Kornelkirsche

Antikes Wildobst mit heilender Wirkung!
Die Kornelkirsche (lat. Cornus) zählt aus botanischer Sicht zu den Hartriegelgewächsen; sie trägt unterschiedliche Namen. Je nachdem, wo man sich aufhält, ist sie als Herlitzegelber Hartriegel oder – in Österreich –  als Dirndlstrauchbekannt. Der Strauch – er wächst mehrstämmig – wird überwiegend als Ziergehölz gepflanzt. Er ist über viele Monate ein echter Blickfang. Die unzähligen gelben Blüten im zeitigen Frühjahr erfreuen Herz und Auge. Im Sommer trägt die Herlitze glänzend rote Früchte, die an zu groß geratene Hagebutten erinnern. Sie sind zum Verzehr geeignet. Im Herbst zeigt der Strauch ein sattes Rosa – ehe er als einer der ersten Sträucher seine Blätter abwirft.

Standort und Pflege

Der Cornus erreicht – wenn Du ihn lässt – eine Höhe zwischen drei und acht Metern. Er bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Als Wildobst hat er sich auf trockene Hanglagen spezialisiert; er gedeiht auch im Hausgarten. Nur Staunässe mag er nicht!
Die Herlitze ist hart im Nehmen. Sie kommt mit Trockenheit, Hitze und Wind gut zurecht. Sogar einen starken Rückschnitt nimmt sie nicht Übel. Darum eignet sich das Gehölz besonders gut als Hecke.
Ihr Nährstoffbedarf ist gering; eine Düngergabe im Frühjahr reicht aus. In den ersten beiden Jahren wächst der Strauch mäßig. Wer das weiß, kann sich leichter in Geduld üben, ohne sich Gedanken über die Gesundheit des Stämmchens zu machen.

Verwendung und Besonderheiten

ökologischer Nutzen

Der gelbe Hartriegel eignet sich hervorragend als Bienenweide. Die vielen Blüten tragen einen Nektar, der die Bienen besonders anzieht. Die Kornelkirsche blüht im März und April, also relativ früh im Jahr. Das macht sie für die Bienen noch attraktiver.
Auch andere Insekten fühlen sich von der Kornelkirsche angezogen – und so bietet sie eine Oase für eine bunte Vielfalt an Kleinstlebewesen. Unsere heimischen Vögel freut das! Der Strauch bietet ihnen nämlich einen doppelten Nutzen: Das ganze Jahr über sind es die Insekten, die ihnen als Nahrung dienen; im Spätsommer locken die roten Früchte.

Verwendung in der Küche

Die Früchte des Hartriegelgewächses enthalten sehr viel Vitamin C und werden in der gesamten europäischen Küche verwendet. Meist entstehen aus ihnen Marmeladen, Gelee, Sirup oder Likör. Über diesen Leckereien darfst Du nicht vergessen, dass es sich um ein Wildobst handelt – die Früchte sind entsprechend sauer und das Entkernen verlangt viel Ausdauer.
Beim Kauf eines Setzlings ist eine Beratung in der örtlichen Baumschule empfehlenswert. Es gibt veredelte Sorten, die einen höheren Ertrag und ein süßeres Fruchtfleisch bieten. Um die Befruchtung der Blüten sicherzustellen, sollte ein zweiter Strauch in der Nähe gepflanzt werden.
Ein Tipp für die Ernte: Breite ein Netz oder eine Plane unter dem Strauch aus und schüttle ihn kräftig. Die reifen Früchte fallen herab und Du kannst sie einsammeln. Im Abstand von einigen Tagen wiederholst Du das Procedere – solange, bis alle Früchte geerntet sind.

Heilwirkung

Bereits in der Antike soll der Cornus als fiebersenkendes Mittel eingesetzt worden sein.
Später verhalf Hildegard von Bingen dem Hartriegelgewächs zu großer Bekanntheit. Sie empfahl den Verzehr der Früchte vor allem im Zusammenhang mit Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, zum Beispiel zur Darmreinigung und bei Magengeschwüren.

Besonderheiten

Das Holz der Herlitze gilt als eines der schwersten Hölzer Europas. Fällt ein Ast ins Wasser, geht er unter.
Seit einiger Zeit wird die Kornelkirsche neben ihrem Nutzen zur Erhaltung der Artenvielfalt auch für einen weiteren Zweck verwendet: Sie verfügt über äußerst wuchsfreudige Wurzeln. Dadurch gelingt es ihr, erosionsgefährdete Böden vor dem Abrutschen zu schützen.

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