Rosen vermehren

Ein Ziergarten hinter dem Haus dient in erster Linie der Erholung vom Alltagsstress. Allerdings musst Du auch immer ein wenig Arbeit investieren. Zuerst gilt es den Garten zu gestalten, danach erfordert die notwendige Pflege von Zeit zu Zeit Deine Aufmerksamkeit. Je nach dem, für welche Pflanzensorten du Dich entscheidest, ist der Pflegeaufwand höher oder niedriger. Bestimme also selbst, wie viel Zeit Du in Deinen Ziergarten investieren möchtest.

Der Rosengarten

Rosen gehören zu den Gewächsen, die gerne umsorgt werden. Die Arbeit in der Rosenpflege
wird jedoch mit gesunden, reichlich blühenden Pflanzen belohnt. Wer Freude an Rosen hat, möchte diese irgendwann auch vermehren. Die Rosenvermehrung ist im Grunde eine einfache Sache. Mit etwas Fachwissen und ein wenig Glück kannst Du Deinen Rosengarten mit selbst gezogenen Exemplaren bereichern.

Rosen durch Samen vermehren

Wildrosen, Strauch- und Edelrosen sowie Ramblerrosen können durch Samen vermehrt werden, denn diese Sorten bilden nach der Blüte Hagebutten aus, die Träger der Samenkörner. Im Herbst sammelst Du die reifen Hagebutten, schneidest sie vorsichtig auf und löst die haarigen Samenkörner heraus. Werden die Körner einige Tage in Wasser gelegt, bleiben die keimfähigen Samen am Boden liegen. Nun kommen diese für vier Wochen in den Kühlschrank. Seine niedrige Temperatur regt die Keimung an. Danach werden die Körner in eine mit Anzuchterde gefüllte Schale 1 cm tief ausgesät, kühl und feucht gelagert. Nach einiger Zeit keimt die Saat. Die Minipflänzchen brauchen jetzt einen hellen Ort ohne direkte Sonne mit mäßig warmen Temperaturen. Wenn sich vier bis sechs Blättchen ausgebildet haben, bekommt jede Pflanze einen eigenen Topf mit nährstoffreicher Erde. Sobald kein Frost mehr zu erwarten ist, also etwa Anfang Mai, können die kleinen Rosen mit ihrem Ballen an einem sonnigen und windgeschützten Platz eingepflanzt werden. Trotz guter Pflege wird der ein oder andere Sämling absterben.

Roden durch Stecklinge vermehren

Eine andere, einfache Art Rosen zu vermehren, ist die Stecklingsvermehrung. Nicht alle Rosenarten eignen sich dazu. Bei geschützten Rosensorten darf diese Art von Vermehrung nicht angewandt werden.
Nachdem die Triebe Deiner Rosen abgeblüht sind, kannst Du gesunde Exemplare mit etwa fünf Augen vorsichtig abschneiden. Nur das oberste Blattpaar bleibt am Trieb. Benutze für die Schneidearbeit eine saubere Schere, um keine Krankheiten zu übertragen. Der Steckling wird nun entweder in einem Topf oder direkt ins Beet, an eine windgeschützte, schattige Stelle gepflanzt. Der Boden sollte locker und wasserdurchlässig sein, denn Stecklinge mögen keine Staunässe. Das gilt auch für Topfpflanzungen. Der Topf muss ca. 30 cm tief sein und einen Wasserablauf besitzen.
Damit sich schnell Wurzeln bilden, sind bei den Rosensteckklingen regelmäßige Wassergaben unerlässlich. Günstig wirkt sich ein feuchtwarmes Treibhausklima aus. Dafür können große Glasgefäße über die Jungpflanzen gestülpt werden (öfter lüften!). Nach drei Jahren sollten sie sich soweit entwickelt haben, dass Du die kleinen Rosen an ihren endgültigen Platz umsetzen kannst.

Rosen durch Steckholz vermehren

Ein Steckholz ist ein verholzter, blattloser Trieb, der im Herbst oder Winter vorsichtig von der Mutterpflanze abgeschnitten wird. Möchtest Du Deine Rosen auf diese Weise vermehren, schneide im späten Herbst etwa 20 – 30 cm lange Triebe ab und entferne alle Blätter. In der Winterzeit lagerst Du sie in feuchtem Sand an einem kalten, aber frostfreien Ort. Erst wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind, können die Steckhölzer nach draußen. Stecke sie in einen Topf mit einem Sand-Torf-Gemisch und gibt etwas flüssigen Rosendünger dazu. Sollte es doch noch einmal zu kalt werden, schützt eine Vlieshaube. Haben die Steckhölzer den Winter gut überstanden, treiben sie bald Blätter aus. Sobald die junge Rose einen kompakten Wurzelballen gebildet hat, etwa nach ein bis drei Jahren, kann sie auf ihren endgültigen Standort gesetzt werden.

Rosen durch Absenker vermehren

Diese Art von Vermehrung eignet sich besonders für Kletter- oder Ramblerrosen. Sie bilden lange, leicht biegsame Triebe aus. Solch ein Trieb wird nach der Blüte nach untern gebogen und unter einem Auge leicht angeschnitten. Die Schnittstelle bestäubst Du mit Bewurzelungspulver, legst den Absenker in eine ca. 20 cm tiefe Mulde und bedeckst ihn mit nährstoffreicher Erde oder Kompost. Der Trieb wird mit geeignetem Material, beispielsweise mit einer Astgabel oder einem gebogenen Draht, im Boden fixiert. Regelmäßiges Bewässern sorgt für eine gute Wurzelbildung an der Triebkrümmung. Bereits im nächsten Frühjahr sollte der Wurzelballen so stark sein, dass der Trieb von der Mutterpflanze getrennt und an seinen endgültigen Standort gepflanzt werden kann.

Rosen durch Veredelung (Okulation) vermehren

Diese Art von Rosenvermehrung wird in erster Linie von Gärtnern und Rosenzüchtern angewandt. Mit ein wenig Geschick und dem richtigen Werkzeug erzielt auch der Hobbygärtner gute Erfolge.
Zunächst benötigst Du ein scharfes Messer (Okuliermesser) und eine Veredelungsunterlage, das heißt eine Wildrose, die durch ihren starken Wuchs auch eine Edelrose ernähren kann.
Wenn die Rosen in vollem Saft stehen, also mitten im Sommer, kann mit der Veredelungsarbeit begonnen werden. Dazu wird auf dem Wurzelhals der Wildrose ein
T-Schnitt angebracht und von der Edelrose eine Knospe mit ein wenig Rinde (ovales Plättchen von ca. 2 cm Länge) herausgeschnitten. Nachdem die Rinde am T-Schnitt vorsichtig gelöst wurde, kannst Du die Knospe in die Schnittöffnung einpassen. Zur Wundversorgung wickelst Du feuchten Bast fest um die Schnittstelle, die neue Knospe bleibt aber unbedeckt. Wenn der Saft im Wildtrieb emporsteigt, treibt auch die Knospe der Edelrose aus. Der Trieb der Wildrose kann im nächsten Jahr über dem T-Schnitt abgeschnitten werden. Wenn Du eine reich verzweigte, buschige Edelrose haben möchtest, solltest Du den edlen Trieb beizeiten „entspitzen“. Schneide dafür die Spitze nach einem nach außen wachsenden Blatt ab. Innerhalb kurzer Zeit bilden sich dank dem starken Saftdruck der Veredelungsunterlage in den oberen Blattachseln mehrere neue Triebe. Die Edelrose wird sich nun buschig weiter entwickeln.

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