Feuerstelle im Garten

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Die Sonne verschwindet langsam am Horizont, der laue Sommerabend geht in die sternenklare Nacht über und du sitzt mit einer Flasche Bier im Liegestuhl, um den Feierabend zu genießen. Ein paar Freunde kommen rüber oder deine Familie leistet dir Gesellschaft. Fehlt nur noch ein saftiges Stück Fleisch vom Grill und lodernde Flammen. Eine Feuerstelle im Garten ist nicht nur ein optischer Hingucker, sie vermittelt ein romantisches, heimisches Gefühl und ist zudem eine angenehme Wärmequelle. Und je nach Art kann sie mithilfe eines Grillrosts als Kochstelle dienen.

Die richtige Feuerstelle für deinen Garten

Es gibt mehrere Möglichkeiten eine Feuerstelle im eigenen Garten zu errichten. Du kannst dich für eine fest verankerte Stelle mit Steinumrandung entscheiden oder einen bewegbaren Feuerkorb oder eine Feuerschale kaufen. Auch Feuersäulen oder Schwedenfeuer verleihen deinem Garten einen sehr gemütlichen Eindruck.

Fest verankerte Lagerfeuerplätze

Sehr gemütlich sind feste Feuerplätze, die du in den Boden einbauen oder über der Erde aufrichten kannst. Obwohl es Steinkonstruktionen zu kaufen gibt, kannst du ein solches Lagerfeuer auch sehr einfach selbst machen. Wenn du den Feuerplatz in die Erde setzen willst, dann musst du ein flaches Loch von ungefähr 30 – 60 cm graben. Feuerplätze sind oft rund, du kannst sie aber auch viereckig oder dreieckig einrichten, ganz frei nach Wunsch. Damit das Lagerfeuer nicht ausbrechen kann, musst du eine feuersichere Umfassung aus Stein bauen. Diese kannst du aus Ziegelsteinen, Steinplatten oder losen Steinen bauen. Lege die Steine lose übereinander, in zwei bis drei Reihen. Eine lose Einfassung lässt Luft ein, wodurch die Flammen besser brennen. Als Alternative kannst du die Steine mit Zement befestigen. Mit einem Mörtel gibst du Zement in die Fugen zwischen den Steinplatten. Ist die Umfassung fertig, kannst du die Fugen mit einem leicht angefeuchteten Pinsel oder Handfeger nachbearbeiten.

Öfen für den Garten selbst gemacht

Als Feuerplatz gilt auch ein Gartenofen. Auch diesen kannst du selbst bauen. Das Design kann genauso kreativ wie die des Lagerfeuers sein: in halbrunder oder viereckiger Form, aus Steinen, Ziegeln oder Beton, zweistöckig mit einem Grillrost oder einstöckig, dafür aber länger. Gartenöfen werden gerne zum Pizza- und Brotbacken verwendet, mit einem Grillrost können sie aber auch zum Grillen und Backen anderer Lebensmittel dienen. Alternativ kannst du Kartenkamine aus schwerem Gusseisen und mit verschließbarer Tür im Handel erwerben. Sie gibt es in diversen Ausführungen, Größen, Formen und Farben. Während die meisten mit Holz betrieben werden, gibt es auch Modelle, die mit Gas angefeuert werden.

Gasbetriebene Gartenfeuer

Sehr edel sehen gasbetriebene Garten- oder Terrassenfeuer aus. Sie brennen auf einer Stein- oder Marmorkonstruktion und sind oft mit dekorativen Steinen umhüllt. Zur zusätzlichen Sicherheit haben einige Gartenfeuer eine schützende Mauer aus Plexiglas. Die Steinkonstruktion dient zugleich als Gartentisch, sie bietet Platz zum Abstellen von Gläsern und kleinen Tellern.

Den richtigen Standort finden

Da du eine Feuerstelle im Boden nicht beweglich ist, solltest du dir vor dem Bau überlegen, wo sie hinkommt. Hierbei kommen mehrere Faktoren ins Spiel. Zuerst solltest du nachschauen, ob unter deinem Garten keine Strom- oder Gasleitung gezogen ist. Wenn ja, solltest du den Feuerplatz weit entfernt von diesen aufrichten. Zweitens solltest du eine Stelle suchen, auf der sich keine brennbaren Materialien befinden. Es sollen keine Hecken oder Bäume in der direkten Umgebung sein, an trocknen Sommertagen könnten sie in Brand gehen. Das Gartenfeuer sollte zudem mehrere Meter vom Haus und dem Gartenhäuschen entfernt sein. Der ideale Standort ist flach und bietet außerdem Platz für eine Gartenbank oder einige Garten- oder Liegestühle. Schließlich sollte der Platz ein Ort der Zusammenkunft und des Aufenthalts sein.

Frei stehende Gartenfeuer

Neben den fest verankerten Gartenfeuern kannst du dich auch für eine transportierbare Feuerstelle entscheiden. Die Auswahl umfasst Feuerschalen, Feuerkörbe, Gartenfackeln, Schwedenfeuer, verschiedene Gartenöfen und Feuersäulen.

