Ameisen bekämpfen im Garten, auf dem Rasen und im Haus

Ameisen bauen eine Brücke

Ameisen: Schrecken und Segen zugleich

Im eigenen Garten lässt es sich bekanntlich am besten Entspannen nach einem anstrengenden Arbeitstag. Jeder Gartenbesitzer mit einem Rasen freut sich darüber Barfuß im Sommer über den Rasen zu gehen. Doch was ist das? Achtung! Ameisen im Rasen. Was nun? Wie soll man diese kleinen Ungeheuer bekämpfen und dabei nicht den gut gepflegten Rasen schädigen? Welche Ameisenbekämpfung ist die richtige?

Zunächst sollte erstmal geklärt werden, dass es sich bei Ameisen nicht um Ungeziefer handelt, sondern um nützliche Insekten, die für das Wohl im Garten sorgen. Diese kleinen Insekten sind sehr starke und zähe Tierchen. Sie könne bis zum hundertfachen ihres eigenen Gewichtes tragen. Die größte Ameisenkolonie befindet sich derzeit in Südeuropa und ersteckt sich von Italien bis nach Spanien. Es gibt mehrere Millionen Nester und dementsprechend viele Milliarden kleiner Tierchen. Das ist schon enorm.

Man unterscheidet inzwischen weit mehr als 11.000 unterschiedliche Ameisenarten. Meist trifft man hierzulande auf die kleinen schwarzen Artgenossen, die Wegameise (Lasius) und die Waldameise. Feinde der Ameisenvölker sind vor allem Spinnen, Vögel und kleinere Nagetiere, sowie andere größere Insektenarten.
Doch wenn die Ameisen auf dem Rasen auftauchen und dort ihre Nester aufbauen, ist dies nicht nur ein unschöner Anblick, sondern kann auch ziemlich nervig werden, wenn sich die Krabbler auf andere Teile des Gartens ausbreiten und Schäden anrichten. Wenn diese kleinen Insekten zum Beispiel unter den Terrassen-Platten anzutreffen sind, kann es schnell passieren, dass sich durch die weggetragene Erde die Platten absenken.

Ameisenbekämpfung im Rasen: Umsiedeln

Die einfachste und schonendste Methode der Schädlingsbekämpfung ist in diesem Fall, die kleinen Tierchen umzusiedeln. Es sorgt für ein gutes Gewissen, das man nicht alle kleinen Freunde umbringen muss. Am einfachsten geht das, indem man einen Blumentopf nimmt, diesen mit einem weichen Material füllt, zum Beispiel leicht flockige Blumenerde oder Holzwolle. Dieser Blumentopf wird dann zur Stelle des Ameisenbaus gestellt. Nach etwa einem bis drei Tagen kann kontrolliert werden, ob sich die Tierchen in dem Topf angesiedelt haben.

Zur Erklärung: Ein Ameisenvolk verfügt wie ein Bienenvolk über eine Königin, um die sich die Helfer scharen. Will man ein Ameisenvolk umsiedeln, muss man die Königin umsiedeln. Hat man Erfolg und es wimmelt nur so vor kleinen Tierchen am Boden des Topfes, kann man getrost den Topf außer Reichweite des Rasens irgendwo an einer passenderen Stelle platzieren. Das Ameisenvolk wird dann dort seinen Aktivitäten nachgehen.

Weitere Hausmittel zur Ameisenvertreibung

Der Haushalt bietet eine Fülle an Hilfsmitteln. Hierzu eignen sich vor allem Zimt, Chilipulver, Lavendelblüten oder Gewürznelken. Werden diese auf die Ameisenstraßen oder Ameisennester gegeben, werden die Krabbler schon sehr bald das Weite suchen, da diese den Geruch nicht sonderlich mögen. Hiermit findet sich also eine sehr natürliche und Umweltgerechte Methode und kann auch ohne Probleme im Haus angewandt werden.

Backpulver als günstige und wirksame Alternative im Kampf gegen Ameisen

Nun kommen wir zu den weniger harmlosen Alternativen der Schädlingsbekämpfung. Ist der Ameisenbefall genau lokalisiert, kann mit Hilfe von Backpulver dem Ameisenbefall ein Ende bereitet werden. Dazu wird handelsübliches Backpulver einfach auf die Ameisenstraßen und den Eingang zum Ameisenbau gestreut. Die kleinen Insekten werden das Backpulver vertilgen. Als Folge platzen diese und die Ameisenplage ist überstanden. Wir zeigen diese Möglichkeit allerdings nur der vollständigkeit halber auf. Es gibt genug weniger aggressive und grausame Möglichkeiten dem Ameisenproblem Herr zu werden.

