Rosmarin pflanzen und pflegen – mediterrane Würze im Garten

Rosmarin ist das Kraut des Mittelmeers – aromatisch, robust und anspruchslos. Mit den richtigen Bedingungen wird er zu einem imposanten Strauch und liefert jahrelang frische Triebe für die Küche. Wer die Grundbedürfnisse von Rosmarin kennt, hat fast nichts falsch zu machen.

Standort – warm, sonnig, windgeschützt

Rosmarin liebt volle Sonne und Wärme. In seiner Heimat Südeuropa wächst er auf steinigen, trockenen Böden unter sengender Sonne. Im Garten sollte er die wärmste, sonnigste Stelle bekommen – ideal ist ein Platz an einer Südwand, die Wärme speichert und abstrahlt. Rosmarin verträgt Hitze, aber keinen kalten, feuchten Standort.

Boden: durchlässig und karg

Staunässe ist der einzige echte Feind des Rosmarins. Der Boden muss gut durchlässig sein – sandiger oder steiniger Boden ist perfekt. Schwere, lehmige Erde mit Kies oder Sand verbessern. Rosmarin braucht wenig Nährstoffe – übermäßig reicher Boden macht ihn weniger aromatisch.

Wann und wie pflanzen?

Jungpflanzen ab Mitte Mai ins Freiland pflanzen, wenn keine Fröste mehr drohen. Im Topf: ganzjährig möglich, wenn frostfrei. Pflanzabstand: 50–60 cm, da Rosmarin mit den Jahren zu einem großen Strauch wird. Beim Pflanzen gut wässern, danach kaum noch nötig.

Gießen – weniger ist mehr

Eingewachsener Rosmarin kommt mit wenig Wasser aus. Im Sommer bei Trockenheit alle 1–2 Wochen gießen, im Herbst/Winter kaum. Im Topf etwas öfter, aber immer erst gießen wenn die Erde oben trocken ist. Staunässe im Topf durch gute Drainage vermeiden.

Düngen – sehr sparsam

Rosmarin braucht kaum Dünger. Eine Kompostgabe im Frühjahr reicht völlig. Zu viel Stickstoff macht das Kraut weniger aromatisch und anfälliger für Frost.

Schneiden für kompakten Wuchs

Im Frühjahr den Rosmarin kräftig zurückschneiden – das hält ihn kompakt und fördert buschiges Wachstum. Aber: Rosmarin nicht bis ins alte, verholzte Holz zurückschneiden, da er von dort nicht mehr austreibt. Immer im grünen Bereich bleiben. Nach der Blüte noch einmal leicht stutzen.

Winterhärte

Rosmarin ist je nach Sorte bedingt winterhart. Viele Sorten überstehen Temperaturen bis –10 °C, bei langen Kältephasen kann er jedoch erfrieren. Schutzmaßnahmen im Winter: Vliesabdeckung, Mulchschicht aus Laub, windgeschützten Standort wählen. Im Topf: kühles, helles Zimmer oder Wintergarten.

Vermehren durch Stecklinge

Rosmarin lässt sich leicht durch Stecklinge vermehren. Im Sommer 10–15 cm lange Triebspitzen abschneiden, die unteren Blätter entfernen und in ein Glas Wasser stellen oder direkt in Anzuchterde stecken. Nach 4–6 Wochen haben sich Wurzeln gebildet.

Rosmarin in der Küche

Rosmarin passt hervorragend zu Lamm, Geflügel, Schweinefleisch und Kartoffeln. Frische Zweige auf Grillfleisch legen oder in die Marinade geben. Rosmarin-Öl und -Essig lassen sich leicht selbst herstellen. Getrockneter Rosmarin ist intensiver als frischer – deshalb sparsamer einsetzen.

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