Rasendünger – Rasen düngen wann, wie und wie oft?

Rasendünger und Streuwagen© Bochkarev Photography - shutterstock.com

Jeder Gartenbesitzer, der einen schönen Rasen haben möchte, muss sich, wie auch um alle anderen Pflanzen im Garten, um ihn kümmern.
Auch wenn man es gerne vergisst, auch der Rasen braucht Pflege und Aufmerksamkeit um in vollem Glanz zu erstrahlen.

Rasenflächen leiden oft unter Nährstoffmangel. Wenn Kalium (K), Stickstoff (N) oder Phosphor (P) fehlen, verlangsamt sich das Wachstum und Ausbilden neuer Halme, der Rasen verliert seine grüne Farbe und wird gelblich und es entstehen Lücken im Rasen die schnell von unerwünschten Gästen wie Moos u.ä. besetzt werden.

Besonders nach einem langen und strengen Winter muss mit dem Düngen sehr früh begonnen werden. Der Rasen hat dann seine letzten Nährstoffreserven aufgebraucht und benötigt dringend Hilfe beim Start in die neue Saison. Bereits ab einer Temperatur von 6° C nehmen die Gräser wieder Nährstoffe auf. Hier geht es an die Rasenpflege. Ab jetzt kann die Rasenfläche fit für das kommende Jahr gemacht werden. Zeit für den Vertikutierer, den Rasemäher und etwas Düngung.

Ein Sack mit Blaukorn Rasendünger

Dieser Ratgeber soll hier die wichtigsten und entscheidenden Informationen liefern um den Rasen mit allen benötigten und sinnvollen Maßnahmen, rund um das düngen, zu unterstützen.

Muss ich meinen Rasen düngen?

Zusätzliche Düngung benötigt nicht jeder Rasen. Wenn der Boden von Haus aus sehr Nährstoffreich ist, gedeiht die Rasenfläche auch ohne einbringen von künstlichen Zusätzen sehr gut.
Zeigen sich aber gelbe und kahle Stellen, ist das ein sicheres Zeichen, dass Nährstoffe fehlen. Welche Mangelerscheinung genau vorliegt, ist nur mit einer Bodenanalyse festzustellen.
Falls sehr viel Moos im Rasen zu finden ist, muss die Rasenfläche vor dem ersten Düngen vertikutiert werden. Später, wenn der Boden wieder gut mit Nährstoffen versorgt ist, verschwindet auch das Moos, das dem Vertikutierer entgangen ist wie von selbst.
Moos gedeiht am besten auf Nährstoffarmen Böden.

Alternativen zum Kunstdünger

Auch wenn Kunstdünger sich allgemein durchgesetzt hat und die wohl einfachste Möglichkeit ist dem Rasen die benötigten Nährstoffe zukommen zu lassen, würden viele lieber darauf verzichten. Hier ist das Mulchen eine gute Alternative.

Mulchen

Beim Mulchen wird der Rasen beim abmähen nicht gesammelt und entsorgt, sondern die Gräser durch den Rasenmäher (Mulchmäher) noch einmal gehexelt und bleiben dann auf der Rasenfläche liegen.
Die kleinen Rasenstücke sinken bis zu den Wurzeln der Gräser auf den Boden, verrotten dort und geben ihre Nährstoffe wieder ab. Dieses Prinzip machen sich auch die immer beliebteren Rasenmäh-Roboter zunutze die täglich nur ein winziges Stückchen des Rasens abschneiden der sich damit dann selbst düngt.

Wichtige Nährstoffe für den Rasen – Aufgaben der Nährstoffe

Kalium

Wenn der Rasen im Garten großen Belastungen ausgesetzt ist, zum Beispiel für die Kinder denen er als Spielfläche dient, ist Kalium besonders wichtig, auch gegen Krankheit und Trockenheit sowie Kälte hilft Kalium dem Rasen.

Stickstoff

Damit der Rasen grün und saftig wird, muss Stickstoff im Rasendünger vorhanden sein. Stickstoff treibt den rasen an und beschleunigt das Wachstum.

Phosphor

Phosphor sorgt für ein starkes Wurzelwachstum, dass die Grundlage für einen gesunden Rasen ist. Für ein tiefes Eindringen der Wurzeln in den Boden ist ein regelmäßiges Wässern ebenfalls von großem Nutzen. Ein Rasen mit langen Wurzeln muss nicht so häufig, aber dafür umso länger gewässert werden.

Wie oft muss ich meinen Rasen düngen?

Zierrasen

Zierrasen, der kaum Belastungen aushalten muss, ist auch bei den Ansprüchen ans Düngen sehr genügsam. Einmal im Frühjahr und einmal im Herbst düngen reichen hier für gewöhnlich vollkommen aus.

Sport- und Spielrasen

Sport- und Spielrasen, die auch von Kindern zum Spielen genutzt werden benötigt etwas mehr Hilfe, in Form von Nährstoffen, um aufgetretene Beschädigungen an den Gräsern zügig auszuwachsen und dichtes Wachstum zu gewährleisten.
Hier sollte man zusätzlich zu den beiden Düngungen im Frühjahr / Herbst noch eine dritte im laufe des Sommers einplanen. Den genauen Zeitpunkt kann man relativ frei festlegen.

Grundsätzlich kann gesagt werden, je mehr der Rasen belastet wird, desto öfter muss gedüngt werden.
Besonders der Winter setzt dem Rasen erheblich zu. Deshalb muss ihm im Frühjahr besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt werden. In dieser Zeit wird die Grundlage für das restliche Jahr gelegt.

