Kräuter einfrieren ist die schonendste und schnellste Methode, um die frischen Aromen der Sommerernte das ganze Jahr über zu genießen. Während das Trocknen mediterrane Kräuter wie Thymian und Rosmarin gut verträgt, konserviert das Einfrieren empfindliche Sorten wie Basilikum, Petersilie oder Schnittlauch am besten. In diesem Ratgeber erfährst du, welche Kräuter sich zum Einfrieren eignen, wie du sie richtig vorbereitest und welche Methoden das beste Ergebnis liefern.
Inhaltsverzeichnis
Welche Kräuter eignen sich zum Einfrieren?
Nicht alle Kräuter reagieren gleich auf das Einfrieren. Grundsätzlich gilt: Kräuter mit hohem Wassergehalt und weichen Blättern eignen sich gut zum Einfrieren, während harte, mediterrane Kräuter besser getrocknet werden.
Gut geeignet zum Einfrieren:
- Petersilie – behält Farbe und Geschmack sehr gut
- Schnittlauch – fein gehackt einfrieren, direkt aus dem Gefriergerät verwenden
- Dill – ideal für Fischgerichte, friert sehr gut ein
- Basilikum – kurz blanchieren vor dem Einfrieren, sonst wird es braun
- Zitronenmelisse – aromatisch, ideal als Eiswürfel in Tees oder Wasser
- Koriander – sehr gut einfrierbar, hält das Aroma
- Bärlauch – im Frühjahr ernten und einfrieren für das ganze Jahr
Besser trocknen statt einfrieren: Thymian, Rosmarin, Oregano, Salbei und Lavendel – bei diesen mediterranen Kräutern gehen beim Einfrieren Aroma und Textur verloren, während sie beim Trocknen ihre intensiven Öle behalten.
Kräuter vorbereiten: Waschen, Trocknen, Hacken
Die Vorbereitung ist entscheidend für das Ergebnis. Gehe so vor:
- Ernten: Morgens nach dem Abtauen des Taues ernten – dann ist der Ölgehalt am höchsten
- Waschen: In kaltem Wasser waschen und gründlich abtropfen lassen
- Trocknen: Mit einem Küchentuch oder Salatschleuder trocknen – Restwasser führt zu Eiskristallen und Gefrierbrand
- Hacken: Blätter fein hacken (für Eiswürfel) oder ganze Triebe belassen (für Kräuterbündel)
Kräuter sollten unmittelbar nach der Ernte eingefroren werden – je frischer, desto besser das Ergebnis. Vergilbte oder welke Teile großzügig entfernen.
Methode 1: Kräuterwürfel mit Wasser
Die beliebteste Methode: Kräuter hacken, in Eiswürfelformen füllen und mit Wasser aufgießen. Nach dem Einfrieren die Würfel in Gefrierbeutel umfüllen und beschriften.
So gehst du vor:
- Silikon-Eiswürfelform verwenden (leichter zu lösen als Kunststoff)
- Jedes Fach etwa zur Hälfte mit gehackten Kräutern füllen
- Mit kaltem Wasser auffüllen, bis die Kräuter bedeckt sind
- Mindestens 4 Stunden oder über Nacht einfrieren
- Fertige Würfel in beschriftete Gefrierbeutel umfüllen
Die Kräuterwürfel kannst du direkt aus dem Gefrierfach in heiße Suppen, Soßen oder Eintöpfe geben. Ein Würfel entspricht etwa einem Esslöffel frischer Kräuter.
Methode 2: Kräuter in Olivenöl einfrieren
Noch aromatischer als Wasserwürfel: Kräuter in Olivenöl einfrieren. Das Öl konserviert die Aromen besonders gut und du hast gleichzeitig aromatisiertes Öl zum Kochen parat.
- Eiswürfelform wie oben mit gehackten Kräutern befüllen
- Mit gutem Olivenöl aufgießen, bis Kräuter bedeckt sind
- Einfrieren und in Beutel umfüllen
Diese Methode eignet sich besonders für Basilikum, Rosmarin, Salbei und Thymian. Die Kräuter-Öl-Würfel direkt in die heiße Pfanne geben – das Öl schmilzt sofort und verteilt das Aroma gleichmäßig.
Methode 3: Kräuter pur einfrieren (Vorfrieren)
Für große Mengen bietet sich das Vorfrieren an:
- Kräuterblätter oder -zweige auf einem Backblech ausbreiten (nebeneinander, nicht übereinander)
- 2–3 Stunden im Gefrierfach vorfrieren, bis die Kräuter fest sind
- Anschließend in Gefrierbeutel oder -dosen abfüllen
Durch das Vorfrieren kleben die Kräuter nicht zusammen und du kannst genau die benötigte Menge entnehmen, ohne das ganze Päckchen auftauen zu müssen. Diese Methode eignet sich besonders für Schnittlauch, Petersilie und Dill.
Haltbarkeit und Lagerung von eingefrorenen Kräutern
Eingefrorene Kräuter sind bei einer Gefriertemperatur von –18 °C bis zu 12 Monate haltbar. Um Qualitätsverluste zu vermeiden:
- Immer luftdicht verschlossene Gefrierbeutel oder -dosen verwenden
- Kräuter beschriften (Name, Datum) – nach ein paar Monaten sind sie sonst nicht mehr zu unterscheiden
- Möglichst wenig Luft im Beutel lassen – oder vakuumieren für maximale Haltbarkeit
- Kräuter nicht auftauen und wieder einfrieren
Basilikum richtig einfrieren: Sonderfall
Basilikum enthält viel Wasser und oxidiert beim Einfrieren schnell, was zu braunen, matschigen Blättern führt. Die Lösung: Basilikum kurz blanchieren (10 Sekunden in kochendes Wasser, dann sofort in Eiswasser), trocken tupfen und dann einfrieren. Alternativ: Basilikum zu Pesto verarbeiten und dieses einfrieren – das gibt das beste Ergebnis.
Häufige Fragen zu Kräuter einfrieren
Kann man Kräuter auch im Gefrierbeutel ohne Vorbehandlung einfrieren?
Ja, für Petersilie, Schnittlauch und Dill funktioniert das gut. Einfach waschen, trocknen, grob hacken und in einen gut verschlossenen Gefrierbeutel füllen. Kein Auftauen nötig – direkt in die heiße Speise geben.
Verlieren Kräuter beim Einfrieren ihr Aroma?
Minimal. Das Einfrieren erhält das Aroma weit besser als Trocknen – vor allem bei Kräutern mit feinen, flüchtigen Aromen wie Petersilie und Schnittlauch.
Wie lange sind eingefrorene Kräuter haltbar?
Bei –18 °C bis zu 12 Monate. Danach nimmt die Qualität ab, sie sind aber immer noch verwendbar.
Kann man Kräuterwürfel direkt kochen?
Ja! Kräuterwürfel einfach direkt in die heiße Suppe oder Soße geben. Das Eis schmilzt sofort und die Kräuter verteilen sich gleichmäßig.
Fazit
Kräuter einfrieren ist die schnellste und schonendste Methode, um die Sommerernte für den Winter zu bewahren. Ob als Kräuterwürfel in Wasser oder Öl, vorgefroren oder als Pesto – mit den richtigen Methoden hast du das ganze Jahr frische Aromen auf Vorrat. Starte jetzt in der Hochsaison und lege dir einen Kräutervorrat an!




