Im Herbst entscheidet sich, wie gut Rasen, Beete und Gehölze durch den Winter kommen. Wer den Garten winterfest machen will, muss dabei nicht alles aufräumen: Manche Arbeiten sind Pflicht, weil Frost sonst Leitungen sprengt oder Pflanzen schädigt, andere schaden eher, etwa ein radikaler Rückschnitt aller Stauden. Die Arbeiten verteilen sich auf September bis November und richten sich nach dem ersten Frost, nicht nach dem Kalender.
Inhaltsverzeichnis
Wann der Garten winterfest gemacht wird
Einen festen Stichtag gibt es nicht. In milden Lagen kommt der erste Frost meist deutlich später als in höheren Lagen oder im Osten. Solange der Boden warm ist, wird gepflanzt und gesät. Kündigt der Wetterbericht die ersten Frostnächte an, haben Wasserleitungen und frostempfindliche Pflanzen Vorrang. Abdecken und Einpacken folgen erst nach den ersten leichten Frösten: Vorher härten die Pflanzen ab, und unter zu früh angebrachtem Schutz droht Fäulnis.
Checkliste: Garten winterfest machen von September bis November
Die Monate sind Richtwerte für mittlere Lagen; in rauen Regionen beginnt alles früher, in milden später.
| Bereich | Aufgabe | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Rasen | Herbstdünger mit viel Kalium und wenig Stickstoff ausbringen | September bis Oktober |
| Rasen | Laub regelmäßig abrechen, letzter Schnitt auf 4 bis 5 cm | Oktober bis November |
| Beete | Einjährige und kranke Pflanzenteile entfernen, mulchen | September bis November |
| Stauden und Gehölze | Neu pflanzen und umpflanzen | September bis November bei offenem Boden |
| Blumenzwiebeln | Narzissen und Krokusse setzen, Tulpen etwas später | September bis Oktober, Tulpen bis November |
| Knollen | Dahlien, Gladiolen und Canna ausgraben | Oktober bis November |
| Rosen | Anhäufeln, Hochstämme einpacken | Ende Oktober bis November |
| Kübelpflanzen | Frostempfindliche Arten einräumen | vor den ersten Frostnächten, Oktober oder November |
| Wasser | Außenhähne, Schläuche und Regentonne entleeren | Oktober, spätestens vor dem ersten Frost |
| Teich | Laubnetz spannen | September bis Oktober |
| Teich | Pumpe ausbauen, Eisfreihalter einsetzen | November |
| Gemüsegarten | Gründüngung säen, Knoblauch stecken | September bis Oktober |
| Geräte | Reinigen, ölen, einwintern | November |
In dieser Reihenfolge vorgehen
- Ernten und abräumen: Gemüse und Obst rechtzeitig ernten, Fallobst und verblühte Sommerblumen entfernen.
- Pflanzen und säen, solange der Boden warm ist: Gehölze, Stauden, Blumenzwiebeln, Knoblauch, Gründüngung.
- Rasen düngen, solange das Gras noch wächst.
- Laub laufend verteilen: Rasen und Teich frei halten, Beete mulchen, den Rest kompostieren.
- Vor der ersten Frostnacht: empfindliche Kübelpflanzen einräumen, Wasser im Außenbereich ablassen.
- Nach den ersten leichten Frösten: Knollen ausgraben, Rosen anhäufeln, Winterschutz anbringen.
- Zum Schluss: letzter Rasenschnitt, Teichtechnik, Geräte einlagern.
Rasen: letzter Schnitt, Herbstdünger, Laub
Laub ist im Herbst die größte Gefahr für den Rasen. Unter einer nassen Laubdecke fehlt den Gräsern Licht, sie vergilben, faulen an, und Moos breitet sich aus. Das Laub sollte deshalb regelmäßig abgerecht werden. Ursachen und Abhilfe beschreibt der Ratgeber Moos im Rasen bekämpfen.
Ein Herbstrasendünger mit wenig Stickstoff und viel Kalium, ausgebracht im September oder Oktober, festigt das Gewebe und macht die Gräser frosthärter. Herkömmlicher stickstoffreicher Rasendünger treibt dagegen weiches, frostanfälliges Wachstum an.
Der letzte Schnitt fällt meist zwischen Ende Oktober und Mitte November, sobald das Gras kaum noch wächst. Die Schnitthöhe liegt bei 4 bis 5 cm: Kürzeres Gras ist frostempfindlich, längeres knickt um und neigt unter Schnee zu Schneeschimmel. Bei Raureif oder gefrorenem Boden sollte der Rasen weder gemäht noch betreten werden, weil die gefrorenen Halme brechen.