Wie dünge ich meinen Rasen?

Je nachdem welchen Dünger man gewählt hat, steht die genaue Dosierung und Anleitung auf der Verpackung. Für gewöhnlich besteht Rasendünger aus kleinen festen Kugeln oder Körnern die mit einem Streuwagen oder per Hand auf der Fläche verteilt werden.

Um den Dünger gleichmäßig auf dem Rasen verteilen zu können, ist der Einsatz eines Streuwagens sinnvoll.
Es gibt zwei Arten von Streuern: Walzenstreuer und Schleuderstreuer.

Walzenstreuer

Beim Walzenstreuer muss beim Ausbringen eine genaue Spur eingehalten werden, sonst kommt es zu Überlappungen die zur Überdüngung führen.

Schleuderstreuer

Der Schleuderstreuer verteilt den Dünger breitflächig. Hier muss der gefahrene Weg nicht ganz so genau eingehalten werden und die Gefahr der Überdüngung ist gering.

Natürlich kann der Dünger auch per Hand auf dem Rasen verteilt werden, doch das erfordert etwas Erfahrung. Wer es noch nie gemacht hat, sollte lieber einen Streuwagen zum Einsatz bringen.
Egal welcher Streuwagen genutzt wird, der Wagen wird zweimal gefüllt und damit einmal längs und einmal quer über den Rasen gefahren. Es empfiehlt sich vor dem Einsatz den Streuwagen einmal zu testen, um die richtige Dosierung zu ermitteln. Wenn auf dem Rasen an einer Stelle ein kleiner Haufen von Dünger entstanden ist, muss dieser unbedingt entfernt werden. Anderenfalls kommt es zu Verbrennungen des Rasens.

Flüssiger Dünger wird mit Wasser gemischt und auf die Rasenfläche aufgesprüht.

Bodenanalyse

Wem der Rasen am Herzen liegt der wird sich nicht scheuen zwischen 40 und 50 Euro für eine Bodenanalyse auszugeben.
Dabei werden die Qualität und die Beschaffenheit des Bodens festgestellt, das ist dann die Basis für die richtige Auswahl des Düngers. Die wichtigsten Punkte, die bei einer Bodenanalyse abgeklärt werden müssen sind :

  • pH-Wert, Eisen (die satte Grünfärbung ist dem Eisen zu verdanken),
  • Phosphor (ist für das Wurzelwachstum und den Stoffwechsel der Pflanzen verantwortlich),
  • Kalium (schützt den Rasen gegen Frostschäden und macht ihn widerstandsfähig gegen Krankheiten),
  • Magnesium (ist ebenfalls für ein sattes Grün verantwortlich),
  • Stickstoff (Wachstumsoptimierung und kräftige Blätter sind das Ergebnis),
  • Calcium und Zink tragen ihr Übriges bei.

Bodenanalysen werden in verschiedenen Instituten durchgeführt, inzwischen kann man aber auch schon fertige Sets bestellen in die man nur noch eine Bodenprobe legt und die dann einfach in den Briefkasten geworfen werden. Das Ergebnis kommt dann unkompliziert per Post.

Welche Tageszeit ist am besten zum Rasen düngen?

Wenn die Sonne scheint, sollte man den Rasen nicht düngen. Der beste Zeitpunkt ist der frühe Abend oder wenn sich ein Regenguss ankündigt. Der Dünger muss ins Erdreich gespült werden. Deshalb kann es nach dem Düngen auch helfen den Rasensprenger für einige Zeit anzuschalten.

Auch direkt nach einer Neuansaat kann eine leichte Düngung den Gräsern beim wachsen helfen.

Welcher Dünger ist am besten geeignet?

Es sollte immer ein spezieller Dünger für Rasen zum Einsatz kommen, am besten ein Langzeitdünger.
Zwar zeigt ein mineralischer Volldünger sofort seine Wirkung, doch mit dieser kurzfristigen Lösung hilft man seinem Rasen nur bedingt. Es muss ständig gedüngt werden und Gefahr des Verbrennens des Rasens ist groß.
Der organische Langzeitdünger dagegen braucht zwar etwas länger um seine Wirkung zu entfalten, verbessert den Boden dafür nachhaltig.
Die Nährstoffe müssen erst von den Bodenorganismen in für die Pflanzen nutzbare Nährstoffe umgewandelt werden. Sie sind außerdem von der Bodentemperatur abhängig und wirken deshalb nicht sofort.

Neben dem normalen Rasendünger für die Frühjahrsdüngung gibt es auch spezielle Herbstrasendünger, die die Rasenfläche speziell auf den Winter vorbereiten.

Die Zusammensetzung ist abhängig von der Bodenqualität. Auf keinen Fall darf für den Rasen ein Dünger für normale Pflanzen verwendet werden. Dieser sorgt zwar für ein schnelles Wachstum der Grashalme, doch die wurzeln werden dabei vernachlässigt. Der Rasen muss häufig gemäht werden und dadurch wird der Nährstoffhaushalt zu stark beansprucht. Falscher Dünger schädigt nicht nur den Rasen, sondern auch das Grundwasser. Mit belastetem Grundwasser tut man dann niemandem einen Gefallen.

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2 Kommentare

  1. Wirklich gut zusammengefasst und vor allem auch geschrieben. Ich nutze neben dem handelsüblichen Dünger auch oft das Gras was beim Rasen mähen übrig geblieben ist als Mulch. Danke nochmal für den informativen Beitrag.

    Gruß Andi

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