Regenwasser sammeln im Garten – Tonne, Tank und sinnvolle Nutzung

Regenwasser zu sammeln und zu nutzen ist clever, nachhaltig und schont den Geldbeutel. Gartenpflanzen danken es: Regenwasser ist kalkfrei und hat den richtigen pH-Wert – Zimmerpflanzen und Säureliebhaber gedeihen damit besonders gut. So geht’s richtig.

Warum Regenwasser?

Leitungswasser ist in Deutschland oft kalkhaltig und enthält Chlor – beides ist für viele Pflanzen nicht optimal. Regenwasser ist naturgemäß weich und leicht sauer (pH 5,5–6,5), ideal für Heidelbeeren, Hortensien, Rhododendron und Tomaten. Außerdem: Pro Quadratmeter Dachfläche fallen bei 1 mm Niederschlag 1 Liter Wasser an – ein 50 m² großes Dach liefert bei 10 mm Regen 500 Liter!

Regentonne – die einfachste Lösung

Eine einfache Regentonne (200–500 Liter) am Fallrohr angeschlossen ist die günstigste Einstiegslösung. Kosten: ab 30 €. Ein Einlauffilter hält Laub und Schmutz fern. Tonne mit Deckel abdecken, damit keine Mücken brüten. Im Winter leeren und umgekehrt lagern oder mit einem Frostwächter versehen.

Unterirdische Zisternen – für den Ernstfall

Für größere Gärten oder Haushalte, die auch Toiletten und Waschmaschinen mit Regenwasser betreiben möchten, sind unterirdische Zisternen (3.000–10.000 Liter) die beste Wahl. Das Wasser bleibt kühl, dunkel und damit länger frisch. Installation ist aufwendiger und teurer (ab 2.000 €), amortisiert sich aber langfristig.

Überirdische IBC-Container

IBC-Container (Intermediate Bulk Container, 1.000 Liter) sind gebraucht günstig erhältlich (ab 50 €) und ideal für größere Wassermengen im Garten. Sie sind robust, stapelbar und können direkt ans Fallrohr angeschlossen werden. Wichtig: nur Behälter, die keine gefährlichen Stoffe enthielten, verwenden.

Anschluss ans Fallrohr

Der einfachste Anschluss erfolgt über einen Fallrohr-Filter, der in das Regenrohr eingebaut wird. Das Wasser wird gefiltert und in die Tonne umgeleitet; bei vollem Behälter fließt das überschüssige Wasser weiter ins Erdreich oder in die Kanalisation.

Pumpe für größere Entfernungen

Für einen großen Garten, bei dem die Tonne weit weg von den Beeten steht, lohnt eine Tauch- oder Förderpumpe. Damit kann das Wasser durch einen Gartenschlauch verteilt werden. Solarbetriebene Pumpen sind energiesparend.

Qualität und Hygiene

Regenwasser ist für die Gartenbewässerung ideal, aber nicht als Trinkwasser geeignet. Es kann Bakterien, Pollen und Umweltverschmutzungen enthalten. Den Behälter einmal jährlich reinigen, dunklen Algenbelag mit einer Bürste entfernen. Keine offenen Behälter – Mücken nutzen stehendes Wasser als Brutstätte.

Rechtliches

Das Sammeln von Regenwasser für den Privatgarten ist in Deutschland uneingeschränkt erlaubt. Für die Nutzung im Haus (Toilette, Waschmaschine) gelten je nach Gemeinde unterschiedliche Vorschriften. Das Einleiten von gesammeltem Regenwasser in die Kanalisation kann gebührenpflichtig sein – beim zuständigen Wasserversorger nachfragen.

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