Die Feuerschale

Die Feuerschale ist eine große, ziemlich flache Schale, die zu den Enden leicht nach oben geht. Sie steht auf drei bis vier Beinen und kann aus Stahl (z. B. Edelstahl) oder Gusseisen bestehen. Feuerschalen gibt es in diversen Größen, große Modelle gibt es mit einem Durchmesser von 80 – 100 cm. Feuerschalen kannst du zu mehreren Zwecken benutzen. Einige Modelle haben eine Vorrichtung, in die ein Grillrost rein geschoben werden kann. Für größere Grillpartys kann die Feuerschale auch mit einem Schwenkgrill benutzt werden. Lasse das Feuer weiter brennen, nach dem fertig gegessen wurde und du hast ein angenehmes Lagerfeuer für die Nacht. Oder benutze die Feuerschale gleich von Anfang an für das gemütliche Lagerfeuer. Das Gras wird dabei nicht beschädigt und du hast die Stelle tags drauf schnell gesäubert. Feuerschalen können transportiert werden, wegen ihres schweren Gewichts müssen jedoch mindestens zwei Personen mit anfassen. Eine leichtere Alternative ist der Feuerkorb.

Der Feuerkorb

Der Gitterkorb aus Stahl steht auf drei bis vier Beinen, die sich auf einem Unterteller befindet. In ihm werden herausfallende Aschen aufgefangen. Damit das Metall den Flammen auch standhält, wurde der kalt gewalzte Stahl feuerfest angestrichen. Der Korb wird von oben mit Holzscheiten gefüllt, die ein schönes, wärmendes Feuer ergeben. Alternativ kannst du in einigen Modellen eine Aschenplatte hereinlegen und diese in Verbindung mit einem Grillrost benutzen. Der große Vorteil der Feuerkörbe liegt in ihrem geringen Gewicht. Mit einem Durchmesser von nur einem halben Meter und einem Gewicht von zwischen 5 und 10 kg sind sie sehr leicht transportierbar und nehmen kaum Platz ein. Benutze sie auf der Terasse, im Garten, am Strand oder beim Grillen am See. Sehr schön und gemütlich wird ein großer Garten, wenn du ihn mit mehreren Feuerkörben bestückst. Sie geben Licht und erwärmen die Hände, auch bei Wintergrillpartys in Zusammenhang mit leckerem Glühwein. Aber auch für Stadtwohnungen oder kleine Veranden mit wenig Platz ist der Feuerkorb die perfekte Alternative zum Lagerfeuer.

Die Gartenfackel

Ebenfalls schön auf Gartenpartys sind licht gebende Gartenfackeln. Sie werden in die Erde gestochen und können nach der Party problemlos wieder rausgenommen werden. Fackeln gibt es in verschiedenen Materialien, zum Beispiel aus Bambusholz oder aus Hartholz in Verbindung mit Edelstahl. Die Fackel besteht aus einem Docht, verbunden mit einem kleinen Öltank. Dieses wird mit Lampenöl oder Petroleum gefüllt und daraufhin angefangen. Solange Öl im Tank ist, brennt die Flamme.

Das Schwedenfeuer

Die Alternative aus dem kalten Norden ähnelt den Feuerkörben, mit dem Unterschied, dass bei der Schwedenfackel das Holz sogleich Brennstoff als auch Korb ist. Sie können sowohl gekauft aber auch leicht selbst gemacht werden. Hierfür benötigst du einen dicken Holzstamm und eine Elektrosäge. Mit einer Handsäge kannst du die Schwedenfackel auch herstellen, du brauchst aber deutlich länger. In den Holzstamm schneidest du waagerechte Schnitte von oben bis 15 cm über dem unteren Ende. Der Sockel muss fest und stabil sein, denn auf ihm steht die brennende Fackel. Das Feuer wird im Inneren des Baumstammes angefangen und brennt sich von innen nach außen und von oben nach unten. Daher solltest du ausreichend Schnitte machen, damit Sauerstoff reingelangt, aber nicht so viele, dass der Stamm auseinanderfällt. Schwedische Soldaten erfanden die Baumfackel und nutzten sie als leicht herzustellende Wärmequelle. Damit du das Schwedenfeuer auch längere Zeit genießen kannst, solltest du ein langsam brennendes Holz wählen. Ideal sind Nadelhölzer.

Die Feuersäule

Am dekorativsten sind zweifellos die kreativ gestalteten Säulen. Die metallenen Türme haben viele kleine Öffnungen, die ein Bild oder kunstvolle Verziehrungen darstellen. Durch sie erscheinen die hell lodernden Flammen. Von oben werden Holzscheite in die Feuersäule geführt, die mit Hilfe von Anzündern zum Brennen gebracht werden. Ähnliche wie beim Schwedenfeuer werden mit langsam brennenden Hölzern die längsten Brenndauern erzeugt. Die Säulen sind aber nicht nur dekorativ, sondern auch eine sehr schicke Heizquelle auf der Terrasse oder im Garten.

