Rasen sanden

Satter frisch gemähter Rasen© scenery2 - shutterstock.com

Rasen richtig sanden!
Du darfst Dir nicht vorstellen, dass es so ist, wie Du es vielleicht vom Kunstrasen her kennst. Da wird der Sand in einer bestimmten Menge auf den Kunstrasen gleichmäßig verteilt und fertig.
So einfach ist das in diesem Fall nicht!
Wenn Du aber Deinen Naturrasen vernünftig und sinnvoll besanden möchtest, musst Du einiges beachten. Der Sand bei Kunstrasen hat die Aufgabe Verletzungen, zum Beispiel bei sportlichen Aktivitäten, vorzubeugen.
Wogegen das besanden des natürlichen Rasens der Qualitätsverbesserung der bepflanzten Fläche dient.

Vorbereitungen zur Besandung

Bevor Du mit der Besandung beginnen kannst, sind einige andere, aber nicht unwichtigere, Maßnahmen zu erfüllen.
Die da sind: Für eine stabile und für das Wachstum günstige Rasentrageschicht zu sorgen und aerifizieren (belüften).
Dann erst kannst Du mit der Besandung beginnen. Dass für die einzelnen Arbeiten auch unterschiedliche Maschinen benötigt werden, darf nicht vergessen werden. In seltensten Fällen hat der Gartenfreund für kleinere Flächen solche Geräte in seinem Gartenhäuschen. Aber dafür gibt es ja entweder Geräteverleiher oder Gärtnereien bei denen Du Dir diese notwendigen Maschinen, für geringes Geld, ausleihen kannst.

Aber wie bei einem Hausbau, so muss auch für eine dauerhaft gute Rasenfläche
mit dem Fundament begonnen werden.

Hier heißt es Rasentragschicht.

An eine Rasentragschicht werden besondere Anforderungen gestellt. In Deutschland gibt es für eine qualitativ hochwertige und zweckmäßige Mischung eine DIN-Norm. In diesem Fall werden die Mischungskomponenten nach der DIN 18035 zusammen gestellt.
Durch die Zusammensetzung dieser „Fundamentschicht“ kann eine Staunässe vermieden werden.
Diese Rasentrageschicht besteht in der Regel aus Mutterboden, Kiess und Sand. Dadurch wird eine lockere Bodenstruktur, Wasserspeicherung und dennoch gute Wasserdurchlässigkeit sowie einfache Verarbeitung gewährleistet.
Die Rasentragschicht wird in einer Höhe von 20cm auf den Unterboden, dessen Oberfläche vorher gelockert wurde, aufgetragen.
In den meisten Fällen ist die fertige, gekaufte Rasentrageschicht aber nicht mit Dünger versehen. Somit ist musst Du, entsprechend der Rasensorte noch Dünger untermischen.

Aerifizieren und Vertikutieren

Ist Dein Rasen aber schon vorhanden, dann muss folgendes geschehen. Je nach Zustand des Rasens ist entweder das aerifizieren oder das vertikutieren angesagt. Der ideale Zeitpunkt ist vor dem ersten Wachstumsschub ab März bis Mai.
Bei der Aerifizierung werden bis zu 9 cm tiefe und mit 1 bis 2 cm Durchmesser große Löcher, mittels eines Aerators in den Boden gestochen. Durch diese tiefe Belüftung erfolgt eine Bodenbelebung und ein wichtiger Gasaustausch. In einigen Fällen, je nach Bodenbeschaffenheit, genügt aber schon eine Vertikutierung. Dabei wird der Boden bis
4 mm tief eingeritzt und von Rasenfilz, Moos und obenliegenden dünnen Wurzeln befreit. Wenn die Vertikutiermaschiene das Schnittgut nicht in einen Auffanggurt wirft, solltest Du die Rasenfläche mit einer Harke von dem Schnittgut befreien.
Man spricht auch landläufig davon: Der Boden ist belüftet, wenn er vertikutiert ist.

Das Besanden

Erst jetzt macht es Sinn den Boden zu besanden und den Sand mit einem Schleppnetz zu verteilen. Die entstandenen Löcher werden nun mit Sand gefüllt und die Bodenunebenheiten ausgeglichen.
Wird dem Sand noch Samen und Dünger beigefügt, wirkt sich dieses fördernd für die Rasenfläche aus.
Du fragst, worin die Vorteile der Besandung liegen?
Man hat festgestellt, dass die Regenwurmpopularität im Vergleich zu unbesandetem Boden abgenommen hat.
Für bespielbare Rasenflächen kann es von Interesse sein, dass das feuchte Gras nicht mehr so rutschig ist. Durch schnelleres Abtrocknen des Bodens verringert sich die Anfälligkeit für Pilz- und Schädlingsbefall. Der Boden bleibt lockerer und somit besser durchlüftet.
Als ausreichende Menge wird 5,5 Liter pro Quadratmeter angegeben.
Es wird aber davor gewarnt, falschen und „billigen“ Sand zu verwenden.
Rasensand ist ein qualitativ hochwertiger, gewaschener Quarzsand!
Bei ihm kommt es nicht zu den schlimmen Folgen wie: Bodenverfestigungen durch Verklumpungen, bis hin zur Zementierung und der damit verbundenen ungenügenden Wasserdurchlässigkeit.
Für Spiel- oder Sportrasen bieten sich zur Verringerung von Verletzungen, wie beispielsweise leichte bis mittlere Schürfwunden, ein 0/2 Rundkorn kalkfreier Sand an.

Sportrasen

Sportrasen unterliegen verschiedenen Belastungen, und entsprechend sind die Grundlagen für einen guten Spielbetrieb auch unterschiedlich.
So wird für den Golfsport ein anderes Gras benötigt, als bei einem Fußballfeld.

Die Rasentragschicht muss besondere Wasserdurchlaufwerte haben, aber dennoch mit notwendigen Poren über eine rückhaltende Wasserspeicherung verfügen. Für die richtige Erde/Sand-Mischung ist der Fachmann gefragt.Ebenso müssen die Grassorten der Sportarten entsprechen. Anders als bei Zierrasen werden hier strapazierfähige Gräser bevorzugt. Im Allgemeinen werden verschiedene Sorten miteinander vermischt. Die Sorten sollten je nach klimatischen Bedingungen und Bodenverhältnissen angepasst sein.

Rollrasen

Rollrasen ist eine brauchbare und schnelle Alternative, um als Sportrasen eingesetzt zu werden. Hierbei spielt ja oftmals der Zeitfaktor eine wesentliche Rolle.
Es gibt im Handel aber für alle Bedürfnisse entsprechende Angebote.

Natürlich muss auch hier die Rasentragschicht die übliche Qualität mit dem nötigen Rasensand als Auflagefläche haben. Bei einem lehmigen und festen Boden sollte für 10 qm Fläche – 1 Kubikmeter Sand untergemischt werden.
Um einen guten Anwuchs an den Boden zu schaffen, empfiehlt der Fachmann den Rollrasen sofort nach dem ausrollen mit 15-20 Liter pro Quadratmeter zu bewässern.

Du siehst also, um einen langlebig guten Rasen zu bekommen, bedarf es etwas Einsatz.
Aber als Belohnung dafür kannst Du lange Zeit den Anblick und die Nutzung einer schönen, gesunden und geschlossenen Grünfläche genießen.

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