Beete: aufräumen mit Augenmaß
Alle Stauden im Herbst bodennah abzuschneiden ist meist unnötig. Hohle, standfeste Stängel bieten Wildbienen und Marienkäfern ein Winterquartier, Samenstände dienen Vögeln als Futter, und das alte Laub schützt den Wurzelstock vor Kahlfrost. Der Rückschnitt folgt im Spätwinter, bevor der Neuaustrieb beginnt. Im Herbst entfernt werden nur:
- weiche Stauden, die matschig zusammenfallen und sonst faulen, etwa Funkien und Taglilien,
- kranke Pflanzenteile mit Mehltau oder Rost, über den Restmüll statt über den Kompost,
- einjährige Sommerblumen nach der Blüte.
Danach schützt eine Mulchschicht aus Laub, reifem Kompost oder Stroh die Wurzeln vor starkem Frost und füttert über den Winter das Bodenleben. Welche Materialien sich eignen, steht im Ratgeber Mulchen im Garten.
Dahlien, Gladiolen und andere Knollen
Dahlien und Canna werden ausgegraben, wenn der erste Frost das Laub schwarz gefärbt hat, Gladiolen und Knollenbegonien, sobald das Laub vergilbt. Die Stängel werden eingekürzt, die Knollen vorsichtig ausgegraben, von grober Erde befreit und luftig abgetrocknet. Gelagert wird kühl, dunkel und frostfrei in einer luftdurchlässigen Kiste, etwa im unbeheizten Keller; im warmen Heizungskeller treiben die Knollen zu früh aus. Mehr dazu steht im Beitrag zu Dahlien.
Stauden, Sträucher und Gehölze
Für die meisten Gehölze und Stauden ist der Herbst die beste Pflanz- und Umpflanzzeit: Der Boden ist warm und feucht, bis zum Bodenfrost bilden sich neue Wurzeln. Wurzelnackte Heckenpflanzen, Obstbäume und Rosen kommen nach dem Laubfall in die Erde, solange der Boden offen ist. Ziergräser und frostempfindliche Stauden werden besser im Frühjahr gepflanzt.
Schneiden: im Herbst nur das Nötigste
Ein kräftiger Herbstschnitt an Ziersträuchern ist ein häufiger Fehler. Frühjahrsblüher wie Forsythie oder Flieder haben ihre Blütenknospen schon angelegt und werden nach der Blüte geschnitten, Sommerblüher wie Sommerflieder im Spätwinter. Im Herbst kommen nur abgestorbene, kranke und bruchgefährdete Äste weg.
Hecken erhalten ihren Hauptschnitt im Sommer. Im Herbst ist höchstens ein leichter Formschnitt sinnvoll, bei immergrünen Hecken nicht kurz vor dem Frost, weil Schnittstellen und Lücken bis zum Frühjahr nicht mehr zuwachsen. Starke Rückschnitte erlaubt das Bundesnaturschutzgesetz ohnehin nur von Oktober bis Ende Februar. Herbstlaub auf immergrünen Hecken wird entfernt, sobald die Laubbäume kahl sind. Mehr dazu im Ratgeber Hecke schneiden.
Obstbäume
Fruchtmumien, also eingetrocknete Früchte am Baum, übertragen die Monilia-Fruchtfäule und gehören wie befallenes Fallobst in den Restmüll; gesundes Fallobst darf auf den Kompost. Junge Obstbäume schützt eine Mulchschicht auf der Baumscheibe, ein weißer Stammanstrich beugt Frostrissen durch Wintersonne vor.
Winterschutz für empfindliche Pflanzen
Frisch gepflanzte Stauden, junger Sommerflieder und Herbstanemonen im ersten Jahr brauchen bei stärkeren Frösten eine Abdeckung aus Fichtenreisig, Laub, Jute oder Gartenvlies. Folie ist ungeeignet: Darunter bildet sich Kondenswasser, die Pflanzen faulen oder treiben an milden Tagen zu früh aus. Winterharte Gehölze, die ihr Laub abwerfen, brauchen keinen Schutz.
Immergrüne wie Rhododendron oder Kirschlorbeer verdunsten auch im Winter Wasser. Scheint die Sonne, während der Boden gefroren ist, können sie nichts nachziehen und vertrocknen. Gegen diese Frosttrocknis helfen durchdringendes Wässern vor dem Frost, Nachgießen an frostfreien Tagen und an sonnigen Plätzen ein Schattiernetz.
