Kletterpflanzen

Kletterpflanze an einer Hauswand © Wilm Ihlenfeld - shutterstock.com

Für lebendige grüne Wände, angenehmen Sichtschutz und blühende Akzente sorgen Kletterpflanzen. Ihr Naturell ist es, an Bäumen, trockenen Ästen oder Felsen in die Höhe zu wachsen. Sie streben mit dem Kopf, den Pflanzentrieben, der Sonne entgegen und stehen mit den Füßen, ihren Wurzeln, im Halbschatten. Da sie schnell aus dem Dunkel herausgelangen müssen, sind die meisten kletternden Pflanzen in ihrer Jugend schnellwüchsig.
Dabei haben sie verschiedene Methoden entwickelt, luftige Höhen zu erreichen. Einige finden allein ihren Weg nach oben, andere sind für Unterstützung dankbar. Was für Kletterhilfen geboten werden müssen, hängt von den Wachstumseigenschaften der Pflanze ab. Entwickelt diese ein dichtes Blattwerk, so muss auch das Spalier robust sein.
Kletterpflanzen sind keine spezielle Gattung, sondern kommen aus unterschiedlichsten Pflanzenfamilien und stellen unterschiedlichste Standort- und Pflegebedingungen. Einige sind mit einem Platz in einem schicken Pflanzkübel zufrieden, andere benötigen offenen Boden.

Haftwurzler

Sie besitzen Haftorgane, mit deren Hilfe sie sich an der Oberfläche festhalten. Diese Pflanzen eignen sich zur Fassadenbegrünung.

Efeu

Keine Rankhilfe benötigt der immergrüne, robuste und dankbare Efeu, dem seine Haftwurzeln Halt bieten. Diese schnittverträgliche Pflanze schafft eine Wuchshöhe von 30 m, wächst aber langsam. Efeu kann auch als Bodendecker gepflanzt werden. Er blüht ungefähr nach 10 Jahren und bietet mit seiner späten Blüte vielen Insekten im Spätherbst Nahrung und mit seinen Beeren und Laub den Vögeln Nahrung und Unterschlupf im Winter. Er kann auch an schattigen Plätzen wachsen, möchte aber kalkhaltigen Boden mit konstanter Feuchtigkeit. Es gibt ihn in vielen Arten und unzähligen Sorten und Farbnuancen.

Wilder Wein

Dieser hat im Herbst mit dem verfärbtem, feuerrotem Laub seinen großen Auftritt. Er stellt nicht so große Ansprüche an den Boden. Dieser sollte durchlässig und nicht zu trocken sein. Der Selbstklimmer erreicht eine Wuchshöhe von 10 m. Seine Blüte im Spätsommer bieten Insekten Nahrung, die schwarzen Beeren ab Herbst helfen den Vögeln über den Winter. Er wünscht sich einen sonnigen Standort.

Trompetenblume

Die schön blühende Nordamerikanerin möchte einen warmen Platz. Sie besitzt starke Haftwurzeln. Mit diesen schafft sie es, steile Wände zu erklimmen. Die Trompetenblume gedeiht auch an Spanndrähten. Sie kann eine Höhe von 4 bis 10 m erreichen.
Ab Juli zeigt sie Ihren von gelb bis dunkelrot reichenden Blütenschmuck. Bis zum September öffnen sich ihre bis zu 8 cm großen Blütenkelche. Nach deren Verblühen zeigen sich Fruchtschoten, die kleinen grünen Bananen ähneln.
Die langen Peitschentriebe solltest Du, wenn sie herunterhängen, festbinden, die Seitentriebe des Vorjahres, die keine Blüten tragen, zurückschneiden.
Sie liebt reichlich Wasser und dankt Dir Düngegaben durch Wachstum und Blühfreudigkeit.

Kletterhortensie

Sie wächst sehr langsam, erreicht aber eine Höhe von 6 bis 8 m. Erst nach Jahren zeigen sich die prächtigen, weißen Blütendolden. Diese Blütenpflanze braucht keine Kletterhilfe. Sie liebt einen Standort in Nordlage oder auf der Ostseite. Im Winter verliert sie ihr Laub und ihre Borke verfärbt sich dekorativ rötlich. Sie möchte einen nicht austrocknenden und kalkfreien Boden.

Kletternder Spindelbusch/Spindelstrauch

Er besticht durch sein bunt gefärbtes Blattwerk, wächst sehr langsam und ist immergrün. Der Spindelbusch ist anspruchslos, gedeiht im Schatten oder in der Sonne und bietet Insekten Unterschlupf und Nahrung. Er erreicht eine Höhe von 2 bis 3 m.

