Kulturschutznetze, die vor dem Falterflug im Juni aufgelegt werden.
Sorten: Zuckerschoten vs. Markerbsen
Die Wahl der Sorte entscheidet über Geschmack, Verwendung und Erntezeitpunkt:
- Zuckerschoten (z. B. ‚Oregon Sugar Pod‘, ‚Mammut‘): Die gesamte Hülse ist essbar, wird jung und zart geerntet. Ideal für Pfannengerichte und Salate. Sehr ertragreich und ausdauernd.
- Markerbsen (z. B. ‚Kelvedon Wonder‘, ‚Ambassador‘): Nur die Körner werden verwendet. Süßer, mehliger Geschmack, gut zum Einfrieren geeignet. Etwas anspruchsvoller in der Pflege.
- Palerbsen: Kleine, runde Körner mit milder Note – klassisch für Eintöpfe und Suppen.
Ernte und Lagerung
Der richtige Erntezeitpunkt ist entscheidend für den Geschmack. Zuckerschoten werden geerntet, wenn die Hülsen prall sind, die Körner aber noch kaum sichtbar – das sind etwa 8–10 cm Länge. Warten Sie zu lange, werden die Hülsen zäh und faserig. Markerbsen ernten Sie, wenn die Hülsen gut gefüllt, aber noch hellgrün sind.
Frische Erbsen halten im Kühlschrank nur 2–3 Tage. Einfrieren ist die beste Methode zur Haltbarmachung: kurz blanchieren (2 Minuten), abschrecken, portionsweise einfrieren. So bleiben Geschmack und Nährstoffe bis zu 12 Monate erhalten.
Häufige Fragen zu Erbsen pflanzen
Wann ist der beste Zeitpunkt zum Erbsen säen?
Der beste Saattermin liegt zwischen Mitte Februar und Mitte April, sobald der Boden nicht mehr gefroren ist und mindestens 5 °C misst. Erbsen vertragen leichte Nachtfröste und profitieren von einem frühen Start.
Wie tief werden Erbsen gesät?
Erbsen werden 4–5 cm tief in den Boden gesät, mit einem Abstand von 5–8 cm zwischen den Körnern. Der Reihenabstand sollte mindestens 30 cm betragen, bei hohen Sorten 40–50 cm.
Warum blühen meine Erbsen, tragen aber keine Hülsen?
Das liegt meist an zu hohen Temperaturen (über 25 °C) oder zu trockener Luft. Erbsen sind Kühljahrespflanzen und setzen bei Hitze keine Früchte an. Ein früherer Saattermin oder eine Sommeraussaat im August löst das Problem.
Fazit
Erbsen pflanzen ist denkbar einfach – mit dem richtigen Timing und einer guten Rankhilfe gelingt die Ernte fast immer. Säen Sie früh, wässern Sie gleichmäßig in der Blütezeit und ernten Sie rechtzeitig: Dann belohnt Sie der Garten mit knackigen Zuckerschoten und süßen Markerbsen, die keinen Supermarkt-Vergleich zu scheuen brauchen.