Sicherheitsmaßnahmen beim Umgang mit offenen Feuern

Lagerfeuer, vor allem bei Nacht, sorgen für eine gemütliche und romantische Stimmung. Jedoch solltest du beim Umgang mit ihnen einige einfache aber wichtige Sicherheitsmaßnahmen beachten. Lasse die Flammen nie unbeaufsichtigt. Bevor du den Feuerplatz verlässt, solltest du jemand anderen zur Aufsicht beauftragen oder die Flammen ersticken. Kinder sollten nicht am Feuerplatz spielen. Erkläre ihnen die Gefahren des Lagerfeuers und wie sie mit ihm umgehen können. Kinder stochern gerne in der Asche, legen Holz nach oder grillen Marshmallows und Würstchen an einem Stock. Du solltest sie dabei immer beaufsichtigen, viel zu schnell können Unfälle passieren.

Funkenschutz und Rauch

Ein Feuerplatz stellt eine mögliche Brandgefahr dar und sollte deswegen angemessen aufgebaut und nachher gelöscht werden. Es sind aber nicht nur die eigentlichen Flammen, die gefährlich werden können. Feuerdampf kann in großen Mengen zu Vergiftungen im Körper führen. Auch wenn diese Mengen mit einem Lagerfeuer nicht erstellt werden, so solltest du doch nicht direkt in der Rauchlinie stehen. Versuche so wenig Rauch wie möglich einzuatmen. Verschiedene Holzarten und andere feste Brennstoffe können Funken provozieren. Diese springen in die Höhe und werden von der Luft, respektiv dem Wind davon getragen. Sie können Löcher auf Kleidern hinterlassen und Papier in Brand stechen. Sollten sich bei deinem Lagerfeuer Funken bilden, dann achte darauf, dass leicht Brennbares nicht in der Umgegend liegt (dies sollte es sowieso nicht) und die Funken nicht in die Richtung von Personen fliegen. Für Feuerschalen gibt es spezielle Funkenschutzhauben. Sie werden über das Feuer gestülpt, lassen genug Luft rein, damit die Flammen nicht ersticken, und halten die Funken drinnen. Auch für Öfen gibt es Funkschutzgitter. Wenn die Größe passt, könntest du dir einen solchen Schutz auch für einen fest verankerten Feuerplatz verwenden.

Das Löschen

Bringe den Feuerplatz in der Nähe einer Wasserquelle an, oder bringe das Wasser zum Feuerplatz. Ein Schlauch oder ein Eimer Wasser sollten sich immer in der Nähe befinden. Für zusätzliche Sicherheit sorgen ein Handfeuerlöscher und eine Löschdecke. Mit der Decke können Flammen erstickt werden, der Feuerlöscher sollte nur im Notfall angewendet werden. Eine Schaufel aus Aluminium sollte ebenfalls Bestandteil der Feuerzubehöre sein. Mit ihr kannst du die brennenden Hölzer auseinander legen und sie so schneller löschen.

Achtung vor der Feuerglut

Gelöscht ist erst, wenn auch keine Aschen mehr brennen. Kommt die Glut mit festen, brennbaren Stoffen in Kontakt (z. B. Papier), so können die ganz schnell brennen. Lege die Glut zuerst mit der Aluschaufel auseinander. Nun kannst du Wasser, Sand oder feine Erde, zum Löschen, drüber geben.

Fazit

Ein Feuerplatz gibt deinem Feierabend die richtige Stimmung. Sorgenfrei kannst du dich in den Liegestuhl setzen, ein Glas Wein mit deinem Partner oder eine Flasche Bier mit den Freunden teilen, mit den Kindern Würstchen grillen oder mit den Nachbarn plaudern. Das Gartenfeuer wärmt, du kannst teilweise auch darauf grillen oder gar backen. Die Auswahl an Feuerplätzen ist riesig, von Schalen, über Körbe und Säulen bis zu festen Lagerfeuerplätzen. Mit etwas Geschick kannst du diese auch selber bauen und auf gewünschte Maße anfertigen. Jedoch unterscheiden sich die diversen Modelle nicht nur in ihrer Form, sondern auch an ihrem Nutzen. So kannst du zum Beispiel nicht jeden Feuerplatz mit zum Strand nehmen und nicht auf einer Feuersäule keine Würstchen grillen. Überlege dir, wozu und wie groß dein Gartenfeuer sein soll und wohin du ihn stellst. Hast du beim Aufrichten auch auf die Sicherheit geachtet, dann kannst du dich auf gemütliche Sommerabende am Gartenfeuer freuen.

[Gesamt:3    Durchschnitt: 5/5]

1 Kommentar

  1. Bei einem Feuerkorb ist eine entsprechende Bodenplatte ratsam, da der Rasen unten teilweise braun werden kann. Bei einer Feuerstelle ist auch der Einsatz von mystischem Licht interessant. Hier können schöne Lichteffekte im Feuer erzeugt werden.

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  1. Schwedenfeuer selber machen

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