Rankpflanzen

Sie umklammern mit elastischen Trieben ihre benötigte Rankvorlage. Diese im Laufe der Evolution umgewandelten Blätter suchen rotierend nach einer Sicherung und halten sich dann fest.

Clematis/Waldrebe

Die Clematis oder auch Waldrebe genannt, besticht durch ihren Blütenzauber. Sie kann so viele Blüten entfalten, dass ihr Laub nicht mehr sichtbar ist. Die Waldrebe blüht von Mai/Juni bis September. Es gibt Hybriden mit großen Blüten in verschiedenen Farben oder auch kleinblütige Wildformen. Je nach Sorte erreicht sie Höhen von 3 bis 10 m. Diese rankende Kletterpflanze braucht unbedingt einen Platz, wo ihre Wurzeln kühl und feucht stehen. Ein dekorativer eingegrabener Tontopf, ein Schatten spendender Strauch oder eine Mulchdecke können diesen Anspruch erfüllen. In Trockenzeiten darfst Du das Gießen nicht vergessen. Ansonsten erkrankt und stirbt dieses Blühwunder, was als „Clematissterben“ bezeichnet und gefürchtet wird.
Die Blätter und Triebe der Clematis lieben dagegen einen sonnigen, luftigen Standort ohne Zugluft. Die Pflanze wird etwas tiefer eingepflanzt als ursprünglich. Sollte der Standort an der Hauswand liegen, dann lass zu dieser etwas Abstand.
Diese Pflanze braucht keinen Schnitt. Sollte sie aber zu üppig sein, dann musst Du beachten, dass spät blühende Sorten im Frühjahr und früh blühende Sorten gleich nach der Blüte geschnitten werden.

Schlinger

Diese Kletterpflanzen schlingen und winden sich um Regenrinnen, Schnüre und nicht zu dicke Rankgerüste. Am Boden suchen sie sich dafür senkrechte Stützen. Ab einer bestimmten Höhe breiten diese Pflanzen sich dann auch waagerecht aus.

Knöterich

Bis zu 3 m wächst diese, auch als Polygonum bekannte, Schlingpflanze im Jahr. Sie erreicht eine Wuchshöhe von 8 bis 10 m. Ihre Heimat ist Asien und ihr Lebensmotto: Wachstum.
Im Sommer entwickelt sie kleine weiße Blüten, die ihr von Weiten das Aussehen eines Federbusches verleiht.
An ihren Standort stellt sie nur den Anspruch, nach Herzenslust wachsen zu dürfen.

Baumwürger

Diese schlingende Pflanze aus China und Japan solltest Du nicht an junge Bäume pflanzen, weil sie diese überwuchern könnte und richtig enge Schlinge entwickelt. Im Jahr kann sie bis zu 1 m wachsen. Der Baumwürger ist völlig anspruchslos, sollte aber nicht zu trocken stehen. Möchtest Du, dass er leuchtend rote Beeren trägt, dann pflanze einen anders geschlechtlichen Partner in seine Nähe.
Dieser Schlinger punktet im Herbst durch seine leuchtend gelbe Herbstfärbung.

Pfeifenwinde

Diese Pflanze liebt den Schatten. Hier entwickelt sie viele ihrer herzförmigen, bis zu 30 cm breiten Blätter. Hat sie einen sonnigen Platz, dann braucht sie sehr viel Wasser. Ihr dichtes Laub verdeckt schnell Pergolen, Lauben und stabile Spaliere. Sie kann eine Höhe von 5 bis 10 m erreichen.

Geißblatt/Heckenkirsche

Sie ist wüchsig, wunderschön blühend und viele Sorten duften herrlich. Ihre Wuchshöhe liegt zwischen 2 und 6 m. Manche Arten bieten eine Blütezeit von Mai bis September. Die Blüten werden gern von Schmetterlingen und Insekten aufgesucht. Später entwickeln sich schwarze, für uns giftige Beeren. Das Laub der Heckenkirsche ist dicht und bildet auf Pergolen einen schönen Sichtschutz. Es gibt immergrüne Sorten.
Das einheimische Geißblatt, welches den passenden Namen „Jelängerjelieber“ trägt, ist noch wüchsiger als die reicher blühenden, ausländischen Sorten. Ihre Blüten, die von Mai bis September erscheinen, verströmen besonders in den Abendstunden einen angenehmen Duft.
Gewünscht wird eine halbschattige Lage und ein feuchter Boden.

