Dahlien pflanzen, pflegen und überwintern

Dahlienblüte in Nahaufnahme

Den Sommer verlängern
Wenn die Blütenpracht des Sommers schön langsam vorbei ist, dann haben die Dahlien ihren großen Auftritt, denn sie tauchen den Herbstgarten in ein prächtiges Feuerwerk der Farben. Und was immer Deine ganz persönliche Lieblingsfarbe ist: Bei Dahlien wirst Du ganz sicher fündig, denn diese wunderschönen Blumen gibt es in mehreren hundert verschiedenen Arten mit unterschiedlichsten Farben und Blütenformen.

Bunte Blütenpracht

Setzen kannst Du die Dahlien im Frühling, aber erst wenn es etwas wärmer ist und kein Frost mehr zu erwarten ist. Dabei stehen Dir zwei Möglichkeiten zur Auswahl: Du kaufst Dir Pflanzen oder Du setzt überwinterte Knollen aus Deinem eigenen Garten. Ein Tipp: Wenn Du in Containern gekaufte Dahlien einkürzt, erreichst Du einen buschigeren Wuchs. Dazu musst Du nur die Triebspitze abknipsen, sobald zwei Blattpaare ordentlich ausgereift sind. Willst Du besonders große Dahlienblüten erreichen, musst Du später die Nebenknospen der Blüten regelmäßig entfernen.

Guter Boden ist wichtig

Damit Deine Dahlien gut wachsen und gedeihen, musst Du den Boden gut umgraben und leider auch immer unkrautfrei halten. Unkraut jäten zählt zwar nicht zu beliebtesten Gartenarbeiten, aber die Pflanzen danken es Dir mit einer wahren Blütenpracht. Der Standort darf genauso wie bei der Clematis sonnig sein, wobei ein wenig Halbschatten den Pflanzen auch nicht schadet. Beachten musst Du aber, dass die Blumen im Halbschatten höher wachsen, weil sie nach der Sonne streben. Einige Arten sind überhaupt sehr wuchsfreudig. Deshalb solltest Du bei der Standortfrage die Windverhältnisse und andere Störfaktoren miteinbeziehen. Je höher Deine Blumen wachsen, desto leichter können sie vom Wind beschädigt werden. Wähle deshalb einen windgeschützten Platz. Am besten entlang des Gartenzauns, im Windschatten der Hausmauer oder zwischen niedrigen Gehölzern. Das sind nämlich die besten Plätze für die Herbstblüher. Nicht geeignet sind jedoch Plätze unter großen Bäumen. Die Bäume nehmen den Blumen nicht nur das Sonnenlicht, sondern auch die wichtigen Nährstoffe und die brauchen die Blumen in sehr großer Menge.

Düngen ist wichtig

Es ist wichtig, die Blumen regelmäßig zu düngen. Willst Du lange Zeit Freude an den Herbstblüher haben und sie immer wieder neu einpflanzen, darfst Du während der Wachstumsphase nicht mit Stickstoff düngen. Dann passiert nämlich Folgendes: Die Pflanze wächst schnell in die Höhe und bildet reichlich Blattwerk, doch die Substanz und Lagerfähigkeit der Knollen leiden erheblich.

Dahlienknollen pflanzen

Dahlien sind nicht winterhart. Die Knollen kommen deshalb erst ins Beet, wenn keine Fröste mehr drohen — ab Mitte Mai nach den Eisheiligen. Wer früher pflanzt, riskiert, dass der Austrieb erfriert.

Setze die Knollen etwa 10 cm tief mit dem Triebansatz nach oben. Der Abstand richtet sich nach der Sorte: niedrige Sorten 40 cm, hohe Sorten bis 80 cm. Ein Stützstab gehört gleich beim Pflanzen ins Loch — später eingeschlagen, beschädigt er die Knolle.

Nach dem Pflanzen zunächst sparsam gießen. Erst wenn die Triebe sichtbar sind, steigt der Wasserbedarf deutlich.

Gießen und Ausputzen

Dahlien haben einen hohen Wasserbedarf, vertragen aber keine Staunässe. Gieße durchdringend statt häufig und immer an die Wurzel — nasses Laub begünstigt Mehltau.

Ausputzen ist der wichtigste Pflegegriff: Entferne verblühte Blüten regelmäßig, sonst steckt die Pflanze ihre Kraft in die Samenbildung und stellt die Blüte ein. Wer konsequent ausputzt, erntet Blüten bis zum ersten Frost.

