Pfirsichbaum

Reife, leckere Pfirsiche an einem Pfirsichbaum © Elena Elisseeva - shutterstock.com

Ein Pfirsichbaum überzeugt nicht nur optisch mit seiner tollen Blütenpracht, sondern sorgt im Spätsommer auch für leckere, gesunde Früchte. Daher zählt er auch zu den beliebtesten Obstgehölzen in Deutschland.

Die Standortwahl

Pfirsichbäume sind sehr anspruchsvoll, wobei der richtige Standort der erste Schritt zu vielen erfolgreichen Ernten ist.
Der Boden sollte locker, humus- und sandhaltig sein.
Außerdem solltest du darauf achten, deinen Baum an einen sonnigen Platz zu setzen, da der aus dem Süden stammende Obstbaum hohe Temperaturen benötigt, um Früchte zu erzeugen. Deshalb ist es auch wichtig, deinen Pfirsichbaum an einen vor Zugluft geschützten Ort zu pflanzen, wie hinter einer Hecke oder Mauer.

Pfirsichbaum pflanzen

Pflanze dein Obstgehölz am besten im Herbst. Dadurch hat der Baum den ganzen Winter über Zeit, neue Wurzeln zu bilden, und kann im Frühling ausschlagen.
Ein gekaufter Obstbaum ist in der Regel veredelt. Stelle ihn vor dem Pflanzen in einen Eimer mit Wasser, damit sich die Baumwurzeln vor dem Einpflanzen vollsaugen können. So wächst der Baum schneller an. Grabe nun eine Grube, die tief genug ist, dass die Veredelungsstelle deines Obstbaumes etwa zehn Zentimeter aus dem Boden herausragt. Fülle das Loch gleichmäßig mit Erde auf. Kompost dient als natürlicher Dünger.

Die richtige Pflege

Während der Fruchtbildung benötigt dein Pfirsichbaum besonders viel Wasser, wobei du unbedingt auf Staunässe verzichten solltest.
Zum Düngen kannst du einen kalium- und stickstoffreichen Dünger verwenden. Düngezeit ist zwischen Mai und Juli und niemals im Winter.
Achte außerdem darauf, dass du die Blüten im März, wenn es kalt ist, mit einer Fleecedecke schützt, da diese sehr kälteempfindlich sind.

Schneiden, aber wie?

Auch beim Schneiden solltest du auf einige Dinge achten, damit einer ausgiebigen Ernte nichts im Weg steht.
Vernachlässigst du das Schneiden, trägt der Baum bald nur noch an den außersten Ästen Früchte.
Einen jungen Baum schneidest du so, dass sein höchster Ast etwa 60 Zentimeter vom Boden entfernt ist und sein niedrigster 40 Zentimeter.
Jetzt solltest du dir auch über die Form deines Obstbaumes Gedanken machen. Da die Früchte zum Reifen sehr viel Sonne benötigen, darf die Baumkrone niemals zu dicht wachsen.
Du kannst deinen Obstbaum zum Beispiel als Spalier pflanzen. Die am weitesten verbreitete Kronenform ist allerdings die Tellerform. Hierfür kappst du den Mitteltrieb im dritten oder vierten Jahr der Kronenerzeugung auf der gleichen Höhe, auf der sich der höchste Seitentrieb befindet. So wächst der Baum in die Breite und die Blätter sind einer höheren Sonnenausstrahlung ausgesetzt.
Ausgewachsene Bäume werden jedes Jahr im Frühling, vor der Blütezeit, geschnitten. Achte darauf, dass es nicht zu kalt ist, da der Baum dann anfälliger für Infektionen und Pilzerkrankungen ist.
Da Pfirsichbäume ihre Früchte nur am einjährigen Holz tragen, kannst du alle Äste, die im Vorjahr Pfirsiche getragen haben, auf ein Viertel der Länge kürzen.
Holztriebe, also Äste, die keine Blüten tragen, kannst du komplett wegschneiden, sobald sie nicht für die Stabilität des Baumes entscheidend sind.

Verschiedene Fruchttriebe

Unterscheide auch zwischen wahren und falschen Fruchttrieben. Wahre Fruchttriebe erkennst du daran, dass Blütenknospen mit ein bis zwei spitzen Blattknospen pro Ast kombiniert auftreten. Diese Blütenknospen entwickeln sich im Sommer zu Früchten.
Wahre Fruchttriebe kannst du einkürzen. Achte aber darauf, dass du nicht zu viele Blattknospen entfernst, da die Pfirsiche sonst nicht mit genügend Wasser und Nährstoffen versorgt werden können.
Falsche Fruchttriebe besitzen keine Blattknospen. An den Blüten entstehen zwar vorerst trotzdem Früchte, doch diese werden mit der Zeit abgeworfen, da sie an nicht genügend Nährstoffe gelangen.

