Kräuterschnecke bauen

Ein mit Steinen abgegrenzter Kräutergarten © Katarzyna Mazurowska - shutterstock.com

Kräuterschnecke planen und bauen
In einer Kräuterschnecke können unterschiedliche Kräuter auf engem Raum angepflanzt werden. Jedes Kraut an seinen Platz, denn je höher es in der Kräuterspirale geht, desto trockener wird es. Oben sollten daher mediterrane Kräuterarten angepflanzt werden, die Sonne und magere Böden mögen. Staunässe wird es da nicht geben. Die Mauern speichern auch die Tageswärme für die Nacht. Wurde die Spirale richtig ausgerichtet, werfen die Mauern auch Schatten auf die Kräuter, die Halbschatten mögen. Salbei, Rosmarin, Thymian und andere Kräuter des Südens gehören daher in die obere Region. Weiter unten in der Feuchtzone sind die Wasser liebenden, einheimischen Gewächse wie Schnittlauch oder Petersilie anzupflanzen. Kräuterschnecken sind in Spiralform optimal für alle Küchen- aber auch Heilkräuter geeignet.

Die Kräuterspirale ist aber nicht nur gut, um die ursprünglichen Lebensräume der Pflanzen zu simulieren. Sie ist auch wirklich attraktiv mit den verschiedenen Kräutern, die im Sommer zum Teil auch blühen. Vom Salbei zum Beispiel gibt es viele verschiedene Sorten, die mit bunten Blüten einfach prächtig aussehen und dazu noch gut riechen. Salbei ist eine mögliche Wahl für das mittlere Hochbeet der Kräuterschnecke und damit besonders im Sichtbereich. Aber auch andere Küchen- oder Heilkräuter sind hübsch anzusehen.

Geschichte der Kräuterschnecken

Die Kräuterspirale ist das wohl am häufigsten umgesetzte Element der Permakultur. Permanent agricultur, also permanente Agrokultur, wurde durch den Japaner Masanuba Fukuoka begründet. Er beobachtete die Natur und suchte Methoden, um mit ihr zu arbeiten und nicht dagegen, um viel Arbeit zu sparen. Seine Methode nannte er auch die „Nichts-tun-Landwirtschaft“. Der Australier Bill Mollison entwickelte 1978 diese Ideen weiter. Die Sandzeichnungen der Aborigines sollen ihn zur Entwicklung der Kräuterschnecken inspiriert haben. In der Natur kommt die Spiralform, gerade bei den Naturvölkern, sehr häufig vor. 1981 wurde Mollison für sein Konzept der Permakultur ausgezeichnet.

Optimaler Platz und die richtige Größe für eine Kräuterschnecke

Die Spirale beherbergt Küchenkräuter. Daher ist ein Platz in der Nähe der Küche oder von der Küche gut zugänglich von Vorteil. Während des Kochens können sie ganz schnell geschnitten oder gezupft und verwendet werden. Frischer geht es nicht.

Zudem muss der Platz aber auch sonnig sein und ausreichend groß. Drei bis vier Meter im Durchmesser sind optimal, dann kann um die große Spirale von circa 2,5 Meter bis 2,8 Meter Durchmesser komplett herumgegangen werden. Es kann aber auch eine kleinere Spirale gebaut werden, wenn nicht ausreichend Platz vorhanden ist. Wenn sie dann noch in Nord-Südrichtung ausgerichtet wird, ist der Standort perfekt gewählt.

Die Höhe der Spirale variiert mit ihrer Größe. Als Faustregel gilt bei 2,8 Meter Durchmesser eine Höhe von 80 Zentimetern. Kleinere Spiralen haben in der Mitte eine Höhe von 50 bis 70 Zentimetern. Die Beetbreite ist mit 40 bis 60 Zentimetern zu planen. Dazu kommt die Mauerbreite, je nach verwendetem Baumaterial.

Aufbau und Zonen der Kräuterschnecke

Die Spirale windet sich um ein in der Mitte angelegtes rundförmiges Hochbeet abwärts. Die Erckenbrecht Spirale hat am Fuß einen Miniteich, der ein feuchtes Mikroklima erschafft. Hier können Brunnenkresse oder Wasserminze unter für sie bestens geeigneten Bedingungen wachsen. Der Teich sollte auf der Südseite liegen. Er kann aber auch problemlos weggelassen werden.

