Tomatenkrankheiten erkennen ist der wichtigste Schritt, um Ihre Ernte noch zu retten. Wer die Symptome von Braunfäule, Mehltau und Blütenendfäule frühzeitig kennt, kann gezielt gegensteuern – bevor die gesamte Pflanze verloren ist. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Krankheiten bei Tomaten am häufigsten auftreten, wie Sie sie sicher identifizieren und mit welchen Mitteln Sie effektiv gegensteuern können.
Inhaltsverzeichnis
Kraut- und Braunfäule: Die gefährlichste Tomatenkrankheit
Die Kraut- und Braunfäule (Phytophthora infestans) ist die am meisten gefürchtete Tomatenkrankheit. Sie befällt Blätter, Stängel und Früchte und kann innerhalb weniger Tage eine ganze Pflanze vernichten – besonders bei feuchtem, warmem Wetter.
Symptome erkennen
Die ersten Anzeichen sind dunkelbraune bis schwarze Flecken auf den Blättern, die sich von der Spitze her ausbreiten. Auf der Blattunterseite ist bei Feuchtigkeit oft ein weißlicher Pilzrasen sichtbar. Befallene Früchte zeigen braune, ledrige Flecken und faulen schnell. Besonders nach Regenphasen oder in dichten Beständen breitet sich die Krankheit rasant aus.
Vorbeugung und Behandlung
- Tomaten immer am Boden gießen, nie von oben – nasse Blätter sind der Hauptauslöser
- Ausreichend Abstand zwischen den Pflanzen lassen (mind. 60 cm)
- Regendach oder Folienschutz über den Pflanzen installieren
- Befallene Pflanzenteile sofort entfernen und in den Hausmüll – nicht auf den Kompost
- Kupferhaltige Pflanzenschutzmittel vorbeugend einsetzen
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Echter Mehltau an Tomaten
Echter Mehltau äußert sich als weißer, mehlartiger Belag auf der Blattoberseite. Anders als Krautfäule bevorzugt er trockene, warme Bedingungen bei gleichzeitig hoher Luftfeuchtigkeit – typisch für Gewächshäuser und heiße Sommerphasen.
Symptome und Behandlung
Befallene Blätter vergilben und rollen sich ein. Als Hausmittel wirkt eine Mischung aus Frischmilch und Wasser (1:9), die zwei- bis dreimal wöchentlich auf die Blätter gesprüht wird. Der Milchzucker verändert den pH-Wert auf der Blattoberfläche und hemmt das Pilzwachstum. Bei starkem Befall helfen zugelassene Fungizide auf Basis von Kaliumhydrogencarbonat.
Blütenendfäule: Kein Pilz, sondern Nährstoffmangel
Blütenendfäule erkennen Sie an dunkelbraunen bis schwarzen Flecken am Blütenende der Frucht. Das Fruchtfleisch darunter ist hart und bitter. Trotz der ähnlichen Optik handelt es sich nicht um eine Pilzkrankheit, sondern um Calciummangel – häufig ausgelöst durch unregelmäßige Bewässerung.
Ursachen und Vorbeugung
- Gleichmäßig und ausreichend gießen – Trockenphasen vermeiden
- Mulchschicht auftragen, um die Bodenfeuchtigkeit zu halten
- Calcium-haltigen Dünger einsetzen oder Kalkwasser gießen
- Übermäßige Stickstoffdüngung vermeiden – sie blockiert die Calciumaufnahme
Weitere häufige Tomatenkrankheiten im Überblick
Neben den drei Hauptkrankheiten gibt es weitere Erreger, die Tomaten im Sommer schädigen können:
- Botrytis (Grauschimmel): Graubrauner Schimmelbelag, besonders bei schlechter Luftzirkulation. Befallene Teile entfernen, für Belüftung sorgen.
- Septoria-Blattfleckenkrankheit: Kleine runde Flecken mit hellem Zentrum auf den unteren Blättern. Befallene Blätter entfernen, Kupfermittel einsetzen.
- Tomatenmosaikvirus: Gelblich-grüne Fleckenmuster, verkümmerte Triebe. Nicht heilbar – befallene Pflanzen entfernen und Werkzeug desinfizieren.
- Fusarium-Welke: Braune Verfärbung im Inneren des Stängels, Welkesymptome trotz ausreichend Wasser. Resistente Sorten bevorzugen.
Häufige Fragen zu Tomatenkrankheiten
Wie erkenne ich Krautfäule frühzeitig?
Achten Sie auf dunkelbraune Flecken an den Blattspitzen und Stängeln, besonders nach Regenphasen. Kontrollieren Sie Ihre Tomaten täglich von unten, da sich die Krankheit von den unteren Blättern nach oben ausbreitet.
Kann ich Tomaten mit Braunfäule noch essen?
Leicht befallene Früchte können nach großzügigem Herausschneiden der befallenen Stellen noch verzehrt werden. Stark befallene oder weiche Früchte sollten entsorgt werden.
Was hilft gegen Mehltau als Hausmittel?
Frischmilch mit Wasser verdünnt (1:9) wirkt effektiv gegen echten Mehltau. Auch Backpulver in Wasser (1 TL auf 1 Liter) oder verdünnter Apfelessig (1:10) können helfen.
Fazit
Tomatenkrankheiten sind im Sommer allgegenwärtig, aber beherrschbar. Wer regelmäßig kontrolliert, vorbeugend handelt und beim ersten Anzeichen eingreift, kann seine Ernte in den meisten Fällen noch retten. Gießen Sie stets am Boden, sorgen Sie für gute Luftzirkulation und greifen Sie bei Bedarf auf zugelassene Pflanzenschutzmittel zurück.
Letzte Aktualisierung am 11.06.2026 um 03:55 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API