Maulwurf-Spieße gegen Krabbler

Eine weitere Möglichkeit im Kampf gegen die kleinen Krabbler sind Maulwurf-Spieße, die eigentlich (wie der Name schon sagt) zum Einsatz gegen Maulwürfe gedacht sind. Diese Spieße sind meist Solar betrieben und verursachen leichte Vibrationen, die die Maulwürfe abhalten. Dieses Werkzeug lässt sich auch hervorragend gegen die Ameisen einsetzen. Der Rasen wird bei Einsatz dieses Hilfsmittels frei von Ameisennestern und Maulwurfshügeln bleiben.

Gieß- und Streumittel

Als ebenfalls erfolgreich im Kampf gegen Ameisenvölker haben sich sogenannte Gieß- und Streumittel erwiesen. Die einfach in die Bauten der Insekten eingelassen werden. Die hierzulande im Handel erhältlichen Mittel sind ungefährlich für Mensch und Haustier und können so ohne Bedenken eingesetzt werden. Gegen die Kontaktwirkung des Giftes haben die kleinen Krabbler keine Chance und werden ohne großen Aufwand beseitigt.

Ameisenfalle

Die Ameisenfallen verfügen über einen Ameisenköder, der stark Zuckerhaltig ist und von den Arbeiterameisen in den Bau zur Futterversorgung getragen wird. Dort wird der Ameisenköder, der ein Gift enthält an die Larven und die Königin verfüttert. Bald schon haben die kleinen Krabbler ihr letztes Mahl eingenommen und steigen auf in den Ameisenhimmel. Die Ameisenfallen verfügen über so kleine Öffnungen, dass nur die kleinen Ameisen hineinsteigen können, um sich den Ameisenköder zu schnappen. Für Kleinkinder, Haustiere oder andere Insektenarten ist der Zugang zu klein. Die Wegameise kann so gezielt bekämpft werden.

Ameisenbefall in der Wohnung oder im Haus, was tun?

Um die Vorratsschädlinge in der Wohnung oder dem Haus zu bekämpfen ist es ratsam Mittel zu verwenden, die keine Gesundheitsgefahr für umstehende Personen sind. Hierbei ist es hilfreich die entdeckten Ameisenstraßen mittels Essigreiniger zu überwischen. Dadurch wird der von den Arbeiterameisen abgegebene Lockstoff entfernt, den sie zum markieren ihrer Straßen verwenden. Das ist dann schon ein guter Anfang. Anschließend kann man einfach die oben beschriebenen Mittel zur Vertreibung anwenden und die kleinen Freunde werden sich aus dem Staub machen.
Natürlich besteht auch die Möglichkeit ein chemisches Insektengift zu verwenden. Die Wirkung ist allemal schnell und tödlich. Doch werden durch den Einsatz dieser Mittel auch Menschen und Haustiere gefährdet. Vor allem Kleinkinder können schneller in Kontakt mit den Resten des Giftes kommen. Daher sollte möglichst auf diese Art der Ameisenbekämpfung verzichtet werden. Auch zum Wohle der Umwelt.

Kampf gegen Flugameisen

Bei den Flugameisen handelt es sich um Fortpflanzungsfähige Tiere, die beim Fliegen auf der Suche nach dem jeweiligen anderen Geschlecht sind. Nach der Hochzeit sterben die Männchen ab und die Weibchen verlieren ihre Flügel und gründen einen neues Ameisenvolk bzw. begeben sich wieder in den alten Ameisenbau. Mitte Mai fliegen die ersten Flugameisen und können zur nervigen Plage werden. Vor allem wenn sie auch ins Haus oder die Wohnung kommen. Es gibt aber eine Reihe von Möglichkeiten mit den kleinen Freunden zu Recht zu kommen. Zum einen ist es ratsam Fliegengitter an den Fenstern im Haus anzubringen, um ein Eindringen in die Wohnung zu verhindern (angenehmer Nebeneffekt ist hier, dass auch Fliegen und Mücken draußen bleiben). Des Weiteren sollte man Hauswände auf eventuelle Ritzen und Löcher kontrollieren und diese mit entsprechenden Mitteln verschließen. Es sollte kein Essen offen herumstehen und gebrauchtes Geschirr sollte möglichst direkt abgespült oder in den Spüler gestellt werden.  Auch als hilfreich hat es sich erwiesen, Lavendel um das Haus anzupflanzen. Hierdurch werden die kleinen Flugtierchen vertrieben. Eine Lavendelduftkerze oder eine Lampe die Lavendelduftöl verdampft kann auch schon hilfreich sein. Wenn es dunkel wird können auch Insektenlampen eingesetzt werden, die die Flugameisen anlocken und zuverlässig beseitigen.

Nachhaltigkeit

Wenn eine Umsiedlung oder andere „schonende“ Methoden nicht fruchten und es tatsächlich der Griff zum Gift sein muss, sollte genau darauf geachtet werden, dass auch wirklich alle Ameisen durch die Bekämpfungsaktion verschwunden sind. Diese Insekten sind sehr widerstandsfähig und können sich auch bei großen Verlusten schnell erholen.

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