Rasen neu anlegen

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Ein neuer Rasen sollte wenn möglich im Spätsommer angelegt werden. Hier ist die Sonne noch intensiv genug um den Rasen genug Energie zu liefern, aber nicht zu intensiv um ihn austrocknen zulassen. Der Rasen hat hier auch noch genug Zeit, um aufzugehen und anzuwachsen, bis der Winter kommt.

Vorbereitung des Bodens

Als erstes muss der Boden für die Neuanlage vorbereitet werden. Dieser sollte locker und fein krümelig sein. Bei kleinen Flächen ist es möglich den Boden per Hand (Spaten) umzugraben, wenn es sich allerdings um eine große Fläche handelt, sollte man den Boden mit einer Motorgartenfräse bearbeiten. Dies beschleunigt und vereinfacht die Bodenvorbereitung um ein vielfaches. Falls Sie keine Motorfräse besitzen, können Sie sich eine solche in fast jedem Baumarkt ausleihen. Nach dem Fräsen oder Umgraben sollte grober Unrat (große Steine, Äste, Unkraut) abgesammelt werden. Anschließend ist der Boden zu begutachten. Wenn der Boden zu lehmig sein sollte, müssen Sie Sand als „Bodenverbesserer“ einbringen. Dies sorgt für eine bessere Luft- und Wasserdurchlässigkeit. Dazu wird der grobe Sand einfach auf den bereits gefrästen bzw. umgegrabenen Boden geworfen und anschließend wird die Fläche erneut gefräst oder umgegraben um den Sand so in den Boden einzuarbeiten. Ist der Boden zu sandig, sollte organisches Material, wie reifer Kompost eingearbeitet werden. Der nächste Schritt wäre nun die Erde mit einer Holzharke (Rechen) zu ebnen. Die Fläche sollte so gut wie möglich mit dem Rechen „gerade“ geharkt werden. Empfehlenswert ist es dazu den Rücken des Rechens zu benutzen, da sich hiermit ein besseres Ergebnis erzielen lässt. Jetzt wird die ganze Fläche mit einer leichten Rasenwalze abgelaufen. Wenn es sich um eine kleine Fläche handelt, kann diese auch abgetreten werden. Dies bedeutet dass man mit kleinen Schritten (Fuß an Fuß) die Fläche abläuft.

Eine Alternative wäre die sogenannte „Gründüngung“. Bei dieser Methode wird als erstes die zukünftige Rasenfläche grob vom Unkraut befreit. Nun wird die Saat der Pflanzen (Gründüngung) auf die Fläche verstreut und etwas in den Boden eingearbeitet. Geeignete Pflanzen hierfür sind z. B. Ackerbohne (Vicia faba), Blaue Lupine (Lupinus angustifolius), Buchweizen (Fagopyrum esculentum), Dinkel (Triticum aestivum subsp. spelta), Bienenfreund (Phacelia tanacetifolia) und Luzerne (Medicago sativa). Die Pflanzen werden nach ihrer Wachstumsphase abgemäht und in den Boden eingearbeitet. Am besten ist dies möglich mit einer Motorgartenfräse.

Die Vorteile bei dieser Methode sind: Die Pflanzenwurzeln lockern den Boden auf, Nährstoffe bleiben im Boden (keine Ausspülung durch Regen), der Boden wird fruchtbar und erhält eine Krümelstruktur und das Bodenleben wird gefördert. Die Variante ist eine sehr naturbezogene und ökologische Lösung. Allerdings wird die Methode nicht oft angewendet, da hier eine lange Wartezeit und mehr Aufwand eingeplant werden muss.

Saatgut ausbringen

Jetzt geht weiter mit der Aussaat der Rasensamen. Bei größeren Flächen empfiehlt sich ein Streuwagen zum gleichmäßigen ausbringen der Samen, da hier auch ein sauberes Saatbett entsteht. Ist die Fläche kleiner, kann die Einsaat auch per Hand erfolgen. Es gilt zu beachten dass an allen Rändern der Fläche die Grassamen dicker gestreut werden müssen, damit sich später eine kräftige Rasenkante bilden kann. Als nächstes wird jetzt Rasendünger in den vorgeschriebenen Mengen auf der gesamten Fläche gleichmäßig verteilt (ausgeworfen). Der Rasendünger kann genau wie die Saat mit dem Streuwagen oder per Hand aufgebracht werden. Dies hilft den Rasen dabei gut und schnell anzuwachsen. Des weiteren macht es ihn schön kräftig und robust um den Winter unbeschadet zu überstehen. Nun geht es darum die Grassamen und den Dünger in die Erde einzuarbeiten. Hierfür kann ein so genannter „Igel“ benutzt werden, oder es wird per Hand mit einer Holzharke (Rechen) eingearbeitet. Hier empfiehlt sich die Variante mit dem Rechen. Um die Saat und den Dünger einzuarbeiten, muss man den Rechen einfach mit den Zinken über die Fläche vorsichtig hin und her bewegen. Dabei sollte beachtet werden die Fläche in einem ebenen Zustand zu belassen. Die Rasensaat soll nicht komplett mit Erde überdeckt sein, sondern nur in dieser eingearbeitet werden. Nach diesem Schritt ist der Abschnitt aussäen beendet. Das oft bekannte walzen der Fläche nach der Aussaat ist nicht notwendig, kann aber gemacht werden.