Blumenzwiebeln setzen
Tulpen, Narzissen, Krokusse und Schneeglöckchen kommen im Herbst in die Erde, damit sie vor dem Winter einwurzeln: Narzissen und kleine Zwiebeln im September und Oktober, Tulpen im Oktober und November, bei offenem Boden auch später. Der Boden muss durchlässig sein, in Staunässe faulen die Zwiebeln.
- Pflanzloch ausheben, am einfachsten mit einem Blumenzwiebelpflanzer. Die Tiefe beträgt etwa das Zwei- bis Dreifache der Zwiebelhöhe.
- Bei schwerem Boden etwas Sand als Drainage auf die Lochsohle geben.
- Die Zwiebel mit der Spitze nach oben einsetzen.
- Mit der ausgestochenen Erde auffüllen und leicht andrücken.
- Bei trockenem Boden einmal angießen.
Sorten und Kombinationen beschreibt der Ratgeber Blumenzwiebeln pflanzen.
Rosen winterfest machen
Die empfindlichste Stelle einer Rose ist die Veredelungsstelle. Sie wird ab Ende Oktober, spätestens bei stärkeren Frösten, 15 bis 20 cm hoch mit Erde oder Kompost angehäufelt; Fichtenreisig darüber schützt zusätzlich. Hochstammrosen bekommen einen Kronenmantel aus Jute oder Vlies, keine Folie. Kletterrosen werden festgebunden, damit Wind die Triebe nicht abbricht.
Geschnitten werden im Herbst nur überlange Triebe, die unter Wind oder Schnee brechen könnten; der eigentliche Rückschnitt folgt im Frühjahr. Für wurzelnackte Rosen ist der Herbst die beste Pflanzzeit. Alles Weitere steht im Ratgeber Rosen im Garten.
Kübelpflanzen
Frostempfindliche Kübelpflanzen wie Zitrus, Engelstrompete und Fuchsien ziehen vor den ersten Frostnächten in ein helles, kühles Winterquartier, robustere Arten wie Oleander vertragen leichten Frost und dürfen etwas länger draußen bleiben. Winterharte Gehölze im Topf bleiben im Freien, brauchen aber einen geschützten Platz und einen isolierten Topf; welche Pflanze wohin gehört, erklärt der Ratgeber Kübelpflanzen überwintern.
Wasserleitungen, Regentonne und Schläuche
Gefrierendes Wasser dehnt sich aus und sprengt Leitungen, Hähne und Behälter. Vor der ersten Frostnacht muss es deshalb aus allem heraus, was draußen Wasser führt:
- Außenwasserhähne: Absperrventil im Haus schließen, den Hahn draußen öffnen und das Restwasser ablaufen lassen.
- Schläuche und Gießgeräte: leerlaufen lassen und frostfrei lagern.
- Regentonne: oberirdische Tonnen vollständig leeren, den Hahn offen lassen oder die Tonne umdrehen. Eine Dämmung schützt nur bei kurzem Nachtfrost. Regensammler am Fallrohr schließen. Unterirdische Zisternen in frostfreier Tiefe dürfen gefüllt bleiben.
- Pumpen und Springbrunnen: entleeren, ausbauen und frostfrei lagern.
Gartenteich
Ein Laubnetz, gespannt vor dem Laubfall, hält die Blätter aus dem Wasser; faulendes Laub am Grund fördert im nächsten Jahr Algen. Abgestorbene Wasserpflanzen werden über der Wasserlinie abgeschnitten, Schilf und Rohrkolben bleiben stehen, denn ihre hohlen Halme sorgen bei Eis für Gasaustausch. Frostempfindliche Pumpen und Filter werden ausgebaut und nach Herstellerangabe gelagert.
Im Fischteich sollte im Winter kein Wasser aus der Tiefe umgewälzt werden, dort hält sich die wärmste Schicht. Ein Eisfreihalter hält eine Stelle offen, damit Faulgase entweichen. Eis wird nicht aufgeschlagen, die Druckwellen schaden den Fischen. Gefüttert wird bei sinkender Wassertemperatur weniger, im Winter nicht.
Gartengeräte pflegen
- Handgeräte: reinigen, trocknen, Metallteile dünn mit Leinöl oder Pflegeöl einreiben, Holzstiele nachölen, Klingen schärfen.
- Rasenmäher: Mähwerk reinigen, Messer schärfen lassen; bei Benzinern den Tank leer fahren oder nach Herstellerangabe einen Kraftstoffstabilisator zugeben.