Blauregen/Glyzine/Wistarie

Seinen imposanten Blütenschmuck, bestehend aus blauen, riesigen „Regentropfen“, welche prächtige bis zu 50 cm lange „Trauben“ bilden, zeigt der Blauregen von April bis Mai. Dieser sich rechts- oder links windende Schlinger trägt auch den Namen Glyzine oder Wistarie. In welche Richtung der Schling erfolgt, hängt von der Sorte ab. Du musst darauf achten, dass Du keinen Sämling kaufst und pflanzt, denn bei diesem wartest Du jahrelang auf den wunderschönen Blütenrausch.
Dieser Kletterstrauch mit seinen hellgrünen Blättern erreicht eine Wuchshöhe von 6 bis 10 m.
Der Blauregen wünscht sich einen tiefgründigen, humosen Boden und einen sonnigen Standort. Er liebt reichliche Wassergaben und braucht eine stabile Klettervorrichtung, da seine Äste verholzen und er im Laufe der Jahre richtig schwer wird.
Der korrekte Schnitt und entsprechende Düngegaben bewirken eine reiche Blüte. Die richtige Zeit für den Rückschnitt ist im Frühjahr, wenn Du zwischen den dicken Knospen der Blüten und den schmaleren der Blätter unterscheiden kannst. Dann kürzt Du die nicht blühenden Zweige auf zwei bis drei Augen ein.

Hopfen

Diese einheimische Staude gibt es einjährig oder mehrjährig. Sie erreicht eine Höhenausdehnung von 3 m und liebt sonnige Lagen. Hopfen benötigt viel Wasser und Dünger. Die weiblichen Hopfenpflanzen entwickeln hellgrüne Hopfenzapfen.
Der japanische, einjährige Hopfen ist ein Maulbeergewächs und erreicht eine Höhe von bis zu 7 m. Ihm macht Trockenheit und auch weniger Sonne nichts aus.

Spreizklimmer

Sie bilden lange Triebe, die Du festbinden musst. Alleine sind sie nicht in der Lage, sich sicher festzuhalten. Eine Armierung aus Dornen sichert vielen Spreizklimmern Halt.

Brombeere

Dieses Beerenobst ist durch seine wohlschmeckenden Früchte sehr beliebt. Die Pflanze selbst bietet wenig Sichtschutz.
Beim Pflanzen von Brombeeren werden die Triebe auf 20 cm zurückgeschnitten, dann angehäufelt. Wenn sich neue Triebe gebildet haben, entfernst Du die Erde wieder.
Dieses Beerenobst trägt an den zweijährigen Trieben Früchte. Geiztriebe/Seitentriebe, welche von den Jungranken gebildet werden, kürzt Du im Sommer auf 2 bis 4 Knospen. Abgeerntete Triebe schneidest Du über den Boden weg.
Die lange Blütezeit vom Frühling bis zum Sommer verspricht eine lang anhaltende Ernte. Brombeeren sind ursprünglich bedornt oder botanisch korrekt: bestachelt. Heute gibt es im Handel und im Gartencenter viele stachellose Züchtungen.

Kletterrose

Diese bis zu 4 m hohen wunderschönen Gewächse brauchen unbedingt eine Kletterhilfe. Je nach Sorte sind sie duftend, einmal oder mehrmals im Jahr blühend sowie ein- oder mehrfarbig. Alle Sorten haben gemeinsam, dass sie sich über einen sonnigen Standort am Haus oder einer Wand freuen und sich einen nahrhaften, durchlässigen Boden wünschen. Zur Wand brauchen sie ungefähr 50 cm Platz und untereinander etwa 100 bis 150 cm. Bei der Pflanzung solltest Du sie schräg einpflanzen, wobei der Wurzelballen von der Mauer weg zeigen muss.
Wenn die Kletterrose schon 3 Jahre am Platz steht, dann braucht sie nicht mehr so reichliche Wassergaben. Bis Juni solltest Du sie düngen, danach dann nicht mehr, damit sie unbeschadet den Winter übersteht. Für den Winter empfiehlt sich das Anhäufeln und der Schutz mit Reisig.
Einen besonderen Schnitt brauchen die Kletterrosen nicht. Vertrocknete Triebe und in der Blüte nachlassende Seitentriebe sollten entfernt werden. Blühen tut sie an Trieben, die den vorjährigen Ruten entspringen.
Kletterrosen gibt es als Climber oder als Rambler. Climber besitzen lange starre Triebe, die für selbstständiges Ranken gemacht sind. Rambler haben lange, dünne , biegsame Triebe, die nur mit Hilfe einer Stütze in die Höhe wachsen können.

Winterjasmin

Dieser Strauch ist ein Vorfrühlingsblüher und öffnet bereits im Februar seine gelben Sternblüten. Er liebt einen geschützten, sonnigen Standort in südliche oder westliche Richtung.
Ältere Triebe kannst Du, im Frühling nach der Blüte, zurückschneiden.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Scroll to Top