Löwenzahn, Pusteblume, Kuhblume

Eine Löwenzahnpflanze auf einer Wiese © Ansebach - shutterstock.com

Wer kennt sie nicht, die leuchtend gelben Blüten, die im April und Mai auf Wiesen, an Wegrändern und auf Schutthalden erscheinen und auch in vielen Gärten, nicht gerade zur Freude der jeweiligen Besitzer, auftauchen. Eigentlich zu Unrecht, denn die als Unkraut verschriene Löwenzahn-Pflanze, auch als Hundeblume, Kuhblume oder Pusteblume bekannt, sieht eigentlich recht hübsch aus und ist außerdem sogar noch eine Heilpflanze und essbar.

Zu welcher Pflanzengattung gehört die Löwenzahn-Pflanze und woher stammt sie?

Es gibt eigentlich zwei verschiedene Arten, den gewöhnliche Löwenzahn (lateinisch Taraxacum) und den Schaftlöwenzahn (lateinisch Leontodon). Beide gehören zur Pflanzengruppe der Korbblütler und sehen sich recht ähnlich. Der Laie kann die ausdauernden krautigen Pflanzen kaum unterscheiden. Wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist ist der hohle Blütenstil mit dem innen befindlichen Milchsaft, den nur die gewöhnliche Löwenzahn-Pflanze hat, die damit zu den Milchsaft.Heilkräuter zählt. Außerdem hat nur ihr Samen die kleinen weißen Flugschirmchen, denen sie den Beinamen Pusteblume verdankt. Die Pflanze ist in der Natur sehr weit verbreitet. Sie kommt praktisch auf der gesamten Nordhalbkugel der Erde und sogar in den gemäßigteren Zonen der Südhalbkugel vor und verträgt eine große Temperatur-Spanne. Selbst in Höhen bis 3000 Meter wächst sie, bleibt dort aber deutlich kleinwüchsiger als im Flachland. Die ursprüngliche Heimat der Pflanzenart ist der westliche Teil Asiens und Osteuropa.

Die Verwendung von Löwenzahn-Pflanzen in der Küche

Kenner lieben es, frische Löwenzahnblätter als Salat zu verzehren. Sie schmecken ein wenig wie Ruccola, frisch und leicht bitter und sind sehr vitaminreich und gesund. Ausgesprochen interessant schmeckt Löwenzahnblätter-Salat mit gebratenem Speck, mit Ziegenkäse oder Gorgonzola. Auch für ein grünes Pesto sind die Blätter geeignet und sie schmecken auch zusammen mit Spinat gehackt sehr gut. Es gibt Dutzende sehr leckere Gerichte mit den zackigen knackigen Blättern des Löwenzahns. Aus den Löwenzahn Blüten lässt sich mit Zucker und Zitronensaft ein ebenfalls sehr leckeres Gelee oder eine Art Sirup bereiten. Aus der langen und sehr kräftigen Löwenzahnwurzel wurde früher ein Kaffeeersatz hergestellt, das ist aber inzwischen aus der Mode gekommen. Dafür gibt es heute Löwenzahn-Wein und Löwenzahn-Bier.

Löwenzahn – Das Wunderkraut unter den Heilpflanzen

Für die einen ist es einfach nur lästiges Unkraut, für andere ein wahres Wunderkraut, welches die Gesundheit schützt und erhält und sogar verschiedene Krankheiten heilen kann. Löwenzahn hat zum Beispiel einen sehr positiven Einfluss auf unsere Verdauungsorgane. Er steigert die Bildung von Magensaft, ist appetitanregend und krampflösend. Außerdem regt er die Leber an, fördert die Galleproduktion und verbessert den Fettstoffwechsel. Aus den genannten Gründen empfehlen Naturheilkundler aber zunehmend auch viele Ärzte Löwenzahntee, Löwenzahn-Press-Saft oder Löwenzahnwurzel-Extrakt zum Beispiel bei Blähungen und Verdauungsstörungen, Gallenstörungen und sogar bei schwereren Leberschäden und Hepatitis. Sogar bei Diabetes können Löwenzahntee und Löwenzahnwurzel-Extrakt positiv wirken. Sie wirken sich positiv auf den Blutzuckerspiegel aus und helfen starke Blutzuckerschwankungen verhindern. Darüber hinaus wirkt die Pflanze auf sanfte Weise entwässernd und versorgt gleichzeitig den Körper mit Kalium und anderen wichtigen Mineralstoffen. So bietet sie sich an bei Harnwegsinfekten, Reizblase und ähnlichen Erkrankungen. Äußerlich angewendet kann sie auch Erstaunliches vollbringen. Der Milchsaft der Stiele kann Hühneraugen und Warzen verschwinden lassen und Hornhaut beseitigen. Auch bei allgemeinen Schwächezuständen hilft der Löwenzahn, den Organismus wieder auf Vordermann zu bringen. Er versorgt ihn mit vielen Vitalstoffen, Vitaminen und Proteinen, mit Kalcium, Magnesium und Eisen.

Wie wird die Löwenzahn-Pflanze richtig verwendet?

Natürlich sollte man keine Löwenzahn-Pflanzen verwenden, die direkt am Straßenrand oder auf der städtischen Hundewiese wachsen. Sie sind verunreinigt und nicht geeignet. Gut dagegen sind Pflanzen aus dem heimischen Garten oder von Wiesen, die abseits der Zivilisation liegen. Erntet man diese Pflanzen, kann man mühelos seinen Löwenzahntee, Löwenzahn-Saft oder Wurzelextrakt selbst zubereiten oder sich einen leckeren Salat zusammen zupfen. Der Tee wird entweder aus getrockneten Blättern oder besser noch aus der Löwenzahnwurzel bereitet. Diese erntet man am besten vor der Blüte. Dann enthält sie die meisten Nährstoffe. Getrocknet und in Streifen geschnitten ist der Wurzeltee lange haltbar. Ähnlich einfach ist die Zubereitung von Löwenzahnwurzel-Extrakt. Um Press-Saft aus den Blättern und Stielen zu bereiten, ist ein starker Entsafter notwendig. Mit ihm lassen sich auch leckere grüne Smoothies bereiten. Wem das zuviel Mühe ist, der kann alle möglichen Löwenzahnprodukte natürlich auch im Bioladen oder Reformhaus kaufen. Aber es macht auch viel Spaß, sich einfach im heimischen Garten zu bedienen und aus einem vermeintlich nutzlosen Unkraut etwas sehr Gesundes zu zaubern.

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