Von unten gesehen steigt die Spirale langsam an. Der untere Teil ist feucht, insbesondere, wenn ein Teich vorhanden ist. Dieser nimmt aber auch die Wärme der Sonne am Tag auf und gibt sie in der Nacht ab. Die Erde sollte Wasser speichernd und nicht zu locker sein. Viel Komposterde sorgt für reichlich Ertrag. Die mittlere Region ist die Normalzone, die für die meisten Pflanzen geeignet ist. Die Erde ist ganz normal mit etwas Sand und viel Humus. Durchlässiger als am Fuß, aber nicht so durchlässig wie in der Mittelmeerzone. Die meisten Pflanzstellen liegen im Halbschatten. Der obere Bereich ist die Trockenzone für die mediterranen Küchenkräuter. Der Boden ist durchlässig und mager. Viel Sand und etwas Kalk sollten in die Erde gemischt werden. Der innere Aufbau der Spirale sorgt für eine gute Drainage. Der Übergang zwischen den Bereichen ist fließend und bietet ideale Plätze für alle Arten von Heil- und Küchenkräutern.

Baumaterial und Konstruktion der Kräuterspirale

Wenn der richtige Platz ausgewählt wurde, werden die Wände der Spirale auf dem Boden markiert. Entweder mit Sägespänen oder Kieselsteinen, aber auch kleine Holzstöcke können gesteckt und mit einer Schnur oder einem Paketband verbunden werden. Die Form soll der eines Schneckenhauses entsprechen.

Die Bodenfläche der Spirale wird circa 20 Zentimeter, ausgehoben. Ist der Boden sehr tonhaltig, sollten wenigstens 30 Zentimeter ausgehoben werden, um spätere Staunässe zu vermeiden. Die ausgehobene Fläche, mit Ausnahme des Platzes für einen eventuellen Miniteich, wird dann mit grobem Kies oder Bauschutt beziehungsweise Ziegelstein- oder Tonscherbenstücke 10 Zentimeter hoch gefüllt. So entstehent ein gutes Fundament für die Mauer und der erste Teil der Drainage. Wenn ein Miniteich angelegt wird, wird dieser wenigstens 20 Zentimeter tiefer ausgehoben, je nach Größe auch bis zu 40 Zentimeter. Dieser Bereich wird nicht mit Kies gefüllt.

Dann kommt die Mauer dran. Für die Küchenkräuterspirale werden die Steine als Trockenmauer geschichtet. Das bedeutet, es wird kein Zement oder Mörtel verwendet. Einige Pflanzen, wie zum Beispiel Thymian wachsen zwischen den Steinen. Auch Eidechsen schlüpfen gerne zwischen die lose verlegten Steine. Die Mauer kann aus Mauerziegeln, Gussbetonsteinen oder Klinkersteinen gebaut werden. Sie sind gleichmäßig groß und schnell verlegt. Natürlicher, aber auch zeitaufwendiger zu schichten, ist Naturstein oder auch Kalksandstein. Die Natursteine sind unterschiedlich groß und es gleicht ein bisschen einem Puzzlespiel, sie anzupassen. Eine andere Variante ist aus Ziegelsteinen eine Stützmauer zu erstellen und dünne Natursteinplatten daran zu legen. Zu beachten ist dann, dass der Durchmesser durch die erheblich dickere Mauer auch größer wird. Die Mauer sollte dem Stil des Gartens angepasst sein.

Die Mauer wird beidseitig von außen nach innen gebaut und steigt bis zur Mitte auf 80 Zentimeter Höhe an. Die Höhe richtet sich aber nach dem gewählten Durchmesser. Optisch sollte die Schnecke zum Garten passen. Bei 2,5 Meter Durchmesser ist 80 cm eine gute Höhe. Bei 1,5 Meter Durchmesser reicht eine Höhe von 50 Zentimetern aus. Die Breite zwischen den Mauern sollte 60 Zentimetern sein, für kleinere Spiralen 40 Zentimetern. Bei ganz dünnen Mauern kann es sich empfehlen, gleich die Kiesschicht, später die Erde, mit jeder Ziegelreihe als Stütze einzufüllen.

