Kompost anlegen: Standort, Schichten, Reife und Methoden

Kompost anlegen: Schritt für Schritt zur eigenen Gartenerde

Ein eigener Kompost verwandelt Küchen- und Gartenabfälle in Humus, der den Boden lockert, Wasser speichert und Pflanzen mit Nährstoffen versorgt. Damit die Rotte zügig läuft und nichts fault, kommt es auf vier Dinge an: einen halbschattigen Platz auf offenem Boden, die richtige Mischung aus feuchtem und trockenem Material, genug Luft und etwas Geduld. Welche Abfälle auf den Kompost dürfen, wann er reif ist und welche Methode zu welchem Garten passt, zeigt dieser Ratgeber.

Warum sich ein Kompost lohnt

Im Komposthaufen läuft derselbe Vorgang ab wie im Waldboden: Regenwürmer, Pilze und Bakterien zersetzen abgestorbene Pflanzenteile zu Humus. Jede Ernte und jeder Schnitt entzieht dem Garten Nährstoffe. Wer die Abfälle kompostiert, statt sie abzufahren, gibt dem Boden einen großen Teil davon zurück.

  • Sandige Böden halten mit Kompost Wasser und Nährstoffe besser.
  • Schwere Lehmböden werden lockerer und besser durchlüftet.
  • Das Bodenleben wird gefördert, die Krümelstruktur verbessert sich.
  • Weniger Abfall: Grünschnitt und Küchenreste müssen nicht entsorgt werden, gekaufte Erde und Dünger sind seltener nötig.

Kompost ist vor allem ein Bodenverbesserer und eine Grundversorgung mit Nährstoffen. Stark zehrende Gemüse wie Tomaten oder Kohl brauchen im Sommer oft trotzdem eine Nachdüngung. Wie sich Kompost mit anderen Maßnahmen zur Bodenpflege ergänzt, erklärt der Ratgeber Gartenboden verbessern.

Der richtige Standort

Der Platz entscheidet mit darüber, wie schnell der Kompost reift und ob er stört. Bewährt haben sich diese Punkte:

  • Halbschatten: Volle Sonne trocknet das Material aus, dann arbeiten die Mikroorganismen kaum noch. Gut geeignet ist ein Platz unter einem Laubbaum oder an der Nordseite einer Hecke.
  • Windgeschützt: Auch Wind trocknet den Kompost aus.
  • Offener Boden: Der Kompost steht direkt auf der Erde, nicht auf Beton oder Platten. So wandern Regenwürmer und andere Bodenlebewesen ein, und überschüssiges Wasser kann versickern.
  • Kurze Wege: Von Küche und Gemüsebeet aus gut erreichbar, mit Platz für eine Schubkarre zum Befüllen und Ausräumen.
  • Abstand zu Hauswand und Holzzaun: Die dauerhafte Feuchtigkeit schadet Mauerwerk und Holz.
  • Zwei oder drei Behälter: Im Hausgarten hat sich der Wechselbetrieb bewährt. Einer wird befüllt, im zweiten reift der Kompost, ein dritter kann gesiebten Kompost oder Laub aufnehmen.

Abstand zum Nachbarn

Wie weit ein Kompost von der Grundstücksgrenze entfernt stehen muss, ist nicht einheitlich geregelt. Maßgeblich sind das Nachbarrecht des jeweiligen Bundeslandes und teils Vorgaben der Gemeinde; wer unsicher ist, fragt dort nach. Unabhängig davon gehört ein Kompost nicht direkt neben die Terrasse oder das Fenster der Nachbarn, und Sickerwasser darf nicht auf deren Grundstück laufen. Ein kurzes Gespräch vorab erspart oft späteren Ärger.

Was darf auf den Kompost?

Grundsätzlich gehört auf den Kompost, was pflanzlich, unbehandelt und gesund ist. Probleme machen Essensreste, die Tiere anlocken, und Pflanzenteile, die Krankheiten oder Unkraut zurück ins Beet tragen.

