Nach den Wintermonaten zeigt der Rasen oft deutliche Spuren: Moos, Filz und verdichteter Boden lassen das Gras lückig und gelblich erscheinen. Vertikutieren ist die wirksamste Maßnahme, um diesen Problemen auf den Grund zu gehen – im wahrsten Sinne. Mit den richtigen Handgriffen und zum richtigen Zeitpunkt gelingt die Frühjahrsfit-Machen des Rasens problemlos.
Inhaltsverzeichnis
Was ist Vertikutieren und warum ist es wichtig?
Beim Vertikutieren schneiden senkrecht stehende Messer oder Stahlklingen in die Rasennarbe. Dabei wird die sogenannte Filzschicht durchtrennt und herausgerissen – eine Ansammlung aus abgestorbenem Moos, Pflanzenresten und verdichteter organischer Materie, die sich zwischen den Grashalmen ansammelt. Diese Schicht verhindert, dass Wasser, Luft und Nährstoffe in den Boden eindringen können. Die Folge: Der Rasen wächst schwach, wird lückig und Moos breitet sich aus.
Der richtige Zeitpunkt: Wann vertikutieren?
In Deutschland gibt es zwei optimale Zeitfenster für das Vertikutieren:
- Frühjahr (April bis Mitte Mai): Der ideale Haupttermin. Der Rasen hat sein aktivstes Wachstum noch vor sich und erholt sich schnell. Wichtig: Erst vertikutieren, wenn der Rasen nach dem Winter bereits aktiv wächst – nicht zu früh bei noch kaltem Boden.
- Herbst (September): Zweiter Termin möglich, besonders bei starkem Moosbefall. Der Rasen hat dann noch ausreichend Zeit zum Regenerieren, bevor der Winter einsetzt.
Nie vertikutieren bei Trockenheit, Hitze oder gefrorenem Boden. Der Boden sollte leicht feucht, aber nicht nass sein.
Vorbereitung: So geht es richtig
Vor dem Vertikutieren sollte der Rasen auf ca. 3–4 cm Höhe gemäht werden. Längeres Gras verstopft das Gerät und verhindert ein effektives Eindringen in die Rasennarbe. Außerdem empfiehlt es sich, vor dem Vertikutieren vorhandenes Moos mit einem Moosentfernungsmittel abzutöten – lebendes Moos, das nur herausgerissen wird, regeneriert sich schnell.
Schritt für Schritt: Vertikutieren richtig gemacht
- Rasen kurz mähen (3–4 cm Schnitthöhe).
- Boden anfeuchten – bei trockenem Boden einen Tag vorher wässern.
- Vertikutierer einstellen: Schnitttiefe so wählen, dass die Messer den Boden leicht ankratzen (ca. 0 bis -3 mm). Nicht zu tief, da sonst gesunde Wurzeln beschädigt werden.
- Erste Bahn fahren, dann zweite Bahn quer zur ersten Richtung (bei starkem Filz).
- Material einsammeln: Das herausgerissene Material mit dem Rechen oder Laufsack sammeln und kompostieren.
- Kahle Stellen nachsäen: Direkt nach dem Vertikutieren ist der ideale Zeitpunkt – der Boden ist aufgelockert und der Samen findet guten Kontakt.
- Düngen: Ein Rasenstarter- oder Frühjahrs-Rasendünger liefert die Nährstoffe für das Nachwachsen.
- Wässern: In den ersten Wochen nach dem Vertikutieren regelmäßig wässern, damit die Rasensamen und Triebe gut anwachsen können.
Wie oft sollte man vertikutieren?
Als Faustregel gilt: einmal pro Jahr im Frühjahr reicht für die meisten Rasenflächen aus. Bei starkem Moosbefall oder sehr verdichtetem Boden kann ein zusätzlicher Herbstdurchgang sinnvoll sein. Wer seinen Rasen regelmäßig vertikutiert, Moos- und Filzbildung früh erkennt und konsequent gegenwirkt, kommt langfristig mit einem Termin pro Jahr aus.
Häufige Fehler beim Vertikutieren
- Zu früh im Jahr: Bei noch ruhigem Rasen reißen die Messer Wurzeln heraus, ohne die Filzschicht effektiv zu lösen.
- Zu tief einstellen: Beschädigt gesunde Graswurzeln und dauert länger zum Erholen.
- Kein Nachsäen: Der aufgelockerte Boden ist ideal für Rasensamen – diese Chance ungenutzt zu lassen ist ein häufiger Fehler.
- Bei Hitze oder Trockenheit vertikutieren: Stresst den Rasen zusätzlich und verlangsamt die Erholung.
Schöne Seite …Bald ist es wieder soweit: mähen, vertikutieren, düngen … und alles ist im Grünen !