Erntezeit

Wann die Erntezeit beginnt ist von deiner Pfirsichsorte abhängig. Frühe Sorten bringen schon ab Anfang Juli reife Pfirsiche, die meisten aber erst zwischen August und September. Da nicht alle Früchte deines Baumes gleichzeitig reif werden, zieht sich die Erntezeit über etwa drei Wochen. Wie viele Früchte sind auch Pfirsiche nach dem Ernten nicht besonders lange haltbar, machen sich aber ausgezeichnet als Marmelade, Kompott oder im Obstkuchen.

Mögliche Krankheiten

Die am häufigsten auftretende Krankheit bei Pfirsichbäumen ist die Kräuselkrankheit. Hierbei wird der Baum von einem Pilz namens „Taphrina deformans“ befallen. Das Gewebe der Pfirsichblätter wird zerstört, diese nehmen eine gelbe bis rötliche Farbe an und kräuseln sich. Auf der Blattoberseite kannst du einen weißen Pilzteppich erkennen. Taphrina deformans überwintert auf den Blättern und infiziert bei den ersten wärmeren Temperaturen im Frühling die Knospen. Die Blätter trocknen aus, fallen ab, und es entstehen nur wenige Blüten. Erst beim Neuaustrieb erholt sich der Baum langsam wieder.
Aber auch andere Krankheiten, die typisch für Steinobstgehölze wie Kirschen und Pflaumen sind, können bei Pfirsichbäumen viel Schaden anrichten. Hierzu zählt zum Beispiel das Scharka Virus. Dieses Virus befällt die Blätter, welche dadurch gelb bis olivgrüne Ringe aufweisen. Auch die Früchte fallen frühzeitig ab.
Bei der Fruchtfäule, einer anderen Krankheit, faulen die Früchte, trocknen aus und fallen ebenfalls ab. Dies führt zu einem erheblichen Ernteertragsrückgang.

Pilzbefall, was nun?

Spritzmittel gegen einen Pilzbefall muss in einer sehr hohen Konzentration aufgetragen werden, wodurch die Früchte ebenfalls pestizidverseucht werden.
Willst du das vermeiden, gibt es nichts anderes zu tun, als die von der Krankheit befallenen Stellen abzuschneiden. Dies solltest du nach Möglichkeit vor der Blütezeit, also zu Beginn des Jahres machen, da die meisten krankheitsverursachenden Pilze auf den Trieben überwintern.
Werfe die befallenen Obstbaumteile auf keinen Fall auf den Komposthaufen, da der Pilz dort sonst weiterwächst.

Vorbeugung der Kräuselkrankheit

Die Vorbeugung beginnt schon beim richtigen Standort deines Pfirsichbaumes. Da es Pilze feucht mögen, solltest du dich immer für einen sonnigen Platz entscheiden. Damit die Blätter bei Regen schneller abtrocknen ist zudem wichtig, dass die Krone nicht zu dicht ist. Ein Platz in der Nähe von Knoblauch, Kapuzinerkresse oder Meerrettich hilft auch, die Kräuselkrankheit einzudämmen.
Durch Langzeitdünger erhöht sich die Widerstandsfähigkeit des Baumes.
Auch bei der Sortenwahl ist auf Widerstandsfähigkeit zu achten.
„Revita“ ist besonders robust. Sie liefert große, saftige Früchte mit weißem Fruchtfleisch und ist gut für das Klima in Deutschland geeignet.
„Benedicte“ ist ebenfalls sehr widerstandsfähig, selbstbefruchtend, starkwüchsig und lockt mit einem hohen Ernteertrag.
Auch den „Roten Weinbergpfirsich“ kannst du in Betracht ziehen, wenn du versuchst, die Kräuselkrankheit vorzubeugen.
Zudem kann die Zugabe eines Pflanzenstärkungsmittel ab Februar der Pilzkrankheit entgegenwirken.

Vermehrung

Pfirsichbäume lassen sich entweder durch Stecklinge oder einen Samenkern vermehren. Die Vermehrung durch den Kern ist jedoch nur bei sogenannten kernechten Sorten möglich. Das bedeutet, dass die Eigenschaften der Mutterpflanze der des Sprösslings entsprechen und keine Mutationen aufgetreten sind.
Kernechte Pfirsichsorten sind unter anderem der „Proskauer Pfirsich“ oder „Naundorfer Kernechter“, der besonders säuerlich schmeckt. Nicht kernechte Sorten wachsen nur zu kleinen Pflänzchen heran und tragen keine Früchte.
Hast du kernechte Pfirsichkerne, knackst du sie mit einem Nussknacker auf, um an den eigentlichen Samen zu gelangen. Lege diesen in eine Kiste mit feuchtem Sand, damit es der Samen kühl und dunkel hat. Im Frühling kannst du ihn nach der Winterruhe zwei bis drei Zentimeter in den Boden drücken, und mit etwas Glück wächst schon bald ein neuer Pfirsichbaum in deinem Garten.

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