Material Auf den Kompost? Hinweis
Rohe Obst- und Gemüsereste ja zerkleinert rotten sie schneller; zwischen trockenes Material geben
Kaffeesatz, Teeblätter, Eierschalen ja Teebeutel nur ohne Plastik; Eierschalen zerdrücken, sie zersetzen sich langsam
Laub ja wichtiges braunes Material; Eichen-, Walnuss- und Kastanienlaub rottet langsam und wird mit anderem gemischt
Verblühte Stauden, gesunde Gemüsepflanzen ja grobe Stängel zerkleinern
Heckenschnitt, Zweige, Stroh ja gehäckselt oder kleingeschnitten; bringt Struktur und Luft
Unkraut ohne Samen ja am besten vor der Blüte jäten
Rasenschnitt in Maßen angewelkt, in dünnen Lagen und mit Laub oder Häckselgut gemischt
Unbedruckte Pappe, Küchenpapier in Maßen zerreißen; kein Hochglanz- oder beschichtetes Papier
Zitrusschalen in Maßen zersetzen sich langsam und sind oft behandelt
Holzasche aus unbehandeltem Holz in Maßen nur dünn einstreuen, sie wirkt stark basisch; keine Asche von Kohle oder Briketts
Samenunkräuter mit reifen Samen nein die Samen überstehen die Rotte oft und keimen später im Beet
Wurzelunkräuter wie Giersch, Quecke, Ackerwinde nein treiben aus kleinen Wurzelstücken wieder aus
Kranke Pflanzenteile nein z. B. mit Kohlhernie oder starkem Pilzbefall; die Erreger können überdauern, deshalb in den Restmüll
Gekochte Speisereste, Brot nein locken Ratten und andere Tiere an
Fleisch, Fisch, Knochen, Milchprodukte nein locken Tiere an und faulen
Hunde- und Katzenkot, Katzenstreu nein können Krankheitserreger enthalten
Kunststoff, auch „kompostierbare“ Beutel; lackiertes Holz nein Beutel zersetzen sich im Gartenkompost nicht oder nur unvollständig, behandeltes Holz enthält Schadstoffe

Mit Wurzelunkräutern ist besondere Vorsicht geboten: Schon kleine Wurzelstücke treiben im Kompost wieder aus und gelangen mit der fertigen Erde zurück ins Beet. Wie sie sich dauerhaft zurückdrängen lassen, zeigt der Ratgeber Unkraut entfernen.

Brennnesseln ohne Wurzeln und Samen sind dagegen ein gutes, stickstoffreiches Kompostmaterial. Wer viele davon hat, kann einen Teil als Flüssigdünger ansetzen. Die Anleitung steht im Ratgeber Brennnesseljauche herstellen.

Grün und Braun: die richtige Mischung

Für eine gute Rotte brauchen die Bodenlebewesen zwei Arten von Material. Grünes, feuchtes Material wie Rasenschnitt, Gemüsereste und frische Pflanzenteile liefert Stickstoff. Braunes, trockenes Material wie Laub, Stroh, Häckselgut, zerkleinerte Zweige und Pappe liefert Kohlenstoff und gibt dem Haufen Struktur, sodass Luft hineinkommt.

Als günstig gilt ein Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff von etwa 25 bis 30 zu 1. Im Garten lässt sich das nicht abmessen. Verlässlicher ist der Blick auf den Zustand des Komposts:

  • Nass, schmierig, faulig riechend: zu viel grünes Material, zu wenig Luft. Trockenes, grobes Material untermischen und den Haufen auflockern.
  • Trocken, kaum Veränderung: zu viel braunes Material oder zu wenig Wasser. Grünes Material ergänzen und den Haufen gießen.
  • Richtig: Das Material ist feucht wie ein ausgedrückter Schwamm, aber nicht nass, und riecht nach Waldboden.

Zerkleinertes Material rottet deutlich schneller als ganze Äste oder dicke Stängel. Rasenschnitt wird vorher angewelkt und nur in dünnen Lagen aufgebracht, sonst verklebt er und fault.

Im Herbst lohnt es sich, Laub in Säcken oder einem Drahtkorb zu sammeln. Es dient im Sommer als Vorrat an braunem Material, wenn viel Rasenschnitt anfällt. Welche Arbeiten im Herbst sonst noch anstehen, zeigt der Ratgeber Garten winterfest machen.

