Veilchen

Die Pflanzengattung der Veilchen oder Violen zählen botanisch zur Familie der Veilchengewächse (violaceae). Von den weltweit bekannten etwa 500 bis 550 Arten und Unterarten bevorzugen die meisten Veilchengewächse die gemäßigten Klimazonen der Erde. Neben ihren eigentlichen Verbreitungsgebieten in Nord- und Mittelamerika sowie Japan, wurde sie auch in weiten Teilen Europas schon seit der Antike als Garten- und Heilpflanze entsprechend kultiviert. Nicht zur botanischen Gattung der Viola gehören, trotz ihres irreführenden Namens, dagegen das Alpenveilchen und Usambaraveilchen. Da die Veilchengewächse zu den ersten Blumen gehören, die nach dem Winter blühen, gelten sie als die wohlriechenden Boten des Frühlings. Zu den bekanntesten Gartenveilchen gehören die Duftveilchen (viola odorata), die Hornveilchen und das Stiefmütterchen. Der krautartige Wuchs ist für diese Pflanzenart typisch, allerdings können sie auch halbwüchsige Stauden bilden. Bekannt sind die Veilchengewächse nicht nur wegen ihrer unverwechselbaren meist violetten Farbe, sondern auch wegen des charakteristischen Duftes. Die Intensität des Duftes ist allerdings stark abhängig von der Außentemperatur und nicht jeder ist in der Lage diesen wahrzunehmen.

Standort und Pflege

Alle Veilchenarten bevorzugen einen mäßig feuchten, aber humusreichen Boden. Dieser sollte niemals zu trocken sein, da dies den Blütenansatz beeinträchtigt. Als Lage sollte ein absonniger bis halbschattiger Standort gewählt werden. Alle Arten und Sorten werden in der Regel nie höher als 30 Zentimeter. Die weichen Blätter sind meist nierenförmig bis kreisrund. Auch ihre Stengel sind recht weich und brechen leicht ab. Die Blüten besitzen die typische Veilchenform, die insbesondere beim Stiefmütterchen an kleine Gesichter erinnern. Im Allgemeinen gelten die Veilchengewächse als recht robust. Bei übermäßiger Düngung oder stauender Nässe kann es allerdings zu Stengelgrundfäule kommen. Der typische Schädling für Veilchen ist die Veilchen-Blattrollmücke, die allerdings nur die heimischen Arten befällt und dann nur einen recht begrenzten Schaden anrichtet.

Die Veilchengewächse als Kult- und Heilpflanze

Die Veilchen spielten schon in der griechischen Mythologie als Kultpflanze eine große Rolle. Nach jener Sichtweise entstanden die ersten Veilchen, in dem der Göttervater Zeus eine Tochter des Gottes Atlas in diese Blume verwandelte, um sie gegenüber den aufdringlichen Nachstellungen des Sonnengottes Helios zu schützen. In der Antike wurden die Veilchengewächse auch als Heilpflanze bei verschiedenen Erkrankungen und Befindlichkeitsstörungen eingesetzt. Wegen den besonderen Inhaltsstoffen wie beispielsweise von Flavonoiden, Glykosiden, Saponinen, Salicylsäuren und einigen Bitterstoffen, weisen die Veilchenarten eine Reihe von Heilwirkungen auf. So wurden sie seit dem Mittelalter in Mitteleuropa auch als Arznei gegen Bronchialkatarrh, Husten und Keuchhusten angewendet. Die Wurzel kamen des Weiteren als Brech- und Abführmittel zum Einsatz. Aber auch in der modernen Heilkunde findet die Pflanze ihre entsprechende Berücksichtigung. Im Jahr 2007 erhielt speziell das Duftveilchen die Auszeichnung „Heilpflanze des Jahres“.

Veilchenblüten als kulinarische Essenz

Die Blüten des Veilchens sind weitgehend essbar. Sie werden heute sowohl zur Aromatisierung von Sirup und Essig als auch zur Dekorierung von Salaten und Desserts verwendet. Des Weiteren werden sie zur Verfeinerung von speziellen Süßigkeiten und Likören benutzt. Auch kann aus ihnen, mit Zusatz von schwarzem Tee, ein Veilchentee zubereitet werden.

Der Niederschlag in Kunst und Kultur

Im späten Mittelalter und in der Renaissance wurde das Duftveilchen gelegentlich als besonders Attribut bei diversen Marienbildnissen benutzt. Auch sollte die spezielle violette Farbe der Blume den Schmerz und Tod von Jesus Christus symbolisieren. Als die Frühlingsboten schlecht hin, fanden die Veilchengewächse in zahlreichen Lieder und Gedichten gleichfalls ihre besonderen Würdigungen. Hier sei auf die entsprechende Werke von Homer, den französischen Troubadouren und Johann Wolfgang von Goethe hingewiesen.

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