Lavendel

Lavendelpflanzen im Sonnenuntergang© Kotkoa - shutterstock.com

Lavendel zählt wohl zu den beliebtesten Pflanzen in unserer Gegend und ist ein echtes Sonnenkind! Seinen Ursprung hat die bläulich-violette Pflanze im Mittelmeerraum und ist bekannt für ihren intensiven Duft, weshalb sie auch zu den beliebtesten Duftpflanzen zählt. Nicht nur wegen ihres Aussehens wird der himmlisch duftende Strauch so geschätzt, sondern auch wegen der ätherischen Öle, die sich in den Blüten befinden. So ist es also nicht verwunderlich, dass das Kraut seit Jahrhunderten als beleibte Heil-, Gewürz- und Parfümpflanze seine Verwendung findet.

Der Name dieser besonderen Pflanzenart wird aus dem lateinischen Wort „lavare“ abgewandelt, das „waschen“ bedeutet. Bereits in der Antike wurden den Bädern Lavendelblüten hinzugefügt, um einen besonderen Duft zu erzeugen. Nicht nur der jugendliche Duft, sondern auch die verjüngenden Eigenschaften machen ihn zu einer echten Besonderheit, die nicht nur hübsch anzusehen ist, sondern auch wesentlich zu unserer Gesundheit und Schönheit beitragen kann!

Der Strauch ist eine Pflanze mit wenigen Ansprüchen und kann bei der richtigen Pflege 20 bis 30 Jahre alt werden. Wer sich also dafür entscheidet, den Strauch in seinen Garten zu integrieren, kann sich auf eine lange Lebensdauer und zahlreichen, nützlichen Eigenschaften freuen! Beim Anpflanzen des Strauches, beim Rückschnitt und bei der Ernte der Blüten solltest Du jedoch einen Blick auf den Gartenkalender werfen, damit Du auch wirklich immer den richtigen Zeitpunkt für die unterschiedlichen Arbeiten wählst!

Wann sollte der Lavendelstrauch gepflanzt werden?

Die Lavendelpflanze hat ihre ursprüngliche Heimat im Mittelmeerraum und gilt als sogenannte „Sonnenpflanze“. Wer den Strauch pflanzen will, sollte ihn also in der warmen Jahreszeit von Anfang Mai bis Juni pflanzen, denn dies ist die beste Pflanzzeit. Wichtig ist, dass es zu dieser Zeit keinen Nachtfrost mehr gibt!

Ein wichtiger Punkt dabei ist, dass der Boden zuvor vorbereitet werden sollte. Wenn Du dir eine Lavendelpflanze in deinem Garten wünscht, solltest Du dir zuvor Gedanken darüber machen, wo Du sie denn am liebsten pflanzen willst! Der Strauch sollte an einem sonnigen Platz mit trockenem Boden angebaut werden. Der Erdboden selbst sollte au0erdem etwas sandig und kalkhaltig sein. Saurer Boden ist für diese Pflanzenart Gift! Wer dem Strauch jedoch etwas Gutes tun will, sollte die Erde mit etwas Kalium anreichern, denn dadurch wird dieser robuster!

Welche Sorte ist die beste Wahl?

Heute findet man zahlreiche Lavendelsorten wie beispielsweise den beliebten Lavandula uoder den Schopflavendel. Eine sehr großblütige Sorte ist beispielsweise Lavandin. Diese Sorte ist besonders hübsch anzusehen. Wer die Blüten jedoch auch für die Gesundheit verwenden möchte, kann zu dem „echten“ Speiklavendel oder dem beliebten Schopflavendel greifen. Diese haben jedoch den Nachteil, dass sie, anders als der echte „Lavendula augustifolia“, nicht winterhart sind! Wenn Du diese Sorten pflanzen möchtest, solltest Du sie daher in Töpfen pflanzen, die im Winter einfach ins Haus geholt werden können. Bedenke dies im Vorhinein, damit Du am Ende nicht umpflanzen kannst!

Lavendel und Rosen

Wer seinen Lavendelstrauch bei Rosen pflanzt, darf sich nicht nur über ein schöneres Erscheinungsbild freuen, sondern auch darüber, dass dieser auch Schädlinge wie beispielsweise Blattläuse fernhält.

Wann und wie sollte man den Lavendelstrauch schneiden?