Kompost anlegen: Schritt für Schritt

Ob offener Haufen oder Behälter, der Aufbau folgt immer demselben Prinzip:

  1. Boden vorbereiten: Die Fläche von Bewuchs befreien und leicht lockern. Wer Wühlmäuse im Garten hat, legt ein engmaschiges Drahtgitter unter den Komposter; Regenwürmer kommen trotzdem hindurch.
  2. Behälter aufstellen oder beim offenen Haufen die Grundfläche abstecken. Damit im Inneren genug Wärme entsteht, braucht der Kompost eine gewisse Masse; als Richtwert gilt etwa ein Kubikmeter.
  3. Grobe Basisschicht einbringen: 10 bis 15 cm kleine Zweige, Heckenschnitt oder grobes Häckselgut, die Stücke nicht länger als etwa 20 cm. Diese Schicht sorgt für Luft von unten und lässt Wasser ablaufen.
  4. Impfen: Zwei bis drei Eimer reifen Kompost oder etwas Gartenerde darübergeben. Darin stecken bereits die Mikroorganismen, die die Rotte in Gang bringen. Ein gekaufter Kompoststarter ist möglich, aber nicht nötig.
  5. Abwechselnd schichten: Grünes und braunes Material in dünnen Lagen von etwa 10 cm aufbringen oder gleich gut vermischen. Küchenabfälle zwischen trockenes Material geben, nicht obenauf.
  6. Feuchtigkeit prüfen: Trockenes Material beim Aufsetzen anfeuchten, bis es sich wie ein ausgedrückter Schwamm anfühlt.
  7. Abdecken: Eine Schicht Laub, Stroh oder ein luftdurchlässiges Kompostvlies schützt vor Austrocknung und vor zu viel Regen. Dichte Folie ist ungeeignet, weil darunter die Luft fehlt.
  8. Laufend nachfüllen: Neues Material kommt oben dazu, immer im Wechsel von grün und braun.

Praxisbeispiel: In einem Reihenhausgarten stehen zwei Lattenkomposter nebeneinander im Halbschatten hinter dem Geräteschuppen. Von März bis Oktober wird der linke befüllt: Küchenabfälle, angewelkter Rasenschnitt und gehäckselter Heckenschnitt, dazwischen immer eine Lage Laub aus den Säcken vom Vorjahr. Im späten Frühjahr wird der Inhalt in den rechten Behälter umgesetzt und der linke neu befüllt. Bis zum Herbst ist der umgesetzte Kompost reif, wird gesiebt und dünn auf den Beeten verteilt.

Kompost umsetzen und pflegen

Beim Umsetzen wird der Kompost mit der Grabegabel abgetragen und daneben oder in einem zweiten Behälter neu aufgeschichtet. Außen liegendes, wenig verrottetes Material kommt dabei nach innen. Das bringt Luft hinein, lockert verdichtete Stellen und mischt alles gut durch.

Wie oft umgesetzt wird, hängt vom Ziel ab. Wer schnell Kompost braucht und viel Material auf einmal hat, setzt etwa alle vier bis sechs Wochen um. Für einen normalen Gartenkompost, der laufend befüllt wird, genügt es, ihn ein- bis zweimal im Jahr umzusetzen. Wer gar nicht umsetzt, bekommt ebenfalls Kompost, wartet aber länger.

  • Bei Trockenheit gießen, am besten mit Regenwasser, bis das Material wieder schwammfeucht ist.
  • Bei Nässe auflockern und trockenes Strukturmaterial untermischen.
  • Tiere schonen: In Kompost- und Laubhaufen überwintern gern Igel, auch Kröten und Blindschleichen suchen dort Unterschlupf. Im Winterhalbjahr wird deshalb nicht umgesetzt, und die Grabegabel wird immer vorsichtig von außen angesetzt. Wie der Garten insgesamt igelfreundlich wird, zeigt der Ratgeber Igel im Garten fördern.
  • Ratten fernhalten: keine gekochten Speisereste, kein Fleisch und kein Brot auf den offenen Kompost, Küchenabfälle immer mit Gartenmaterial abdecken.

Reifezeit: wann der Kompost fertig ist

Wie lange die Rotte dauert, hängt von Material, Feuchtigkeit, Temperatur und Pflege ab. Im Sommer geht es deutlich schneller als im Winter, zerkleinertes Material schneller als grobes. Holzige Bestandteile wie Äste brauchen am längsten und bleiben beim Sieben oft übrig. Unterschieden werden zwei Reifegrade:

Reifegrad Zeitraum im offenen Kompost Erkennungszeichen Verwendung
Frischkompost nach etwa drei bis vier Monaten noch grob, Ausgangsmaterial teils erkennbar als Mulch auf Beeten und unter Gehölzen, nicht für Aussaaten und junge Pflanzen
Reifkompost nach etwa sechs bis zwölf Monaten dunkelbraun, krümelig, riecht nach Waldboden zum Einarbeiten in Beete und als Beimischung zu Pflanzerde