Der Miniteich kann bis zu 80 Zentimeter tief werden und wird mit Teichfolie ausgelegt. Es bietet sich an unter der Teichfolie eine Schicht feinen Sand zu legen, damit keine spitzen Steinchen die Folie zerstören können. Bei Verwendung einer Plastikform, wie zum Beispiel ein Maurereimer oder ein kleiner Fertigteich in der entsprechenden Größe sind 30 bis 40 Zentimeter optimal. Das Gefäß sollte unter die Erdhöhe eingegraben werden und mit Steinen einen Übergang zur Beeterde erstellt werden. Die Erde der unteren Zone saugt so Wasser aus dem Teich.

Der Schichtaufbau in der Spirale für optimale Wachstumsbedingungen

Wenn die Mauer fertig gebaut ist, wird das Innere mit Kies als Drainage weiter aufgefüllt. Bei 80 Zentimetern Gesamthöhe werden 50 Zentimeter Kies eingefüllt, bei 50 Zentimeter Höhe nur 30 Zentimeter. Nach unten wird die Schotterschicht auslaufen, also ebenerdig sein. Die Drainageschicht muss wasserdurchlässig sein und ist dicker in der Trockenzone und dünner in der geplanten Feuchtzone.

Danach folgt die Erde. Sie muss den Klimazonen angepasst werden. Im unteren Bereich ist der Kompostanteil am höchsten. Spezielle Kräutererde oder komposthaltige Gartenerde bietet sich an. Normale Gartenerde mit garteneigenem Kompost vermischt, ist ebenfalls richtig. Je weiter es in der Kräuterspirale nach oben geht, desto mehr Sand sollte untergemischt werden. Für die oberste Region bietet sich die Beimischung von viel Sand und etwas Kalk an.

Auf die Teichfolie kommt eine Schicht Teicherde. In Teichkübel kommt Sand oder Kies als Pflanzbasis. Teicherde kann auch hier oben drauf gegeben werden. Dann wird der Teich mit Wasser gefüllt.

Bepflanzung mit Kräutern

Bevor bepflanzt wird, sollte die Kräuterschnecke eine Weile gefüllt gestanden haben. Im besten Falle hat sie einige Regenfälle abbekommen. Die Erde hat sich dann gesetzt und sollte aufgeschüttet werden. Bei der Pflanzenauswahl ist auf die Klimazonen zu achten. Darüber hinaus sind große Pflanzen mit langen Wurzeln besser außerhalb der Spirale aufgehoben. Liebstöckel, Beinwell oder Angelikawurz sind Beispiele für Heilpflanzen, die mit ihren Wurzeln die Mauer anheben können. Daher sollten sie nicht innerhalb der Spirale gepflanzt werden. Zudem nehmen sie die Sonne und sind optisch nicht gut geeignet. Alle Sorten der Minze sind Starkwurzler und würden in kürzester Zeit, das ganze Beet für sich einnehmen. Sie können aber in einem tiefen Topf oder Eimer ohne Boden gesetzt werden, dessen Rand ein wenig aus der Erde herausschaut. So werden die Wurzeln begrenzt. Rosmarin kann auch in einen Topf gesetzt werden. In einem kalten Winter kann er so mit ins Haus genommen werden, um zu überwintern.

Eine kleine Auswahl der geeigneten Pflanzen nach Bereich zur besseren Übersicht und Zuordnung. Es gibt im Handel aber noch viele mehr Kräuter- und Heilpflanzen, die angepflanzt werden können.

Miniteich

  • Brunnenkresse
  • Bachbunge
  • Kalmus
  • Fieberklee
  • Wassernuss

Feuchtbereich

  • Petersilie
  • Basilikum
  • Löffelkraut
  • Kerbel
  • wilde Rauke
  • Schnittlauch
  • Dill
  • Gartenkresse
  • Kerbel
  • Bärlauch
  • Minze

Normalbereich

  • Koriander
  • Zitronenmelisse
  • Muskatgarbe
  • Bärwurz
  • Kümmel
  • Ysop
  • Arnika
  • Melisse
  • Estragon
  • Garten-Bergminze

Trockenbereich

  • Rosmarin
  • Salbei
  • Thymian
  • Kamille
  • Lavendel
  • Currykraut
  • Majoran
  • Lorbeer
  • Oregano

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