Als Alternative zu einer Aussaat, kann auch Rollrasen verlegt werden. Die Vorbereitung ist identisch mit der oben genannten „Aussaat“ Variante. Der einzige Unterschied liegt darin, den Boden vor dem verlegen zu bewässern, damit die Wurzeln gleich Wasser ziehen können. Der Rollrasen wird versetzt in Bahnen verlegt. Das versetzte legen ist hier besonders wichtig, damit später keine Nahtstellen mehr zu sehen sind. Die Schnittstellen (Enden) des Rollrasens werden vorsichtig mit den Fingern angedrückt, damit diese gut zusammenwachsen können. Nach dem verlegen können Sie den Rollrasen vorsichtig anwalzen, oder per Hand andrücken. Nach 14 Tagen ist der Rollrasen belastbar und nach 4 Wochen voll belastbar. Die Vorteile des Rollrasens sind: Die Fläche ist sofort grün und begehbar, er ist fast das ganze Jahr verlegbar (außer bei Bodenfrost), Schnell und einfach zu verlegen, es gibt weniger Unkraut und er lässt sich gut zuschneiden (z. B. Rund). Der große Nachteil des Rollrasens ist der Preis und die Anlieferung (Masse, Gewicht)

Bewässerung

Die Bewässerung ist ein sehr wichtiges Thema. Es wird sofort nach Fertigstellung der Einsaat gewässert. Hierbei sollte der Boden gut und vorsichtig mit einer feinen Brause angefeuchtet werden. Hier ist darauf zu achten, dass die Rasensaat nicht ausgespült wird. Der Boden soll nur feuchtgehalten werden. Die Saatgut darf nach der ersten Bewässerung nicht mehr austrocknen, dies könnte zum absterben der Keimlinge führen. Einmal abgestorbene Keimlinge lassen sich nicht mehr regenerieren, auch nicht durch bewässern. Daher kann es in Trockenphasen notwendig sein, die Rasenfläche mehrmals täglich für eine kurze Zeit ( 5 – 10 Min.) zu bewässern. Am Anfang gilt es die Fläche oft aber kurz zu wässern, um den Boden feucht zu halten und eine gute Keimung sowie das Anwachsen zu garantieren. Im späteren Verlauf wenn das Grass schon gekeimt und Wurzeln gebildet hat, gilt es intensiver zu wässern damit das Wasser bis in die Wurzeln vordringen kann. Die Bewässerung kann auch mit Sprinklern erfolgen, diese können optional mit einer Zeitschaltung aktiviert werden. Außerdem sollte die Fläche in der Zeit der Keimung kaum betreten werden. Am besten ist es die Fläche erst beim ersten mähen zu betreten.

Die Rasenpflege und das Mähen

Der neu angelegte Rasen sollte erst gemäht werden, wenn das Gras eine Höhe von 8 bis 10 cm erreicht hat. Das abgemähte Gras sollte abgesammelt werden. Anschließend kann der Schnitt dann wöchentlich in der gewünschten Höhe erfolgen. Es ist unbedingt darauf zu achten, den Rasenmäher immer mit geschärften Messer zu benutzen, da die Gräser ansonsten ausfransen könnten. Falls Sie Lücken in der Fläche haben sollten, müssen diese mit der gleichen Saatmischung erneut eingesät werden. Wenn es zu einer Moosbildung kommen sollte, empfiehlt es sich Rasenkalk auf der Fläche zu verteilen. Das Moos sollte dadurch absterben und kann rausgeharkt werden. Eventuell muss dieser Schritt öfter wiederholt werden. Im nächsten Frühjahr kann die Rasenfläche dann vertikutiert werden um das Moos zu entfernen.

[Gesamt:3    Durchschnitt: 3.7/5]

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