- Akkus: nicht leer und nicht in der kalten Garage, sondern teilgeladen und frostfrei im Haus lagern.
Gemüsegarten
Kürbis, Bohnen und die letzten Tomaten werden vor dem ersten Frost geerntet. Grünkohl, Rosenkohl, Lauch, Feldsalat und Winterpostelein bleiben im Beet. Knoblauch und Winterzwiebeln werden jetzt gesteckt, damit sie vor dem Winter einwurzeln; Tiefe und Abstand nennt der Ratgeber Knoblauch anpflanzen.
Leere Beete sollten nicht nackt überwintern. Eine Gründüngung aus Phacelia oder Gelbsenf, bis in den September hinein gesät, lockert den Boden, verhindert Auswaschung und friert im Winter zu einer Mulchdecke ab. Senf ist ein Kreuzblütler und gehört nicht auf Beete, auf denen im nächsten Jahr Kohl wächst, weil er die Kohlhernie fördern kann. Später frei werdende Beete bekommen eine Decke aus Laub oder Kompost.
Laub sinnvoll nutzen statt entsorgen
Laub ist Mulch, Dünger und Winterquartier in einem. Entfernt werden muss es nur auf dem Rasen, auf Wegen, im Teich, in Dachrinnen und auf immergrünen Hecken. Rechen und Besen sind schonender als Laubsauger mit Häckselwerk, die auch Kleintiere erfassen. Auf dem Rasen nimmt der Rasenmäher mit Fangkorb das Laub gleich zerkleinert auf.
- Als Mulch auf Beeten und unter Gehölzen, mit etwas Reisig gegen Verwehen.
- Im Kompost in dünnen Lagen, gemischt mit Grünschnitt; den Aufbau zeigt die Anleitung Kompost anlegen.
- Als Igelquartier: ein lockerer Haufen aus Laub und Reisig in einer ruhigen Ecke, bis zum Frühjahr unberührt. Auch beim Umsetzen des Komposts auf schlafende Igel achten. Mehr dazu unter Igel im Garten fördern.
Eichenlaub verrottet langsam und wirkt leicht sauer, als Mulch eignet es sich deshalb für Rhododendren und Heidelbeeren. Walnusslaub enthält wachstumshemmende Gerbstoffe und kommt nur in kleinen Mengen auf den Kompost, nicht als Mulch aufs Beet. Laub von Obstbäumen, Linde oder Ahorn verrottet rasch.
Praxisbeispiel: In einem Reihenhausgarten mit Rasen, Apfelbaum und dem großen Ahorn des Nachbarn liegt im Oktober jede Woche ein dichter Laubteppich. Statt ihn in Säcken zur Grünannahme zu fahren, nimmt der Besitzer das Laub mit dem Rasenmäher auf. Das zerkleinerte Laub mulcht die Staudenbeete und die Johannisbeeren, der Rest geht mit Rasenschnitt in den Kompost, und hinter dem Schuppen entsteht ein Igelhaufen. Der Rasen bleibt hell, die Beete sind bis zum Frühjahr bedeckt.
Häufige Fragen zum Wintervorbereiten des Gartens
Wann sollte man den Garten winterfest machen?
Zwischen September und November. Pflanzen, Säen und Düngen kommen zuerst, solange der Boden warm ist. Wasserleitungen und empfindliche Kübelpflanzen müssen vor der ersten Frostnacht versorgt sein, Abdeckungen und Rosenhügel folgen erst nach den ersten leichten Frösten.
Muss man Stauden im Herbst zurückschneiden?
Nein. Standfeste Stauden mit hohlen Stängeln und Samenständen bleiben bis zum Spätwinter stehen und dienen Insekten und Vögeln. Im Herbst geschnitten werden nur kranke Pflanzen und weiche Arten, die matschig zusammenfallen.
Muss die Regentonne im Winter leer sein?
Ja, oberirdische Tonnen sollten vor dem ersten Frost leer sein, denn gefrierendes Wasser kann sie sprengen. Der Hahn bleibt offen, oder die Tonne wird umgedreht. Unterirdische Zisternen in frostfreier Tiefe sind nicht betroffen.
Darf man im Herbst noch düngen?
Nur kaliumbetont und ohne nennenswerten Stickstoff, etwa mit Herbstrasendünger im September oder Oktober. Stickstoff regt weiches Wachstum an, das bei Frost zurückfriert. Gehölze und Stauden brauchen im Herbst keinen Dünger, eine Mulchschicht aus Kompost genügt.