 

Lavendelstrauch wird beschnitten

Obwohl Lavendel eine sehr pflegleichte Pflanze ist, benötigt er regelmäßig einen Rückschnitt, damit er nicht verholzt oder kahle Stellen bekommt. Der Strauch gilt als sehr kräftiges, schnell wachsendes Gewächs, das fast überall gedeiht. Einige Lavendelarten werden bis zu einem Meter hoch und können auch ziemlich in die Breite gehen. Die Gefahr, dass der Strauch zu verholzen beginnt ist groß, weshalb er sich über einen regelmäßigen Rückschnitt freut.

Die meisten Menschen schneiden ihren Strauch hierzulande im Herbst. Doch für den Strauch ist dies alles andere als gut, denn der Rückschnitt kostet ihm Kraft, die er eigentlich für das Überwintern braucht. Der Lavendelstrauch sollte lieber im Frühjahr geschnitten werden, bevor die ersten Triebe zu erkennen sind. Bildet er erst einmal seine Blüten, ist es für den Rückschnitt in jedem Fall zu spät! Beim Schopflavendel kann dies beispielsweise schon sehr früh im Mai der Fall sein. Machen Sie sich also bereits im April, oder noch besser im März an den Rückschnitt!

Ein kleiner Tipp am Rande:
Wer bereits verblühte Stände im Juli oder Anfang August zurückschneidet, kann den Strauch zu einer zweiten Blütezeit animieren!

Wie schneidet man nun richtig?

Das Wichtigste ist, dass Du den Strauch immer mit einer scharfen Rosen- oder Heckenschere schneidest. Kürze den Strauch dabei circa um die Hälfte, damit er wieder gut nachwächst. Vermeide es in das alte Holz zu schneiden, denn sonst könnte es Probleme mit dem Austreiben geben. Lasse auch einige Zentimeter der jungen Triebe über, damit die Pflanze auch wirklich gut austreiben kann.

Wie kann man Lavendel vermehren?

Einen Lavendelstrauch kann man ganz gut beim Frühjahrsschnitt vermehren. Hierzu solltest Du einfach ein paar „Stecklinge“ machen und circa fünf Stück in einen kleinen Topf stecken. Die Wurzeln bilden sich bereits nach kürzester Zeit!

Wann können die Lavendelblüten geerntet werden?

Getrockneter Lavendel in einem Leinensack

Viele Menschen fragen sich, wann die Lavendelblüten geerntet werden können. Hierbei sollte der richtige Zeitpunkt beachtet werden, der bei einigen Lavendelsorten bereits im Frühsommer gekommen ist. Beachte außerdem, dass die Blüten auch richtig getrocknet werden, damit sie eine möglichst hohe Qualität aufweisen. Ein Lavendelbusch wird im ersten Jahr noch nicht gar so viele Blüten bilden. Ab dem dritten Jahr kann man sich jedoch auf eine üppige Pracht freuen!

Bei dem Ernten der Blüten solltest Du Folgendes beachten

Ernte die Blüten bevor sie den sogenannten Blütehochstand erreicht haben.
Der richtige Zeitpunkt ist dann gekommen, wenn sich die Blüten leicht geöffnet haben.
Die meisten Lavendelsorten können zwischen Juli und Anfang August geerntet werden.
Geschnitten sollten die Blüten in der Mittagssonne werden, denn zu diesem Zeitpunkt sind sie auch wirklich trocken und die Gefahr von Schimmel kann eingedämmt werden.

Wie sollte man die Blüten richtig trocknen?

Wenn Du die Blüten des Lavendels trocknen willst, solltest du die einzelnen Stücke zuerst einmal zu Büscheln zusammenbinden. Hierzu eignet sich ein Gummiband. Danach können die Bunde einfach kopfüber an einem trocknen, warmen, dunklen Ort aufgehängt werden. Der Dachboden oder ein Gartenhaus eignen sich dafür am besten. Einige Menschen breiten die Lavendelstängel lieber auf Gitter aus, was auch eine gute Möglichkeit ist. Hierbei sollte die Luft jedoch stets gut zirkulieren können. Achte darauf, dass es keine direkte Sonneneinstrahlung gibt, denn schließlich will man die ätherischen Öle des Lavendels beibehalten. Wenn sich die Blüten einfach abstreifen lassen, ist die Trocknung fertig und die getrockneten Lavendelblüten können ihre Verwendung finden!

Wofür kann ich Lavendelblüten nutzen?