So lässt sich die Reife prüfen

  • Aussehen und Geruch: Bis auf holzige Reste ist vom Ausgangsmaterial nichts mehr zu erkennen, der Kompost ist gleichmäßig krümelig und riecht nach Waldboden.
  • Kressetest: Ein Glas oder eine Schale mit dem Kompost füllen, anfeuchten und Gartenkresse darauf säen. Keimt die Kresse nach einigen Tagen dicht und gleichmäßig und bleiben die Blättchen grün, ist der Kompost reif. Keimt sie schlecht oder verfärben sich die Keimlinge gelb oder braun, braucht er noch Zeit.

Kompost richtig verwenden

Reifer Kompost wird vor der Verwendung durch ein grobes Durchwurfsieb geworfen. Was hängen bleibt, kommt als Starthilfe zurück in den neuen Kompost. Der gesiebte Kompost wird im Frühjahr dünn auf die Beete gestreut und nur flach eingearbeitet, nicht tief untergegraben.

Dunkler, krümeliger Kompost auf einer Schaufel

Mehr ist nicht besser. Als Richtwert gelten etwa 3 bis 5 Liter Kompost pro Quadratmeter und Jahr, für Starkzehrer eher mehr, für Schwachzehrer weniger. Das ist eine Schicht von nur wenigen Millimetern. Kompost enthält viel Phosphor und Kalium; wer jedes Jahr dick aufträgt, reichert diese Nährstoffe über die Jahre im Boden an.

  • Gemüsebeete: Reifkompost im Frühjahr einarbeiten, Frischkompost als Mulch um stark zehrende Kulturen wie Kürbis, Zucchini oder Kohl verteilen. Geeignete Mulchmaterialien vergleicht der Ratgeber Mulchen im Garten.
  • Hochbeet: Reife Komposterde gleicht im Frühjahr die abgesackte Füllung aus. Welche Kulturen in welchem Standjahr passen, zeigt der Ratgeber Hochbeet bepflanzen.
  • Topf- und Aussaaterde: Kompost nur als Beimischung zu Erde oder Sand verwenden, nie pur. Für Aussaaten ist er meist zu nährstoffreich.
  • Moorbeetpflanzen wie Rhododendron und Heidelbeeren bekommen Gartenkompost nur sparsam, weil er den pH-Wert des Bodens eher anhebt.

Kompostmethoden im Vergleich

Nicht jeder Garten bietet Platz für einen großen Haufen, und nicht jeder möchte regelmäßig umsetzen. Die gängigen Methoden unterscheiden sich vor allem in Platzbedarf, Aufwand und Tempo:

Methode Platzbedarf Aufwand Tempo Passt für
Offener Haufen (Miete) groß gering, Umsetzen nach Bedarf Reifkompost nach etwa sechs bis zwölf Monaten große Gärten mit viel Grünschnitt
Lattenkomposter mittel gering, Umsetzen nach Bedarf wie der offene Haufen die meisten Hausgärten
Thermo- oder Schnellkomposter klein gering, Entnahme über eine Klappe unten schneller als der offene Haufen, wenn gut gemischt und feucht gehalten kleine Gärten, viele Küchenabfälle
Trommelkomposter klein regelmäßig drehen zügig, wenn regelmäßig gedreht und gut gemischt kleine Gärten, auch auf befestigtem Grund
Wurmkiste sehr klein regelmäßig füttern, frostfrei halten laufend, Wurmhumus nach einigen Monaten Balkon, Keller, Wohnung
Bokashi-Eimer sehr klein Ferment zugeben, Sickersaft ablassen Ferment nach etwa zwei Wochen, danach Rotte im Boden Küchenabfälle in der Wohnung
Direktkompostierung im Beet kein eigener Platz gering einige Wochen bis Monate, bis gepflanzt werden kann freie Gemüsebeete

Offener Haufen und Lattenkomposter stehen auf offenem Boden, sind günstig und nehmen große Mengen Grünschnitt auf. Ein einfacher Lattenkomposter lässt sich auch aus Holzpaletten bauen.