Achte beim Schneiden auf den Unterschied: Verblühte Köpfe sind spitz und geschlossen, ungeöffnete Knospen rund. Wer die Knospen abschneidet, nimmt sich die nächste Blüte.

Hohe Sorten aufbinden

Sorten über 80 cm — vor allem großblumige Dekorativ- und Kaktusdahlien — knicken bei Wind und Regen leicht um. Binde die Triebe locker an den Stützstab, mit weichem Material und in Achtertouren, damit der Stiel nicht eingeschnürt wird.

Schädlinge und Krankheiten

Das größte Problem sind Schnecken, die den frischen Austrieb im Mai oft über Nacht abfressen. In den ersten Wochen lohnt sich konsequenter Schutz.

Bei Trockenheit und Hitze treten Blattläuse und Spinnmilben auf, bei dichtem Stand Echter Mehltau. Ausreichender Pflanzabstand und Gießen an die Wurzel beugen beidem vor.

Dahlien überwintern

Nach dem ersten Frost werden die Blätter schwarz — das ist das Signal. Schneide die Stiele auf etwa 10 cm zurück und hebe die Knollen vorsichtig mit der Grabegabel aus, ohne sie zu verletzen.

  1. Erde abschütteln, Knollen einige Tage an einem luftigen Ort abtrocknen lassen
  2. Beschädigte oder faulige Stellen großzügig wegschneiden
  3. In Kisten mit Sand, Sägespänen oder trockener Erde einlagern
  4. Dunkel und frostfrei bei 5 bis 10 °C überwintern, etwa im Keller
  5. Über den Winter gelegentlich kontrollieren und schrumpelige Knollen leicht anfeuchten, faulende aussortieren

Ab April können die Knollen im Topf vorgetrieben werden — das bringt die Blüte um zwei bis drei Wochen nach vorn.

Dahlien als Schnittblumen

Dahlien sind hervorragende Vasenblumen. Schneide früh am Morgen und wähle Blüten, die sich gerade geöffnet haben — geschlossene Knospen öffnen sich in der Vase nicht mehr. Die Stiele schräg anschneiden und das Wasser täglich wechseln. Je mehr du schneidest, desto mehr Blüten bildet die Pflanze nach.

Die Heimat ist Mexiko

Die farbenprächtigen Herbstblüher stammen aus Mexiko, sind an das warme Klima angepasst und sind deshalb extrem frostempfindlich. Sobald es im Spätherbst in der Nacht kalt ist, ist es mit der Blütenpracht zu Ende. Jetzt schneidest Du die Stängel und Blätter bis auf fünf Zentimeter über der Erde ab. Die Knollen lässt Du aber noch in der Erde, damit sie ausreifen können. Erst kurz vor den schweren Nachtfrösten gräbst Du sie aus und streifst die noch anhaftende Erde ganz vorsichtig ab. Danach lässt Du sie frostfrei, aber luftig abtrocknen. Kennzeichne, in welchen Farben sie blühen, das erleichtert Dir nächstes Jahr die Gartengestaltung. Überwintern kannst Du die Knollen in einem Karton oder in einer Kiste. Über die Knollen gibst Du Sand und stellst die Kiste oder den Karton in einen dunklen Raum. Die Temperatur beträgt im Idealfall fünf bis acht Grad Celsius. Wenn die Temperatur etwas niedriger ist, ist das kein allzu großes Problem, der Raum muss aber auf jeden Fall frostfrei sein.

Häufige Fragen

Muss ich Dahlien wirklich jedes Jahr ausgraben?

In den meisten Regionen ja — die Knollen erfrieren im Boden. In sehr milden Weinbaulagen gelingt eine Überwinterung im Beet mit dicker Laubabdeckung, sicher ist sie aber nicht.

Warum blüht meine Dahlie nicht?

Meist drei Gründe: zu wenig Sonne (Dahlien brauchen mindestens sechs Stunden), zu viel Stickstoff (üppiges Laub, keine Blüten) oder fehlendes Ausputzen. Auch zu spät gepflanzte Knollen kommen manchmal nicht mehr rechtzeitig in Fahrt.

Kann ich Dahlien im Topf halten?

Ja, mit einem Gefäß ab etwa 30 cm Durchmesser und guter Drainage. Niedrige Sorten eignen sich besser. Im Topf trocknet die Erde schneller aus, also täglich prüfen. Zum Überwintern kann der ganze Topf frostfrei eingelagert werden.

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