Lavendelbündel auf Lavendel Duftkissen

Die Blüten des Lavendels haben eine Vielzahl von Wirkungen. Reines, ätherisches Lavendelöl ist heute ein unverzichtbares therapeutisches Heilmittel, das seine Verwendung in der Haut-, Haar- und Körperpflege findet. Lavendelöl sorgt nicht nur für eine gute Wundheilung, sondern verhindert auch die Narbenbildung. Besonders bei Abschürfungen, tiefen Wunden oder Brandwunden kommt das Öl immer wieder gerne zum Einsatz. Zudem wirkt das Öl entspannend und kann auch bei Muskelschmerzen angewandt werden. Da Lavendel auch ein natürliches „Antimykotikum“ ist, wird es gerne bei Pilzen wie beispielsweise dem Nagelpilz angewandt.

Und natürlich findet Lavendelöl auch in Körperpflegeprodukten seine Verwendung. Ein entspannendes Bad mit Lavendelöl ist besonders in der kalten Jahreszeit wohltuend! Zudem kann ätherisches Lavendelöl auch hilfreich bei Akne und Hautunreinheiten sein. Hierfür reichen wenige Tropfen, die in einem Träger-Öl, wie beispielsweise Jojobaöl, verdünnt werden.

Können die ätherischen Öle der Lavendelblüten auch Tieren helfen?

Ja! Nicht nur unruhige Hunde, sondern auch Katzen oder Pferde können von den ätherischen Ölen profitieren. Durch die Öle werden die Tiere ruhiger und entspannter und auch bei Musekelschmerzen können ihnen die Wirkstoffe helfen.

Was kann man noch alles mit den Lavendelblüten machen?

Nicht nur Duftsäckchen oder Lavendelkissen können mit den getrockneten Blüten der beliebten Pflanze hergestellt werden, sondern auch Badeessenzen, Öle, Gesichts- und Körperpflegeprodukte können mit Lavendelöl hergestellt werden. Die ätherischen Öle finden auch in der Parfumindustrie ihre Verwendung und die Blüten können auch zu Tees hinzugefügt werden.

Wer den wohltuenden, entspannenden Geruch des Strauches liebt, kann sich ein kleines Potpourri aus den Lavendelblüten, Minze und Rosenblättern zusammenstellen oder ein kleines Duftsäcken mit den getrockneten Blüten herstellen. Dieses ist besonders angenehm vor dem Einschlafen und soll auch einen gewissen Schutz vor den lästigen Moskitos im Sommer bieten!

Die Wirkung des beliebten Lavendeltees

Lavendeltee in einer Glastasse mit Lavendelblüten

Aus den getrockneten Blüten des Lavendels kann auch ein köstlicher Tee zubereitet werden. Meist wird dieser Tee kurz vor dem Zubettgehen getrunken und soll für eine angenehme Nachtruhe und einen ruhigen Schlaf sorgen. Besonders nervöse Menschen mit Schlafproblemen können von der beruhigenden Wirkung des Lavendels profitieren. Sogar bei Angstzuständen kann Lavendel helfen!

Und auf den Körper selbst, haben die Blüten auch eine Wirkung, denn der Tee soll bei Kopfschmerzen und Migräne für Linderung sorgen. Selbst bei lästigen Magen-Darm-Beschwerden kann der Tee helfen. Wenn Du öfter mal unter Blähungen, Verstopfungen oder Verdauungsstörungen leidest, könnten dir die ätherischen Öle des Lavendels helfen. Hierbei ist jedoch auch Vorsicht zu genießen: wenn es zu einer Überdosis kommt, kann sich dies wiederum negativ auf den Magen und den Darm auswirken. In diesem Fall können die ätherischen Öle die Schleimhäute schnell reizen, weshalb der Tee nicht über einen längeren Zeitraum getrunken werden sollte.

Lavendel erfreut sich seit Jahrhunderten großer Beliebtheit und wird vor allem wegen dem einzigartigen Duft und der hervorragenden Wirkung des ätherischen Öles der Blüten so geschätzt. Der Strauch bringt nicht nur Farbe und Duft in den heimischen Garten, sondern ist auch wegen der Blüten so beliebt, die einfach getrocknet werden können und für Tees, Duftkissen und Co. verwendet werden können. Die Lavendelpflanze benötigt kaum Pflege und ist ein langlebiger, robuster Strauch, der zum echten Highlight im Garten werden kann. Wenn Du den Strauch neben Rosen pflanzt, können Schädlinge einfach ferngehalten werden. Wer sich für dieses einzigartige Gewächs entscheidet, wird es sicher nicht bereuen!

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