Heiß oder kalt kompostieren

Heiß oder kalt ist keine Frage des Behälters, sondern der Arbeitsweise. Bei der Heißkompostierung wird viel gut gemischtes Material auf einmal aufgesetzt und häufig umgesetzt. Das Innere wird sehr warm, die Rotte läuft schnell ab, dauert aber trotzdem Wochen bis Monate, nicht Tage. Bei der kalten Kompostierung wird laufend nachgefüllt und wenig oder gar nicht umgesetzt. Das macht kaum Arbeit und gelingt schon in einer Tonne, dauert aber länger.

Thermo-, Schnell- und Trommelkomposter

Thermokomposter sind geschlossene, wärmedämmende Kunststoffbehälter mit offenem Boden. Sie halten Wärme und Feuchtigkeit im Inneren und brauchen wenig Platz; fertiger Kompost wird unten über eine Klappe entnommen. Ob Kunststoffbehälter, gemauerte Kammer oder Tonne mit Luftlöchern: Wichtiger als die Form ist eine gute Belüftung von der Seite.

Trommelkomposter stehen auf einem Gestell und werden regelmäßig gedreht, das ersetzt das Umsetzen. Weil sie keinen Bodenkontakt haben, müssen die Mikroorganismen mit dem Material hineinkommen, etwa über etwas reifen Kompost. Bauformen und Kaufkriterien vergleicht der Ratgeber Komposter im Vergleich.

Wurmkiste

In einer Wurmkiste zersetzen Kompostwürmer die Küchenabfälle. Das sind nicht die Regenwürmer aus dem Gartenboden, sondern spezielle Arten aus dem Fachhandel. Den Grund bildet eine Lage feuchtes Papier oder Kokosfaser, darauf kommen die Würmer und nach und nach die Abfälle. Die Kiste braucht einen frostfreien Standort, auf dem Balkon also nur in der warmen Jahreszeit.

Bokashi

Beim Bokashi werden Küchenabfälle in einem luftdicht schließenden Eimer schichtweise mit einem Ferment aus Mikroorganismen vermischt. Sie verrotten nicht, sondern werden unter Luftabschluss vergoren; nach etwa zwei Wochen ist der Inhalt durchfermentiert. Fertiger Kompost ist das noch nicht: Das Ferment wird in die Beeterde eingegraben oder unter den Gartenkompost gemischt und zersetzt sich dort innerhalb einiger Wochen. Lässt der Hersteller auch gekochte Reste zu, muss das Ferment gut mit Erde bedeckt werden, damit es keine Tiere anlockt.

Direktkompostierung im Beet

Zerkleinerte Abfälle kommen ohne Umweg direkt in den Beetboden und werden mit Erde bedeckt. Gepflanzt wird erst, wenn das Material weitgehend zersetzt ist, je nach Witterung nach einigen Wochen bis Monaten. Das passt für Beete, die längere Zeit frei sind.

Häufige Fragen zum Kompost

Wie lange dauert es, bis Kompost fertig ist?

Im offenen Haufen oder Lattenkomposter entsteht nach etwa drei bis vier Monaten Frischkompost, der als Mulch dienen kann. Reifkompost für Beete und Pflanzerde braucht etwa sechs bis zwölf Monate. Umsetzen, zerkleinertes Material und warme Witterung verkürzen die Zeit, Kälte und grobes, holziges Material verlängern sie.

Warum riecht mein Kompost unangenehm?

Fauliger Geruch entsteht durch Sauerstoffmangel, meist durch zu viel feuchtes, grünes Material wie Rasenschnitt ohne genug Strukturmaterial. Abhilfe schaffen Umsetzen und das Untermischen von trockenem Laub, Stroh oder Häckselgut. Ein gut geführter Kompost riecht nach Waldboden.

Lockt ein Kompost Ratten an?

Vor allem dann, wenn gekochte Speisereste, Brot, Fleisch oder Fisch darauf landen. Rohe Obst- und Gemüsereste sind weit weniger anziehend, sollten aber mit Gartenmaterial abgedeckt werden. Ein engmaschiges Drahtgitter unter dem Behälter und ein geschlossener Komposter erschweren Nagern zusätzlich den Zugang.

Kann man auch im Winter kompostieren?

Ja. Die Rotte verlangsamt sich bei Kälte, hört im Inneren eines größeren Haufens aber nicht ganz auf. Küchenabfälle können weiter auf den Kompost, am besten zwischen Laub. Eine Abdeckung aus Laub, Stroh oder Kompostvlies hält Wärme und Feuchtigkeit. Umgesetzt wird erst wieder im späten Frühjahr, weil im Haufen Igel überwintern können.

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